Ginsanity Premium Dry Gin: Destillate mit Frauenpower

Ginsanity Premium Dry Gin: Destillate mit Frauenpower

GINSANITY Premium Dry Gin wurde von Dagmar und Michael Frangenberg entwickelt, nachdem sie sich das Brennen selbst beigebracht und in leidenschaftlicher Kleinarbeit die perfekte Rezeptur gefunden hatten. Während Dagmar als eine der wenigen Frauen im deutschen Gin-Business das Unternehmen leitet, brennt ihr Mann die inzwischen mehrfach ausgezeichneten Ginsorten. Drei neue Ginsorten kamen in diesem Herbst dazu, darunter auch der noch vor dem Launch mit einer Goldmedaille bei der World Spirits Trophy 2021 in Luxemburg ausgezeichnete Trüffelgin White Trophy.

Die Story: Brennen für Gin

Die Erfolgsstory des Ginsanity Premium Dry Gins beginnt an einem entspannten Abend mit Freund*innen an der heimischen Küchentheke: Dagmar Frangenberg, anerkannte Filmemacherin, stellt vor bereits aufgereihten Ginflaschen die (Gin-) Gretchen-Frage„“Warum sind so viele Gins eigentlich pur nicht wirklich zu geniessen und schmecken nur mit Tonic gut?“ Die ironisch gemeinte, aber folgenschwere Antwort ihres Mannes ist so überliefert: „Wenn Dir pur keiner schmeckt, müssen wir halt selbst brennen.” Gesagt, getan: Die Eltern einer damals vierjährigen Tochter kaufen eine Mini-Destille im Kölnern Industriegebiet Braunsfeld, besuchen Brennereien, bilden sich fort und fangen an zu experimentieren. Dagmars Mann Michael, als Einkaufsdirektor bisher eher ein Zahlenmensch, entdeckt sein feines Gespür für die perfekte Harmonie unterschiedlicher Früchte und Gewürze. 3 Jahre hat es schließlich gedauert, bis die Rezeptur steht und der erste richtig gute Gin aus dem Kessel tropft. Auf dem ersten Straßenfest sind die Flaschen innerhalb weniger Stunden ausverkauft. Der Grundstein für die Entwicklung des Ginsanity Premium Dry Gin war gelegt.

Von Hand abgewogene beste Zutaten

Destilliert wird in einem klassischen 100-Liter-Kupferkessel, der pro Durchlauf 180 Flaschen ergibt. Die Rezepturen wiegen Dagmar und Michael von Hand bis aufs Gramm ab und verzichten auch weiterhin auf die Zugabe künstlicher Aromen oder Farbstoffe im Mazerat. Auch in Zukunft wird jede Flasche von Hand etikettiert und beschriftet sein, bevor sie die Destillerie verlässt. Immer begleitet vom Duft nach Wacholder, der die wichtigste Zutat eines jeden Gin ist und dessen Qualität durch den Hauslieferanten gesichert wird. Die vielen Kräuter, Gewürze und Früchte sind es, die den Gin im Allgemeinen und den Ginsanity Premium Dry Gin zu einer ganz besonderen Spirituose machen. An den Rezepturen feilt Michael Frangenberg so lange, bis ganz besonders aromenintensive, mutige Kombinationen entstehen. Wichtig ist den beiden, dass ihre Gins Power haben, und dass man ihre Leidenschaft schmeckt. So verwenden sie nicht nur die üblichen Limettenschalen im Mazerat, sondern bis auf den letzten Tropfen selbst ausgequetschten Limettensaft.

Pur, mit Tonic oder als Glüh-Gin

Während Dagmar Frangenberg Gin am liebsten pur trinkt und uns diesen beim Tasting in der Bar des Amano Hotels auch genau so anbietet, hätten wir dann doch gerne ein bisschen Tonic. Der verändert den Geschmack, erfahren wir, und in der Tat explodieren die Fruchtaromen des Ginsanity Premium Dry Gin Himbeer geradezu im Munde, wenn etwas Tonic dazu kommt. Ausdrücklich erlaubt ist für Dagmar ihre Kreation aus Gin und heißem Apfelsaft: Die Idee, ihren Premium Gin nach der Destillation mit Früchten und Gewürzen des Winters zu lagern und abzufüllen, also aus diesem Gin dann mit warmen Apfelsaft einen Glüh-Gin zu machen, hatte Dagmar 2017 als erste Destillerie überhaupt in Deutschland. Er enthält Granatapfelkerne, Orangenschale, Zimt, Vanilleschoten und Sternanis und viel leckerer als das Meiste, was auf Weihnachtsmärkten als heißes Getränk angeboten wird. Neue Ginsanity Premium Dry Gin-Sorten sind in diesem Herbst neben dem Trüffel-Gin White Truffle auch ein Kaffeegin Strong Coffee sowie ein extrastarker Premium Dry Gin Navy Strength. Dazu schmecken die köstlichen Gintrüffel, die sich wie alle Ginsanity-Produkte allein schon durch das ausdrucksstarke Logo mit dem an Dagmar erinnernden Konterfei von Mainstreamprodukten wohltuend absetzen.

Trüffel-Gin für den Herbst-Aperitivo

Als Aperitivistas sind wir mit den zugegebenermaßen außergewöhnlich guten Gins von den Frangenbergs in purer Form überfordert und wünschen uns ein tolles Cocktail-Rezept für den herbstlichen Aperitivo. Mit dem extravaganten Truffled Martini finden wir genau dieses und empfehlen es allen für ein smoky Gin-Erlebnis.

Truffled Martini

Zutaten

4,0cl Trüffel Gin 

4,0cl Birnensaft 

2,0cl Williams Birnen Brand 

1,0cl Peated Single Malt Scotch Whisky

Alle Zutaten kräftig auf Eis shaken und in einer Cocktailschale mit Trüffel servieren.

Den Trinkspruch dazu liefert uns Dagmar Frangenberg: „Wir trinken darauf, Dinge auszuprobieren, auch mal zu scheitern, es noch einmal zu wagen! Mut zu haben – egal wie jung oder alt man ist. Schon morgen kann alles vorbei sein. Und dann zählt das, was war und heute ist! Also hebt die Gläser! Wir trinken auf`s Leben. Darauf, dass am Ende verrückte Erinnerungen statt ungelebte Träume stehn!“ Cin Cin Dagmar!

True Italian Taste: Risotto all’Amarone von Gabriele Ferron

True Italian Taste: Risotto all’Amarone von Gabriele Ferron

Die Zubereitung des Risotto all’Amarone von Gabriele Ferron erleben wir in der berühmten, bereits in der vierten Generation von der Familie geführten Riseria Ferron südlich von Verona. Gemeinsam mit der Journalistin Monika Kellermann kocht Ferron dieses typische Gericht Venetiens, zu dessen Zutaten einige der besten Produkte der Region zählen. Frei nach dem Sprichwort: „Es gibt kein Lebewesen auf dem Land, im Meer, im Fluss und in der Luft, das nicht irgendwann mal in einem Risotto geendet wäre“ verwendet er neben dem heimischen Risottoreis Vialone Nano IGP feines Olivenöl Garda DOP und würzig aromatischen Monte Veronese Käse DOP. Die Zusätze „IGP“ (Typische geografische Herkunft oder in der EU: g.U. für „geschützte Ursprungsbezeichnung“) und „DOP“ (das italienische Zeichen für „geschützte Herkunft“) mögen schwerfällig klingen, sind aber essentiell für die Qualität der Produkte. Und genau darum geht es in dieser Cooking Masterclass im Rahmen der staatlichen Initiative True Italian Taste, die sich für den Schutz echter italienischer Produkte einsetzt. Sie soll Fans authentischer Lebensmittel dafür sensibilisieren, beim Kauf von italienischen Produkten auf diese Qualitätssiegel zu achten und nicht auf vermeintliche, italienisch anmutende Kopien hereinzufallen.

Weine aus dem Valpolicella

Viele kulinarische Köstlichkeiten haben ihren Ursprung in Venetien, einer an landschaftlicher Vielfalt kaum zu überbietenden Region im Nordosten Italiens. 20 % aller italienischen DOC-Weine, von denen es im Veneto immerhin 29 verschiedene Gebieten gibt, stammen aus dem Veneto. Besonders bekannt ist die Weinbauregion Valpolicella nördlich von Verona. Neben dem international renommierten Amarone DOCG (geschützte garantierte Herkunft) stammen auch der Ripasso della Valpolicella, Valpolicella Superiore und Recioto von hier. Für das Risotto all’Amarone von Gabriele Perron verwendet der Reisproduzent allerdings nicht den Wein im Titel, sondern – wie viele Köch*innen – den ebenso charakterstarken, aber deutlich günstigeren kleinen Bruder Ripasso della Valpolicella. Für den aktuell sehr angesagten Ripasso DOC kommen die Traubentrester des Amarone erneut zum Einsatz. Die jungen frisch fruchtigen Valpolicellaweine, häufig Valpolicella superiore, werden mit den Amarone-Trestern vermischt und ein zweites Mal vergoren. Diese Ripasso-Methode machen die Rotweine opulenter und verleihen ihnen einen Touch von Trockenfrüchten. Für unser Risotto all’Amarone von Gabriele Ferron verwenden wir den Valpolicella Ripasso DOC von der traumhaft schön gelegenen Tenute SalvaTerra in San Pietro in Cariano, im Herzen des Gebietes Valpolicella Classico.

Regionales Olivenöl und Käse

1997 wurde das Olivenöl von der Europäischen Union als DOP anerkannt. Typisch für die Garda DOP Olivenöle sind ein mildfruchtiger Duft, ein Geschmack der an frisches Gras und Artischocken erinnert und im Abgang zarte Mandelaromen. Das aromatische Olivenöl extra vergine Garda DOP eignet sich mit seinen frischen, grasigen Aromen und den eher verhaltenen Bitteraromen und der dezenten Schärfe perfekt für ein Risotto, es mundet aber auch hervorragend pur auf einem knusprigen Weißbrot. Das von uns verwendete Olivenöl stammt vom von der Frantoio Bonamini in Illassi, die seit über 50 Jahren in der Valpolicella-Region ansässig ist. Es wird aus den autochthonen Olivensorten Favarol und Grignano gepresst. Der Fettsäuregehalt liegt bei erfreulich niedrigen 0,2 %, was auf eine zügige Pressung nach der Ernte schließen lässt. Das delikate, mittelfruchtige Olivenöl Veneto Valpolicella DOP hat 2021 zum zweiten Mal den Hall of Fame (100/100 Punkte) im international anerkanntesten Olivenölführer Flos Olei erhalten. Beim Käse verwenden wir nicht etwa Parmesan, sondern bleiben mit dem Monte Veronese vecchiato DOP regional. Nördlich von Verona erstrecken sich die Berghänge der Lessinia mit ihren fruchtbaren Almen auf denen Kühe grasen und aus der aromatischen Milch wird der Monte Veronese Käse gemacht. Der Monte Veronese wird derzeit von 9 Käsereien ausschließlich auf der Lessinia produziert. Seit 1993 trägt der Käse das italienische DOP Siegel und seit 1996 auch das EU Zeichen g.U. für geschützte Ursprungsbezeichnung. Er reift mindestens ein Jahr und begeistert mit kräftigen Aromen, die dem Risotto genau den richtigen würzigen Geschmack.

Das Risotto all’Amarone von Gabriele Ferron

Zutaten für 4 Personen:
½ rote Zwiebel, am besten die milden aus Tropea
4 EL Olio d´Oliva Garda DOP
300 ml Amarone classico della Valpolicella DOCG oder Valpolicella Ripasso DOC
400 g Riso Vialone Nano Veronese IGP
900 ml Gemüsebrühe, möglichst selbst zubereitet aus Karotten, gelbe Zwiebeln und Lauch
ca. 30 g Butter
70 g Monte Veronese vecchiato DOP, frisch gerieben
Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Außerdem:

Gemüsebrühe – selbstgemacht oder Instant
Rote Zwiebel (am besten die roten aus Tropea)
Butter, Salz und Pfeffer

Zubereitung:
Die Zwiebel in kleine Würfel schneiden und in 2 EL Olivenöl andünsten. Den Rotwein in einem Topf erhitzen, aber keinesfalls kochen lassen.
In einem Schmortopf das restliche Olivenöl mit dem Reis einige Minuten erhitzen. Die gedünsteten Zwiebelwürfel hinzufügen, mit heißem Rotwein aufgießen und bei mittlerer Hitze unter schonendem Rühren mit einem Holzlöffel einkochen lassen. Nun 700 ml der kochend heißen Gemüsebrühe auf einmal dazu gießen (Achtung: nicht nach und nach, wie oft in Risottorezepten), vorsichtig umrühren und zugedeckt bei schwacher Hitze 15 bis 18 Minuten garen lassen. Sobald die Reiskörner weich sind, aber noch Biss haben, den Topf von der Kochstelle nehmen und die Butter sowie den frisch geriebenen Monte Veronese DOP unterrühren. Damit der Risotto „all´onda“, also cremig wird, fügt man mit der Butter und dem Käse noch so viel wie nötig von der zurückgelassenen Brühe dazu. Zum Schluss mit Salz und frisch gemahlenen Pfeffer abschmecken.

Bonvivant Cocktail Bistro: Feine Gemüseküche trifft Drinks

Bonvivant Cocktail Bistro: Feine Gemüseküche trifft Drinks

So lässig sich das Bonvivant Cocktail Bistro gibt, so ausgefeilt sind die vegetarischen Gerichte und die darauf abgestimmten Cocktails: nach dem Cookie’s Cream für uns so ziemlich das Beste, was Berlin zur Zeit an Gourmet-Gemüseküche zu bieten hat. Auch Nicht-Vegetarier*innen legen wir einen Besuch des coolen Restaurants in Berlin-Schöneberg deshalb unbedingt ans Herz.

Fine Eating & Drinking

Die hervorragenden Cocktails des Bonvivant durften wir bereits im 2. Lockdown kennenlernen, als eine Box mit fünf bravourös komponierten Drinks uns den Valentinstag zu Hause erhellte. Umso gespannter sind wir auf die Küche des neuen, erst 27-jährigen Küchenchef Nikodemus Berger. Nach seiner Ausbildung im Le Meridien in seiner Heimatstadt Wien sowie Stationen im Reinstoff und im Le Faubourg hat er sich in wenigen Jahren einen Namen in der Spitzengastronomie gemacht. Zusammen mit Barchef Elias Heintz (20) will er mit der ungewöhnlichen Kategorie „Cocktail-Bistro“ eine neue Dimension kulinarischen Erlebens geben: „Mit Cocktails können wir viel genauer auf die Aromen eingehen, die die Küche in den Fokus stellt“, erklärt Heintz den gemeinsamen Ansatz. Das sei sogar einfacher als mit Wein, der schließlich als fertiges Produkt ins Glas kommt. Unsere klare Empfehlung lautet deshalb, das Menü mit entsprechender Getränkebegleitung zu wählen und sich so ungekannte Aromenhorizonte zu erschließen.

Fulminanter Einstieg

Zum Crémant essen wir Sauerteigbrot (aus der Bäckerei Keit) und Langos (hausgemacht), dazu gibt es fluffige gesalzene Butter und Curry-Aioli. So wie bei Theodor Fontane der erste Satz den ganzen Roman umspannt, stimmt das Amuse bouche auf das Niveau des Menüs ein. Im Bonvivant Cocktail Bistro starten wir so einfach wie fulminant mit einem Karotten-Kaviar auf Nori-Algenblatt, der überraschenderweise genauso auf der Zunge zerplatzt wie das Fischei-Original. Wer angesichts der unprätentiösen Holztische vor dem Lokal einfache Bistrogerichte erwartet hatte, versteht spätestens jetzt, dass sich das auf der Webseite proklamierte Motto „Eat easy“ eher auf das lockere Ambiente als auf eine vermeintliche Einfachheit der Küche bezieht. Sieben frei wählbare Gerichte stehen auf der Karte, von denen bis zu fünf zum Menü zusammengestellt werden können.

Feste und flüssige Sommergärten

Zur frischen und fermentierten Gurke mit Holunderblütenemulsion und Rauchmandeleis pairt Elias Heinz einen Drink auf Basis von gelagertem Calvados. Er verleiht dem sehr frischen Gericht eine dunkle Note und greift den Holunder in Form von selbstgemachtem Sirup auf. Aufgegossen wird der Sour mit Limette, Kaffir-Limettenblätter und Apple Cider aus Berlin. Zum Törtchen aus Tomate von Paddy’s Biolandhof gesellen sich Puffbohnen, Peperoni, Oregano und Fior di Latte-Mozzarella-Flöckchen. Erstaunlich, welche Raffinesse und welchen Aromenreichtum Nikodemus Berger aus diesen Zutaten herauskitzelt. Das im begleitenden Negroni Bianco infusionierte Olivenöl schlägt den Bogen zu den mediterranen Zutaten und schmiegt sich mit dem botanischen Tonic an die Tomate – ein ganzer Sommergarten auf dem Teller und im Glas.

Gemüse als Protagonist

Mein Lieblingsgericht der Karte kommt zum Hauptgang. Der „Lauch vom Biolandhof Bauer’s Garten“ klingt bodenständiger als er ist. Er folgt dem Prinzip der strengen Regionalität (Bar- und Küchenchef gehen sogar im Gleisdreieck-Park auf Pflückjagd ) und wie alle Gerichte auf der Karte bester ökologischer Provenienz. Indem er ihn mit Misolack (Miso ist eine von Bergers Lieblings-Würzzutaten und kommt von den Berliner „Mimiferments“) überzieht, bekommt das Gemüse genau die richtige Dosis Umami, die sonst die Röstaromen des Fleisches leisten müssen. Süßsauer eingelegte Zwiebeln, fermentierte Senfsaat und gebratene Pfifferlinge erhöhen das Ganze zu einem Ensemble, das in seiner Dichte und Präzision schwer zu toppen und definitiv yummy ist. Der dazu gereichte (alkoholfreie) Sake auf der Basis von Miso schlägt den Bogen zum Lauch, ein Extra an Säure erfährt er durch exakt sechs Tropfen Reisessig. Mir ist der Drink zu scharf, meine Begleitung hingegen liebt Sake und tauscht ihn gerne gegen den frisch-fruchtigen Drink aus Cold Brew Hibiskus Tee, Verjus (Saft unreiner Trauben), Himbeerbalsam und Rauchsirup. Er greift die Säure des Berberitzenschaums und des Zaatars (ein nahöstliches Gewürz auf Hibiskus Basis) aus dem Blumenkohl von der Bioland Gärtnerei Ulenburg auf. Der Verjus und Himbeerbalsam sorgen für eine runde fruchtbetonende Säure, der Rauchsirup rundet den Drink ab und greift gleichzeitig die Röstaromen des Blumenkohls auf.

Kräuter und Früchte zum Finale

Die Desserts sind ähnlich aufregend kombiniert und schön anzusehen wie alles auf der Karte des Bonvivant Cocktail Bistro. Rotes Sauerkirsch-Mousse und eingelegte Früchte von Rolker Ökofrucht, Drachenkopf-Eis, Haselnüsse und Caramelcrunch bestechen durch ein angenehmes Süße-Säure-Spiel. Ihre dunkel-fruchtigen Noten finden sich im begleitenden Cocktail aus dunklem Rum, süßem Portwein und Kirschlikör wieder. Sauerkirschgeist, der als Finish auf den Drink kommt, sorgt für den frisch-fruchtigen Touch. Zum Ziegenjoghurt gesellen sich im zweiten Dessert Aprikosen, Mezcal, Schokolade und Limettenbaiser. Der gelagerte Tequila des Margarita Twist harmoniert gut mit Kakao aus dem Dessert und ergänzt die Agavenaromen des Mezcal, während Limettenrand und Säure mit dem Limettenbaiser im Dessert korrespondieren. Besonders spannend ist der fermentierte Honig (ich wusste gar nicht, dass das geht), der für Komplexität und einen unerwarteten Abgang sorgt.

Eine echte Entdeckung und wohl einmalig in seiner Art: Das Bonvivant Cocktail Bistro begeistert auf ganzer Linie. Was für eine Bereicherung für die Schöneberger Restaurantszene und die vegetarische Feinschmeckerküche in Berlin überhaupt. Wer mag, kann übrigens auch einfach nur einen Cocktail an der Bar trinken oder einfach ein einzelnes Gericht bestellen – im Bonvivant ist alles erlaubt.

Geöffnet ist das Bonvivant mittwochs bis samstags ab 18:00 Uhr. Das Restaurant verfügt über 34 Plätze, an der Bar können zehn Personen und an den Hochtischen 16 Personen sitzen, während im Lounge-Bereich 20 Gäste Platz finden. Hinzu kommen die Außenterrasse mit 56 Sitzplätzen. Für spezielle Events und größere Dinner-Einladungen steht ein zusätzlicher Raum mit einem großen, runden Holztisch bereit. Reservierungen telefonisch unter +49 (0) 176-61722602 oder per Mail an info@bonvivant.berlin.

der Weinlobbyist: Große Weine & kleine Köstlichkeiten

der Weinlobbyist: Große Weine & kleine Köstlichkeiten

300 deutsche und österreichische Weine

Im unprätentiösen Teil von Berlin-Schöneberg versteckt sich in der Kolonnenstraße der Weinlobbyist. Im Juni letzten Jahres eröffnete Serhat Aktas seine Weinbar & Bistro, die sich auf deutsche und österreichische Gewächse spezialisiert hat. 300 Positionen stehen auf der Karte, und dazu gibt es neben Klassikern wie Schinken- und Käseplatten auch eine Reihe kleiner, feiner Köstlichkeiten. Wir haben das Glück, diese zusammen mit großartigen Weinen an einem lauen Augustabend im lauschigen, mediterran anmutenden Innenhof zu verkosten. Und haben einen neuen Wein-Lieblingsort entdeckt, der mit den schönsten Bàcari in Venedig mühelos mithalten kann.

Lobbyist für Winzer*innen

Wie so viele Berliner Gastronom*innen hatte Serhat Aktas das Pech, mit der Eröffnung von der Weinlobbyist mitten in den Lockdown zu fallen. Zum Glück konnte er sein Team trotz der schweren Zeit halten. Inzwischen arbeitet sogar sein ursprünglich in Teilzeit angestellter Koch Ronny Marx auf Vollzeit. „Dennoch sind wir kein Restaurant“, betont Aktas,. „Unser Schwerpunkt liegt auf Wein und kleinen, tapasähnlichen Gerichten, die wir in unserer kleinen Küche täglich frisch zubereiten können.“ Die Idee für den Namen „der Weinlobbyist“ kam dem gelernten Sommelier übrigens, weil er in unmittelbarer Nachbarschaft von vier Parteibüros umgeben ist. Und er sich als Interessensvertreter der Winzer*innen vor seinen Gästen versteht. Vor allem VDP-Weingüter und nicht wenige große Gewächse bzw. DACs und Riedenweine in Österreich stehen auf der Karte – etwa 30 Weine davon sind offen erhältlich.

Hausgemachtes Brot und Weißburgunder brut

„Hör auf Dein Herz! Außer der Sommelier sagt: Ich empfehle Dir den Riesling. Dann hör auf den Sommelier!“ – so lautet der Teaser auf der Weinkarte des Weinlobbyisten. Unser Herz sagt uns, heute Abend immer auf den Sommelier zu hören. Und so starten wir mit einem spritzig-trockenen Weißburgunder brut von Emrich-Schönleber. Dazu kommt ein Amuse bouche mit Garnele, Ananas und japanischer Mayonnaise, das ein bisschen wie ein Luxus-Waldorfsalat schmeckt. Das hausgebackene Brot mit dezent mit Kürbiskernöl aromatisierter Butter macht geradezu süchtig – und schließlich braucht der Wein eine solide Grundlage.

Weiter geht es mit Ronny Marx‘ aktuellem Lieblings-Signature Dish, einem Kammmuschel-Carpaccio, das kräftig nach Meer schmeckt und den kräftigen Grünen Veltliner von Jurtschitsch gut vetragen kann. Unser Favorit hingegen wird das Austrian Sushi mit Gurke, Kren und sagenhafter Sojasauce von Reisetbauer & Trettl – so lecker, dass ich das Schälchen kurzerhand ausgetrunken habe.

Roastbeef Burger zu Spätburgunder?

Letztlich geht es in einer Weinbar um Essen zum Wein, nicht umgekehrt. Und warum nicht mal einen Roastbeef-Burger in der hausgebackenen Brioche mit einem 2016 Spätburgunder vom Weingut Münzberg aus der Pfalz kombinieren? Die vorgeschlagene Kombination gefällt uns so gut, dass wir anschließend ein Fläschchen aus der Weinhandlung mitnehmen. Auch das Rindertartar mit keckem Wachtelei, Kapernapfel und Brotchip passt hervorragend dazu. Wir genießen den Abend nicht nur des Weins und des Essens wegen. Wir fühlen uns auch wunderbar willkommen, denn Serhat Aktas leistet sich so viel kundiges Servicepersonal, dass er sich selbst seiner Rolle als Gastgeber leidenschaftlich hingeben kann. Schön ist es hier und so kommunikativ, dass wir den göttlichen (!) Orangenkuchen plötzlich zu sechst am Tisch genießen. Weiter so – wir drücken die Daumen, dass die x-te Welle diesmal am Weinlobbyisten und allen anderen engagierten Gastronom*innen vorbei geht!

der Weinlobbyist – Bistro & Weinbar
Kolonnenstraße 62
10827 BerlinTel.: 03030640772
E-Mail: kontakt@weinlobbyist.de

Aperitivo Nonino: Der italienische Sommerdrink

Aperitivo Nonino: Der italienische Sommerdrink

Als Aperitivistas sind wir permant auf der Suche nach neuen Aperitifs und Alternativen zum Aperol Spritz. Umso mehr waren wir auf den Aperitivo Nonino gespannt, den Barmann Simone Maion uns beim im Rahmen des Projektes True Italian Taste von ITALCAM gemeinsam mit PromoTurismo FVG organisierten Livestreams „Aperitif aus dem Borgo Nonino“ vorstellen würde. Gemeinsam mit Antonella Nonino und der Food-Journalistin Monika Kellermann durften wir außerdem einen selten gewährten Blick in die 120 Jahre alte Destillerie Nonino werfen. 2019 wählte der renommierte Wine Enthusiast’s Wine&Spirits Award sie zur besten Destillerie weltweit.

Silvia, Antonella, Cristina, Francesca und Elisabetta Nonino

Der Aperitivo Nonino Botanical Drink

Bei dem Aperitivo Nonino BotanicalDrink handelt es sich um eine zeitgenössische Infusion aus Botanicals und dem Nonino Traubenbrand ÙE®. 2018 kreierten ihn Cristina, Antonella, Elisabetta und Francesca Nonino, nachdem sie die Botanicals über 3 Jahre untersucht hatten. Die neue Version einer über 90 Jahre alten Familien-Rezeptur veredelten sie mit dem reinsortigen ÙE® Traubenbrand Monovitigno® Fragolino vom Nonino-Weinberg. Frisch, fruchtig, mit Zitrusnoten und einem Hauch von Waldfrüchten: ein frischer Aperitif, der so schmeckt, wie Gianna Nanninis Kultsong „Un’estate italiana“ klingt. Der Aperitivo Nonino ist der erste italienische Aperitif, der bei Meininger’s International Spirits Award den internationalen Preis «Aperitif des Jahres 2021» erhielt. In Berlin haben wir ihn im Centro Italia entdeckt, wo es auch die passenden Taglieri und anderen Köstlichkeiten für einen echten Aperitivo italiano gibt.

Grappa-Cocktails à la Simone Maion

Im Rahmen des Livestreams sind wir heute dabei, wie Simone Maion uns im Borgo Nonino einen Spritz mit dem L’Aperitivo Nonino mixt. Der Barmann ist nicht nur im Friaul eine Größe. Mit seiner hinter einem Restaurant versteckten «Mr Simon Secret Bar« hat er es sogar ins berühmte Buch von Jürgen Lijcops «150 Bars you need to visit befor you die» geschafft. Beim nächsten Besuch im hübschen Udine versuchen wir garantiert, an den geheimen Einlass-Code ins magische Reich von Mr. Simonzu kommen…

Für den Spritz gießt Simone Maion den leuchtend gelben Aperitivo Nonino mit einem Ribolla Gialla Spumante auf. Weine dieser authochtonen Rebsorte werden in Friaul-Julisch-Venetien übrigens auch gerne solo zum Aperitivo getrunken. Die MIschung ergänzt er mit einer Scheibe frischer Zitronenschale, einem Spritzer Zitronensaft und Sodawasser. Fertig ist ein erfrischender Drink, den wir – zu Hause nachgemixt – mit köstlichen geräucherten Regina di San Daniele Forellen und knusprigen Fricut-Aperitifcräckern genießen. Für uns ist der Aperitivo Nonino der Sommerdrink 2021 schlechthin, der sich alternativ mit einem guten Prosecco Superiore zubereiten lässt. Ein Drink für den späteren Abend ist sein Nonino Sour, bei dem der Whisky durch Grappa Nonino Riserva AnticaCuvée ersetzt wird.

Die Rezepte

Aperitivo Nonino- Botanical Spritz
Aperitif Nonino- Botanical Spritz

4 cl L ́Aperitivo Nonino BotanicalDrink
10 cl Acqua tonica oder Ribolla Gialla
1 Spritzer und ein wenig Schale einer unbehandelten Zitrone oder einer Frucht der Saison Eiswürfel

Der Nonino Sour
Der Nonino Sour

4 cl Grappa Nonino Riserva AnticaCuvée, 5 Jahre gereift 1,5 cl frisch gepresster Zitronensaft
2 cl flüssiger Rohrzucker
1 cl Eiweiß
Eiswürfel
1 Scheibe Limone oder Früchte der Saison

Le Petit Chef im Grand Hyatt Berlin: Kleiner Koch, großes Kino

Le Petit Chef im Grand Hyatt Berlin: Kleiner Koch, großes Kino

Kunst und Küche

Erst die Van Gogh Immersive Experience, jetzt Le Petit Chef im Grand Hyatt Berlin: 3D-Projektionen liegen voll im Trend und sind nun in die Gourmetküche eingezogen. Sehens- und schmeckenswert ist das am 4. August startende Spektakel unbedingt. In der Hauptrolle steht der 58 mm kleine Meisterkoch, der den Gästen feinste, vorwiegend französische Küche in 5 Gängen serviert. Dabei werden der Tisch und der eigene Teller fast magisch zur Leinwand. Kunst und Küche verschmelzen schwerelos zu einem alle Sinne ansprechenden Genusserlebnis, das überrascht, betört und nachhaltig erfreut.

Fein interpretierte Produktküche

Entwickelt wurde das kulinarische Pop-up-Show von dem belgischen Künstlerkollektiv Skullmapping. Dabei können die umsetzenden Köch*innen selbst entscheiden, wie das Menü im Detail umgesetzt wird – Hauptsache, die Gänge passen zur Geschichte. Beim Le Petit Chef im Grand Hyatt Berlin kocht Bankett-Küchenchef Philipp Ketzer. Er überzeugt mit seiner sauberen, klassisch produktorientierenten Interpretation der einzelnen Gerichte. Nach einem Intro mit Maulwurf im Gemüsegarten gibt es zum Einstieg eine nach italienischem Sommer schmeckende Burrata mit Paprikamarinade, Gartenkräutern und Rucola. Der folgenden „Marseillaise Bouillabaisse“ mit Pulpo, Garnelen, Jakobsmuscheln, Estragon und hervorragendem Krustentierfond geht ein unterhaltsamer Kampf des Petit Chef mit einem Oktopus voraus. Als weiteres Zwischengericht folgt der konfierte Hummer mit Queller, Sauce Noisette und knusprigem Mais – für uns das Highlight des Abends. Statt des Filets vom Simmentaler Rind wählten wir ein Beyond Meat, das mit gerösteten wilden Brokkoli, Karotten und getrüffelter Sellerie-Kartoffelcreme kam.

Dessert & Weinbegleitung

Abschließend hatte das Team um die großartige Franziska Wilbrand das köstliche Zitronensorbet mit Himbeeren, Vanille-Baiser, Manjari Schokolade und Melisse lustigerweise in die Bretagne verlegt. Ganz entgegen der meteorologischen Wahrscheinlichkeit war sie im Film romantisch verschneit. Aber wir sind ja auch im Märchen und nicht in der schnöden Realität. Wer sich auch bei den Getränken dem Le Petit Chef und seiner Sommelière Franziska anvertrauen möchte, ist mit dem Drink-Package für 39 Euro hervorragend aufgehoben. Nach einem Glas Champagner empfiehlt sie eine Auswahl an Rosé-, Weiß- und Rotweinen, von denen uns der 2020 Riesling trocken von Robert Weil und der 2016 Ursprung von Schneider besonders gut gefiel. Zum Hummer hingegen wählten wir erneut Champagner – nichts passt besser.

Auch als Classic- oder Kindermenü

Das beschriebene Menü kostet 149 Euro zzgl. Getränke. Wer es nicht ganz so opulent möchte, wählt das „Le Petit Chef Classic“ für 99 Euro. Es verzichtet auf einige Details und präsentiert im Hauptgang ein Roastbeef vom Simmentaler Rind mit Brokkoli, Karotten und Kräuterkartoffeln. Die vegetarische Variante setzt auf Burrata, Kürbissuppe, Gnocchi, Beyond Meat Steak und Zitronensorbet. Da auch Kinder Spaß an dem Petit Chef-Event haben dürften, bietet das Grand Hyatt bis einschließlich 12 Jahre ein Juniormenü für 49 Euro an. Mit Mozzarella auf Blattsalat und Kirschtomaten, einer Tomatensuppe mit Basilikum und anschließenden Ravioli mit jungem Spinat und Parmesan. Als Hauptgang gibt es ein gegrilltes Maishähnchen an Butterkartoffeln, Karottengemüse und Erbsen, zum Dessert Vanilleeis mit Himbeeren und Keks. Die Getränke für Kinder bis 13 Jahre sind bei dem Angebot inklusive.

Die Show startet mittwochs und donnerstags um 19 Uhr. Freitags und samstags gibt es jeweils zwei Shows um 18 Uhr und um 21 Uhr. Sonntags präsentiert sich „Le Petit Chef“ um 17 Uhr und um 20 Uhr. Das Grand Hyatt Berlin freut sich auf Reservierungen für das kreative Gourmet-Event mit atemberaubendem 3D Projetion Mapping online unter https://lepetitchef.com/grand-hyatt-berlin

© Le Petit Chef 

Restaurant Partenope #081 in Berlin: Frittiertes Glück

Restaurant Partenope #081 in Berlin: Frittiertes Glück

Es klingt wie das Sakrileg eines Kunstkenners, wenn Francesco Scognamiglio von seiner Abneigung nicht etwa gegen moderne Kunst, sondern gegen zeitgenössische Pizza spricht. Mit diesem Intro macht der Inhaber vom Restaurant Partenope #081 in Berlin unmissverständlich deutlich, dass er glühender Lokalpatriot und Anhänger der echten Küche seiner Heimatstadt Neapel ist. So gibt es in seinem neuen Lokal neben der wahren neapolitanischen Pizza vor allem die typischen lecker glänzenden Häppchen und spezielle Gerichte, die in Berlin nicht so einfach zu finden sind. Wir empfehlen, hungrig ins Restaurant zu gehen, keinen Gedanken an Kalorienzählen zu verschwenden und sich ganz entspannt dem paradiesischen Streetfood aus Neapel hinzugeben.

Frittierte Glücksmomente

Von der Frittatina alla Genovese, Arrancini fritti al riso, Parmigiana-Bällchen über gefüllte frittierte Zucchiniblüten und Algen-Zeppoline reichen die poetisch klingenden Vorspeisen, die in Gaumen und Magen diese unbeschreibliche, fast kindlich unschuldige Freude jenseits von Superfood und Proteinbroten auslösen. Kleine frittierte Glücksmomente sind das, die uns Francesco und seine Partnerin Paulina Olechowska im Restaurant Partenope #081 servieren. Die entzückende Paulina kommt aus Polen, parliert aber passend zum Spirit des Lokals mit perfekt süditalienischem Zungenschlag.

Authentisch neapolitanische Gerichte

„Wir wollen neapolitanische Rezepte bekannt machen, von denen Berlin nicht einmal den Namen kennt: Neben den frittierten Spezialitäten findet man bei uns zudem die zeitlose Pasta e Patate (Pasta mit Kartoffeln), die Rigatoni mit Genovese-Ragout, die Salsiccia alla Napoletana“ erklärt Francesco. Außerdem stehen ein paar neu interpretierte Klassiker wie die Pasta mit Salsiccia, Auberginen und Piennolo-Tomaten oder das Risotto mit Spargel, Guanciale und Pecorino auf der Karte – als kleines Zugeständnis an den Zeitgeist gibt es die Pasta übrigens auch glutenfrei. Selbstredend kommen alle Zutaten direkt aus Neapel: Die Pasta aus der Manufaktur “La Fabbrica della Pasta” in Gragnano, die Tomatensoße aus einer kleinen neapolitanischen Firma und der Büffelmozzarella aus Mondragone in der Provinz von Caserta.

Die Pizza von Partenope 081

Die traditionelle neapolitanische Pizza ist im Partenope 081 groß und mit einem Rand zwischen einem und zwei Zentimetern. «In Neapel nennen wir sie ‘a ruota di carretta’, (deutsch: Wagenrad) erklärt Francesco. «Wir werden sie aber auch ‘a portafoglio’ anbieten, also gefaltet wie ein Sandwich, damit man sie gleich unterwegs essen kann, genau wie in Neapel.“ Auch hier sind die Zutaten von höchster Qualität. Glücklicherweise kostet die Pizza Margherita als echtes Volksgericht hier nicht mehr als 7 Euro – statt auch gerne mal dem Doppelten in der unmittelbaren Friedrichshainer Nachbarschaft.

Homers Sirene als Namensgeberin

Hinter der #081 im Restaurantnamen versteckt sich übrigens die telefonische Durchwahl für die Provinz von Neapel. Die Sirene Partenope aus der griechischen Mythologie soll die Bucht Neapels mit ihren Tränen gefüllt haben, so dass die Stadt ihr den historischen Namen verdankt. In jedem Fall spricht das am 26. Juni 2021 eröffnete Restaurant Partenope #081 im Szene-Kiez am Boxhagener Platz ein echter Hotspot für Italien-Foodies zu werden. Weinen werden sie höchstens vor Glück.

In Zukunft wird es übrigens auch einen Online-Shop geben, damit alle Produkte direkt nach Hause bestellt werden können. Besonders attraktiv klingt das Pizza-Set mit Pizzateig und allen Zutaten, um eine echte neapolitanische Pizza zu Hause zu backen.

Partenope #081, Gärtnerstraße 15, 10245 Berlin, partenope081.com

Online-Cooking-Masterclass mit Matteo Metullio von Harry’s Piccolo Restaurant

Online-Cooking-Masterclass mit Matteo Metullio von Harry’s Piccolo Restaurant

ITALCAM lädt zum virtuellen Meister-Kochkurs

Als die Einladung zur Online-Cooking-Masterclass mit Matteo Metullio und Davide Da Pra ins Haus flattert, zögere ich keine Sekunde und bestelle das Paket mit typisch friulanischen Produkten für ein Risotto mit Formadi Frant-Käse und San Daniele-Forelle. Nicht nur, dass der gebürtige Triestiner Chef seiner Heimatstadt 2 Michelin-Sterne eingebracht hat und das Team Metullio-Pra zu den interessantesten Auftsteigern der italienischen Gourmetszene zählt. Auch, dass Reisen und Restaurantbesuche in Zeiten der Pandemie zu einem Sehnsuchtsgut geworden sind und wir kreative Initiativen wie die von PromoTurismo Friulisch Julisch Venetien und ITALCAM organisierte Online-Cooking-Masterclass mit Matteo Metullio als großartige Abwechslung zum monotonen Lockdown-Leben begrüßen.


Davide Da Pra (links) und Matteo Metullio, auf der Piazza dell’Unita d’Italia in Triest

Die ersten zwei Michelin-Sterne für Triest

Es sind die ersten Zwei-Michelin-Sterne in der Geschichte der mitteleuropäischen Stadt par excellenze, vereinen sich hier im Nordosten Italiens doch die slawische, österreichische und italienische Kultur. Mitten in der Hauptstadt der Region Friaul-Julisch Venetien befindet sich die atemberaubend schöne Piazza dell’Unità d’Italia mit dem traditionsreichen Luxushotel Duchi D’Aosta. Eine bessere Adresse hätte Matteo Metullio mit seinem Sous-Chef Davide Pra für die Gründung des Gourmetrestaurants Harry’s Piccolo kaum finden können.

True Italian Taste: Beste Produkte aus Italien

Die Online-Cooking-Masterclass mit Matteo Metullio findet im Rahmen von True Italian Taste statt, eine Aktion des italienischen Außenministeriums, die auf die hohe Qualität authentisch italienischer Lebensmittel aufmerksam machen möchte. Wir freuen uns also auf die einmalige Gelegenheit, mit dem Dreamteam gemeinsam auf Zoom ein CREMIGES RISOTTO MIT KÄSE «FORMADI FRANT», MEERRETTICH UND GERÄUCHERTER FORELLE zu kochen. Zu diesem Gericht mit DOP und DOC-Produkten der Region empfehlen die Köche die Weißwein-Cuvée Gramogliano 2019, die nach dem gleichnamigen Weinberg von Canus in Corno di Rosazzo benannt ist.

Insidertipps für Sterne-Risotto

60 TeilnehmerInnen sind der Einladung von ITALCAM zur Online-Cooking-Masterclass mit Matteo Matullio gefolgt. Auch Risotto-Profis dürften überrascht gewesen sein, dass der Sternekoch den Vialone Nano-Reis ohne Öl im Topf erhitzt und die richtige Temperatur mit der Hand überprüft. Erst dann löscht er mit Weißwein – idealerweise dem Gramogliano, den wir später zum Essen trinken – ab. Das köstlich nach frischem Heu duftende Tergeste DOP Olivenöl wird erst später zugegeben. Vorher rühren wir den Formadi Frant-Käse ein, der sich sofort im al dente gekochten Reis auflöst. Das intensive, fast an Schimmelkäse erinnernde Aroma dieses auschließlich im Friaul hergestellten Rohmilchkäses verleiht dem Risotto seinen charakteristischen Geschmack. Frisch geriebener Kren (Triestinisch für Meerettich) sorgt für delikate Schärfe, die Butter (in Ermangelung eines friulischen Originals nehmen wir französische) für die Cremigkeit. Die in Würfel geschnittene, geräucherte San Daniele-Lachsforelle toppt das Zusammenspiel dieses ganz besonderen Risottos.

Typische Weißweincuvée von Canus

Das zwar cremig anmutende und unschuldig wirkende Reisgericht überrascht mit einem aromaintensiven, handfesten Geschmack, der nach einem olfaktorisch ebenbürtigen Wein verlangt. Die komplexen Aromen des Bianco DOC Friuli Colli Orientali Gramogliano 2019 von Canus setzen mit kräftiger Säure einen gelungenen Konterpart zum Risotto. Genau wie die eingesetzten Zutaten spiegelt die Cuvée aus den regionaltypischen Rebsorten Friuliano, Pinot Grigio, Sauvignon und Ribolla Gialla die Region Friulisch Julisch Venetien perfekt wieder. Das Zusammenspiel beider evoziert die unberührte Natur Karniens, den Karst und die Traditionen mitteleuropäischer Küche aufs Allerschönste. Vielen Dank für die Online-Cooking-Masterclass mit Matteo Matullio und den virtuellen kulinarischen Ausflug ins Friaul! Welch ein Fest wird es sein, bei Matteo Metullio und Davide Pra das Original-Risotto genießen zu können. Diesen Sommer in Triest, hoffentlich.

Das Rezept

CREMIGES RISOTTO MIT KÄSE «FORMADI FRANT», MEERRETTICH UND GERÄUCHERTER FORELLE

ZUTATEN FÜR 1 PERSON

50 g Vialone Nano Reis
Weißwein ca 50 ml. (als Zugabe)
200 ml Gemüsebrühe
20 g gehäutete und entgrätete Räucherforelle 10 g frische Meerrettichwurzel
20 g Alpenbutter
10 g natives Olivenöl extra
25 g Formadi Frant Käse
Salz und Pfeffer nach Belieben

Die Zubereitung findet ihr auf dem Video der Online-Cooking-Masterclass mit Matteo Metullio und Davide Pra findet ihr hier.

True Italian Pizza Week 2020: Die besten Pizzerien in Berlin

True Italian Pizza Week 2020: Die besten Pizzerien in Berlin

Achtung Pizzafans: Vom 15.-21. Oktober findet die True Italian Pizza Week 2020 in Berlin statt. In dieser Woche bieten 30 der besten Pizzerien in Berlin eine Pizza zusammen mit einem Aperol Spritz für 12€ an. Zur Auswahl stehen immer zwei verschiedene Pizzen, die zum Teil extra für das Event kreiert wurden. Die Karte mit allem teilnehmenden Pizzerien liegt in den Restaurants aus oder steht bei True Italian zum Download bereit. Dabei überrascht nicht, dass – wie oft bei spannenden Restaurants – eine gewisse Konzentration im Ostteil Berlins zu erkennen ist. Aber auch am Ku’damm, in Schöneberg und Friedenau gibt es großartige Pizzerien zu entdecken.

Eine Frage der Zeit – und der richtigen Zutaten

Was macht nun eine authentische italienische Pizza aus? Wichtigstes Auswahlkriterium für die Teilnahme an der True Italian Pizza Week 2020 ist nicht die Nationalität des Pizzabäckers. Vielmehr geht es um die Wahl der Zutaten, wie etwa Tomatensoße bester Qualität, echte Mozzarella oder Fiordilatte. Desweiteren muss der Teig mindestens 12, besser 24 Stunden im Kühlschrank ruhen, während die Hefe geht. Dann müsse es allerdings schnell gehen, erklärt uns der neapolitanische Pizzabäcker Emanuele Bruni vom Restaurant Il Pizzaiolo in Kreuzberg. „Der Teig darf nur wenige Minuten bearbeitet und belegt werden, bevor er in den Ofen kommt. Eine kurze Backzeit bei hohen Temperaturen ist entscheidend, sonst verlieren die Zutaten an Geschmack. „Ein klassischer napoletanischer Holzofen muss es gar nicht sein, weiß Tosh Dirschka, Geschäftsführer des Il Pizzaiolo: „Dafür bekommt man heute sowieso keine Genehmigung mehr. Wir arbeiten mit einem Gasofen, der hohe Temperaturen und die typische Kruste genauso so gut erzeugt.“

Auftakt der Pizza Week im Il Pizzaiolo

Il Pizzaiolo hat erst im Dezember 2019 in Berlin Kreuzberg aufgemacht und nimmt zum ersten Mal an der True Italian Pizza Week teil. Die Pizzeria steht für typisch neapolitanische Pizza mit Zutaten höchster Qualität, die direkt aus Kampanien kommen. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung probieren wir hier die zwei Pizzen, die Emanuele Bruni extra für das Event kreiert hat. Die Donna Sophia mit Zucchinicreme, Fiordilatte-Mozzarella, Sardellen und gelben Piennolo- Tomaten vom Vesuv und die Positana mit Kürbiscreme, Provola (geräucherter Mozzarella), Salsiccia und Thymian. Köstlich schmecken beide, auch die kreativen Varianten mit Friarielli (einer Art napoletanischem Grünkohl) oder Feigen, Balsamico und Gorgonzola. Dass Emanuele sein Handwerk versteht (nicht umsonst hat er in der legendären Malafemmena in Friedenau gelernt), zeigt sich allerdings am besten bei einer einfachen Pizza mit Kirschtomaten. Hier kommen der perfekt zwischen Knusprig- und Fluffigkeit oszillierende Teig und die hervorragenden Produkte optimal zur Geltung.

Neu: Die Pizza Week in neun deutschen Großstädten

Nach drei erfolgreichen Veranstaltungen findet das Event dieses Jahr in acht weiteren deutschen Städten (Hamburg, Leipzig, Hannover, München, Stuttgart, Köln, Frankfurt und Düsseldorf) statt. Die True Italian Pizza Week ist das größte Event Deutschlands, das sich dem Symbol der italienischen Küche widmet (neapolitanische Pizza gehört seit 2017 auch zum UNESCO-Weltkulturerbe). Das Event wird von Berlin Italian Communication (Herausgeber des Berlino Magazine) zusammen mit Campari Deutschland veranstaltet. Weitere Partner sind die Italienische Botschaft in Berlin, die Gemeinde von Neapel und die italienischen Kulturinstitute von Berlin, Hamburg, München und Köln.

Restaurant Lubitsch: Großes Genuss-Kino in Charlottenburg

Restaurant Lubitsch: Großes Genuss-Kino in Charlottenburg

Zwischen Ku’damm und Savignyplatz befindet sich mitten in einem der schönsten Viertel Westberlins das Restaurant Lubitsch. Und genau hier passt das französisch angehauchte Bistrot mit einem Namen, der auf den kongenialen Berliner Schauspieler und Regisseur Ernst Lubitsch zurückgeht, bestens hin. Es reiht sich nahtlos in die Tradition von Berliner Institutionen à la Borchardt, Manzini und Grosz ein. Kein Wunder, denn genau von diesen Stationen kennen und lieben wir den gebürtigen Hamburger Ole Cordua. Er ist seit 2018 Inhaber des Lubitsch und zählt für mich zu den großartigsten Gastgebern Berlins. Mit dem kurz nach dem Mauerfall gegründeten Lokal verwirklichte sich Cordua gemeinsam mit seiner Frau Caroline den Traum vom eigenen Restaurant: „Die Zeit stimmte, die Straße, die Location – das Lubitsch war und ist der perfekte Ort.“

Frische Vorspeisen mit Twist

Perfekt präsentiert sich nicht nur die Location, sondern auch das, was im Restaurant Lubitsch auf den Teller kommt. Wir starten mit etwas, das ursprünglich als Gurkensalat auf der Karte stand. Nun wird es weit orgineller in Form eines geeisten Landgurken-Süppchens mit einer Art Börek serviert. Ebenso sommerlich schmecken der Salat aus großartig aromatischen bunten Tomaten und die Romanasalatherzen mit Avocadospalten. Küchenchef Michael Weigt, der seit 2019 zum Team des Restaurant Lubitsch gehört, erweist sich als echter Glücksgriff. Der gebürtige Görlitzer hat sich u.a. als Küchendirektor von Jo Laggner, als Chef de Cuisine im Tucholsky und zuletzt als Küchenchef im Borchardt einen Namen gemacht.

Modern interpretierte Klassiker zwischen Berlin, Paris und Wien

Neben saisonal wechselnen Gerichten stehen Klassiker der Brasserie-Küche auf der Karte des Restaurant Lubitsch. Dazu zählen u.a. Steak Frites, Plateau de Fruits de Mer und Barbarie-Entenbrust genauso wie hervorragendes Wiener Schnitzel, Original Königsberger Klopse und Senfeier. Verwendet werden ausschließlich hochwertige, marktfrische und vorwiegend regionale Zutaten, die von ausgewählten Lieferanten stammen. „Wir interpretieren traditionsreiche Gerichte neu, nehmen ihnen die Schwere, das Mächtige, modeln sie dezent um, machen sie leichter und zeitgemäßer“ sagt Ole Cordua. Die Idee geht auf, denn eines dieser klassischen Gerichte schmeckt besser schmeckt als das andere. Das liegt aber nicht nur an den Zutaten, sondern auch am Savoir-faire von Michael Weigt. Bei den Senfeiern etwa sorgt das pochierte und gebackene Ei für ein wunderbares Zusammenspiel aus Cremig- und Knusprigkeit, und das Wiener Schnitzel besticht mit bestem Kalbsfleisch und hat den Anspruch, noch etwas besser zu sein als etwa das des Borchardts – das Ergebnis überzeugt auf jeden Fall.

Ganz großes Westberliner Kino

Zum Abschluss gab es dann noch einen Käsekuchen, den ich angesichts seines exorbitanten Fettgehaltes normalerweise nur in homöopathischen Dosen verzehrt hätte. Dieses Exemplar schmeckte allerdings so köstlich, dass ich ihn bis auf den letzten Krümel inhaliert habe. Er war das i-Tüpfelchen, für das sich das Restaurant Lubitsch als Ort mit hohem Wohlfühlfaktor und mit Zeug zu einer echten Westberliner Institution erwiesen hat. Jenseits des schnelllebigen Berliner Restaurant-Hypes erleben wir hier ein tröstlich konservatives Verständnis von Gastlichkeit – und großes Restaurant-Kino. Das gefällt übrigens auch der Tochter des Namensgebers, Nikola Lubitsch, die nicht nur ein treuer Gast, sondern auch eine Freundin des Hauses ist. Vielleicht schaut auch Filmproduzentin Regina Ziegler, die als Besitzerin der legendären „filmkunst 66“ zu den Nachbarinnen zählt, gelegentlich rein. Wir jedenfalls kommen auf jeden Fall wieder. Ist ja glücklicherweise quasi vor der Haustür, das Lubitsch.

Lubitsch, Bleibtreustraße, 10625 Berlin | http://www.restaurant-lubitsch.de

Täglich ab 12 Uhr mittags.“Plat du Jour/ Businesslunch mit wechselnden Gerichten von 12 bis 16 Uhr.