Björn Swanson ist der „Berliner Meisterkoch 2019“! Die 10 Mitglieder der unabhängigen Jury der Berliner Meisterköche 2019 um den Vorsitzenden Dr. Stefan Elfenbein haben außerdem die Preisträger in den Kategorien „Aufsteiger des Jahres 2019“, „Berliner Gastgeber 2019“, „Berliner Szenerestaurant 2019“, „Berliner Kiezmeister 2019“ und „Gastronomischer Innovator 2019“ gewählt. Als die Auszeichnung 1996 von Berlin Partner ins Leben gerufen wurde, konnte sich niemand die rasante gastronomische Entwicklung Berlins vorstellen. Heute ist sie die Stadt mit den meisten Michelin-Sternen der Republik und zudem ein Einstehungsort und Barometer für gastromische Trends. Und dazu haben die Berliner Meisterköche, ihre Jury und ihre Gewinner einen nicht unerheblichen Beitrag geleistet.

Berliner Meisterköche 2019
Berliner Meisterköche 2019: Pressekonferenz im Schokoladenhaus Rausch. Die GewinnerInnen Florian Domberger, Björn Swanson, Sophia Rudoplph, Mathias Brandweiner, David Suchy, Jasmin Martin und Bernhard Moser mit Jurypräsident Dr. Stefan Elfenbein (ganz links) und Dr. Stefan Franzke, Geschäftsführer Berlin Partner (ganz rechts)

Berliner Meisterköche als kulinarische Botschafter der Stadt

„In ihren 23 Jahren haben die Berliner Meisterköche mit dazu beigetragen, dass sich Berlin als Ort für Haute Cuisine aber auch fürs Trendsetting, national und international, etabliert hat. Die Meisterköche sind im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichnete Botschafter der Stadt – für Vielfalt, Kreativität und Professionalität“ sagt Dr. Stefan Franzke, Geschäftsführer von Berlin Partner. Insgesamt hatte die Jury 130 Kandidaten in sechs Kategorien vorgeschlagen. Dazu Dr. Stefan Elfenbein, Vorsitzender der Jury „Berliner Meisterköche“: „Wichtiges Auswahlkriterium war es, wer etwas Neues ins kulinarische Berlin trägt und besonders aufgefallen ist. Darunter waren auch einige Nominierte aus dem Ausland, die sich mit Zweiteröffnungen in Berlin einen Namen erkocht haben.“

Berliner Originale setzen sich gegen internationale Stars durch

So war in der Kategorie „Berliner Szenerestaurants 2019“ etwa das großartige Layla nominiert worden, das maßgeblich zum Boom der Küche aus Tel Aviv beigetragen hat. Gewonnen haben bei den „Berliner Meisterköchen 2019“ am Ende aber nicht die bekannten internationalen Köche: „Es waren aber die Außenseiter, die überzeugten, der Kiezmeister, der ‚Brotwüsten‘ bereist, die Aufsteigerin unter toughen Typen, ein Meisterkoch, der bei der US-Navy war. Aufgrund ihres Fünkchens mehr an Mut und Energie haben diese am Ende das Rennen für sich entschieden und die Jury überzeugt. Der Jahrgang 2019: typisch Berlin!“ gratuliert Jurypräsident Dr. Stefan Elfenbein den GewinnerInnen.

Berliner Meisterköche 2019: Björn Swanson
Björn Swanson GOLVET Foto: Harry Schnitger

Der „Berliner Meisterkoch 2019″ Björn Swanson und sein Restaurant „GOLVET“

Dass man im Golvet über den Dächern Berlins nicht nur eine tolle Aussicht hat, sondern auch fantastisch essen kann, wissen Gourmets spätestens seit dem ersten Michelinstern 2017. Wir haben uns im Frühjahr selbst vom Können Björn Swansons und seinem Team überzeugen können und gratulieren ihm herzlich zum „Berliner Meisterkoch 2019“. „Kontrastreich, spannend, wild‘ nennt unser ‚Meisterkoch 2019‘ seine Küche, mit der er sich temperamentvoll konsequent und in nur zwei Jahren an die Berliner Spitze gekocht hat. Kalbskopf und Königskrabbe kombiniert er mit Gulaschsaft und Peperonata. Gereifter Cheddar wird mit Kapern, Artischocke und Grüne Tomate-Anis-Eis zur Aromenbombe“ erklärt die Jury der Berliner Meisterköche 2019.

Berliner Meisterköche 2019: Sophia Rudolph
Sophia Rudolph ©www.augustaleigh.com

Sophia Rudolph ist die „Berliner Aufsteigerin 2019“

Wie Swanson ist die „Berliner Aufsteigerin 2019“ Sophia Rudolph vom Restaurant „Panama“ eine waschechte Berlinerin. Gelernt und studiert hat sie am renommierten ‚Institute Paul Bocuse‘ in Lyon. Auch bei Alain Ducasse im ‚Le Louis XV‘ in Monte Carlo stand sie am Herd, bevor sie 2016 das „Panama“ übernahm. „Anfangs kam man der Location wegen. Jetzt kommt man ihretwegen“ begründet die Jury ihre Wahl: „Konsequent und selbstbewusst hat unsere ‚Aufsteigerin 2019‘ ihre Idee von zeitgemäßer Küche ausgearbeitet. Geschmackvoll setzt sie sie um. Gemüse steht im Mittelpunkt, meist aus der Region. Umami-Noten untermalt von sanfter Süße sind ihr Markenzeichen. Filet vom Stör verfeinert sie mit Haselnuss, Brokkoli und Blutorange. Einem süßen Finale aus Mango und Pastinake gibt Eukalyptus den letzten Schliff.“

Gastgeber 2019: Matthias Brandweiner
Mathias Brandweiner_©The Ritz-Carlton, Berlin_Foto Marvin Pelny

„Berliner Gastgeber 2019“: Matthias Brandweiner aus dem „POTS“

In der Kategorie „Berliner Gastgeber 2019“ ist die Wahl der Jury auf Mathias Brandweiner aus dem Restaurant „POTS“ gefallen Er ist Restaurantmanager, Sommelier und Herz und Seele in Dieter Müllers neuem ‚POTS‘ im mutig umgebauten ‚The Ritz-Carlton‘. Der erst 25-jährige Sonnyboy hat eine bemerkenswerte Karriere hingelegt: Mit zwanzig galt er in Pierre Gagnaires einstigem ‚Les Solistes‘ im ‚Waldorf Astoria‘ als jüngster Sommelier Deutschlands, dann beeindruckte er im  ‚Le Faubourg‘ im ‚Sofitel‘ am Kurfürstendamm und zeichnet heute verantwortlich für seine richtungsweisende, rein deutsche Weinkarte mit rund 200 naturnah produzierten Weinen im POTS.

Szenrestaurant 2019: Jasmin Martin und David Suchy
Jasmin Martin und David Suchy Foto: Milena Zwerenz

„Berliner Szenerestaurant 2019“: Das FREA

Das „Berliner Szenerestaurant 2019“ ist in diesem Jahr die „FREA“, Deutschlands erstes vegane Zero-Waste Restaurant. Hier setzen sich Jasmin Martin und David Suchy für kompromisslos nachhaltigen Genuss ein. Zum Einsatz kommen ausschließlich Bio-Produkte aus der Region, die ohne Plastik oder Folie verpackt sein müssen. Nichts landet im Müll, auch Wurzel, Stiele, Stengel landen in den Töpfen des norwegischen Küchenchefs Halfdan Kluften, der im ‚Geranium‘ in Kopenhagen, im ‚Benu‘ in San Francisco und zuletzt im ‚Silo‘ in Brighton, Europas erstem Zero-Waste-Restaurant, am Herd stand. Essensreste kommen in die Kompostiermaschine.“ Den hauseigenen Wasserkefir lieben die Darmbakterien – auf ihn schwört auch Viel-Esser und Jury-Präsident  Elfenbein. In ihren Dankesworten freute sich Jasmin Martin sehr über die Anerkennung für das nachhaltige Konzept des FREA : „Wnd wenn es dann auch noch schmeckt, umso besser!“.

Berliner Kiezmeister 2019: Florian Domberger
Florian Domberger. Foto: Jörg Lehmann

Der „Berliner Kiezmeister 2019“ ist das Domberger Brot-Werk aus Moabit.

Ganz ehrlich hätten wir uns als „Berliner Kiezmeister 2019“ den unvergleichlichen Fritz Blomeyer gewünscht. Oder Anna Platgens (Du Bonheur), die mit ihren Macarons und anderen Köstlichkeiten tatsächlich für reines Glück sorgt. Dass die Jury der Berliner Meisterköche anders entschieden hat, sei dem Domberger Brot-Werk mehr als gegönnt: „Handwerklich gemachtes Brot nährt, verbindet, ist Kulturgut – und vom Aussterben bedroht. Florian Domberger konnte nicht mehr zuschauen, ohne zu handeln. Die Karriere in der Pharmaindustrie hing er an den Nagel – lernte backen, buk, baute auf. Seine ‚gläserne‘ Backstube in Moabit ist Treffpunkt im Kiez. Mit seinem ‚Brotwüstenexpeditionsfahrzeug‘, einer einstigen Schweizer Feldbäckerei, bringt er wagenradgroße Sauerteigbrote aus heimischem Roggen ins von Billig-Backshops gebeutelte Umland. Neu ist seine voll funktionsfähige Mikro-Bäckerei in einem Container auf dem Gründercampus Berlin-Buch. Auch mit Asylsuchenden und Immigranten hat er schon gebacken – ein wahrer ‚Kiezmeister‘!“

Berliner Gastroinnovator 2019: Bernhard Moser
Bernhard Moser Foto: Ricarda Spiegel

Bernhard Moser, Initiator des eat! berlin DAS FEINSCHMECKERFESTIVAL, ist
„Gastronomischer Innovator 2019“

Österreiche Beharrlichkeit zahlt sich aus. Erst wurde Bernhard Moser, Sommelier und Gastro-Tausendsassa, für die Gründung seiner Weinschule in Berlin für verrückt erklärt, dann wurde seinem Festival eat!Berlin das frühe Aus prophezeit. „Visionäre braucht Berlin; Menschen, die nicht lockerlassen. Es gab Hürden, Unkenrufe. Passion und Qualität jedoch haben überzeugt. Die Weinschule im liebevoll hergerichteten 280-jährigen Bürgerhaus ist heute Highlight in Charlottenburg. Und mit dem ‚eat! berlin‘ hat unser ‚Innovator 2019‘ ein Format für Küche, Köche, Berliner und Besucher geschaffen, das die Stadt genussvoll bewegt und kaum noch wegzudenken ist. Besonders schön: Auch gediegenere Gourmets fühlen sich angesprochen“ sagt die Jury der Berliner Meisterköche 2019.

Das festliche Gala-Diner in den BOLLE Festsälen

Die offizielle Ehrung der diesjährigen Preisträger und die Übergabe der Auszeichnungen in Form eines handbemalten Tellers der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin sowie einer personalisierten Magnumflasche Pommery Brut Royal findet im Rahmen des festlichen Gala-Diners am 23. November in den BOLLE Festsälen in Moabit statt. Darauf freuen wir uns schon und sind gespannt auf die Signature Dishes der Gewinner!

Posted by:gesetta

Aus dem norddeutschen Flachland zog es mich schnell nach Italien und Frankreich, wo ich das mediterrane Lebensgefühl in jede Pore aufgesogen habe. Ich liebe Venedig, Aperol Spritz und gutes Essen. Schon als Kind hasste ich Jugendherbergen, praktische Kleidung und flache Schuhe. Nach unzähligen herrlichen Hotels und einem unprotestantischen Ja zum Glamour kann ich letzteren beiden inzwischen sogar etwas abgewinnen. In 10 Jahren kommt vielleicht die Zeit für Jugendherbergen, weil ich mich jung fühlen möchte. Besser nicht.

2 replies on “Berliner Meisterköche 2019: Das sind die Gewinner

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