Mitte ruft. Wir wollen raus an diesem Mittwoch im Oktober, der Lockdown liegt schon in der Luft und ein einsamer November vor uns. Herrlich ist es hier. Vor unserem Besuch im Bacg Berlin spazieren wir am sensationellen Hinterhof am Café Cinema  in der Rosenthaler Straße vorbei. Wer braucht schon New York, wenn sich gleich hinter dem Anne Frank-Zentrum ein pittoresk-urbaner Hinterhof auftut, der Vergangenheit und Zukunft vereint und so herrlich anders ist als das gediegene Charlottenburg? Selbst die Läden von Mainstream-Anbietern sehen hier wie coole Designerboutiquen aus: im H&M The Garden hängt neben feinem Cashmere & edlen Stöffchen auch das eine oder andere Burberry-Teil. Ein paar Meter weiter entdecken wir den Picknweight-Laden in der Münzstraße. Hier kauft man Vintage nach Kilos und könnte sich perfekt für jede Mottoparty einkleiden. Martina ersteht einen Hut von Leni Gockel und strahlt.

Family-Style in Mitte

Wir sind happy und betreten beseelt das einladend leuchtende Bacg Berlin direkt am U-Bahnhof Weinmeisterstraße. Eröffnet hat das stylische Restaurant mit Diner-Anmutung erst im Sommer 2020. Das jüngste Baby von Berlins Großgastronom Roland Mary hatte trotz Selbstläufer-Lage einen schwierigen Start. Mitten in der Corona-Pandemie fehlen die internatiolen Touristen, und besonders abends ist es beängstigend leer in der sonst pulsierenden Schönhauser Allee. Das Team unter der Leitung von Sorin Madularu ist jung und international. „Die meisten von uns sind Quereinsteiger, die liebevoll mit ihrer Message umgehen“ betont der Restaurantleiter. Tatsächlich wirkt der Service ausgesprochen angenehm und zugewandt, so ganz ohne die für Berlin-Mitte so typische coole Nachlässigkeit.

Streetfood zum Teilen

So international wie das Team und das zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz in die Knie gezwungene Berlin sind auch die frisch zubereiteten Speisen aus der Showküche. Das Produkt soll im Mittelpunkt stehen, höchste Qualität ist den Machern genauso wichtig wie der Geschmack. Für die hippe, gesundheitsbewusste Crowd sind neben Kebap & Co. auch vegane und vegetarische Alternativen wie Kürbissuppe oder ein kräutrig-frischer Avocado-Salat zu finden. Deshalb am besten ganz viel bestellen und dann teilen – im Bacg Berlin ist Family Style angesagt. Dazu eine hausgemachte Limonade, ein Aperol Sprizz oder ein Moscow-Mule: der Abend fängt gut an.

Frisches Kebap-Update

„Berlin based fresh food“ lautet das Motto des Bacg Berlin. Von den „Pimped Fries“ (unbedingt die mexikanische Variante mit Tomaten-Salsa, Jalapenos und Sour Cream probieren) über die Plates bis hin zu den namensgebenden „Bags“ ist alles hausgemacht. Letztere tragen auf der Karte den Untertitel „the other kebap“ und sind tatsächlich als hippes Update des Streetfood-Klassikers zu verstehen. Ins hausgebackene Sauerteigbrot kommen jede Menge frisches Gemüse und Salat, getoppt wird das Ganze dann mit Falafel, 24-48 Stunden mariniertem Tempeh, Huhn oder Rindfleisch. Wer Low Carb bevorzugt, bestellt die „Plate-Variante“ – unser Favorit war hier das Buttermilk lemon fried chicken in Bio-Qualität, dessen wunderbar zartes, zitroniges Fleisch knusprig frittiert und absolut unwiderstehlich auf den Tisch kommt.

Hausgebackene Kuchenträume

Wir könnten nicht satter und zufriedener sein. Bis ein Blick in die Vitrine mit Kuchen aus der hauseigenen Bäckerei neue Begehrlichkeiten weckt. Wir entscheiden uns schließlich für eine Schoko-Pecan-Tarte, den American Cheesecake und einen Carrot Cake, der die Ausmaße einer kleinen Hochzeitstorte hat. Sorin hat Erbarmen und packt uns ein himmliches Doggie-Bag, das am nächsten Morgen für neue Glücksmomente sorgt. Der Cheesecake könnte nicht cremig-zitroniger sein, die Schokoladentarte schmeckt genauso schlotzig wie beste Brownies. Und der Carrot Cake? Schlichtweg großartig: Welcome to Calorie-Heaven!

Take away – auch während des Lockdowns

Kurz bevor wir den Abend beenden, erreicht uns die Nachricht, dass im November wieder alles runterfährt. Sarin Madularu behält die Nerven, denn er glaubt an sein Konzept: „Wir verhandeln gerade mit Wolt, dem finnischen Essenslieferdienst, der erst im August in Berlin startete. „Die passen mit ihrem Portfolio perfekt zu uns.“ Und genauso clever wie diese Idee ist der ans Restaurant angeschlossene Kiosk. „Take away gehörte von Anfang an zu unserem Konzept.“ Ab sofort können alle Speisen auf der Seite Bacg & Weg vorbestellt und abgeholt werden. Wir drücken die Daumen. Und freuen uns auf unseren nächsten Moscow Mule oder Aperol Spritz auf der sonnendurchfluteten Terrasse mitten in der Mitte dieser tosenden Stadt.

Bacg Berlin, Neue Schönhauser Straße 1, 10178 Berlin, Tel: +49 (0) 30 34 666 785, info@bacg-berlin.de

Posted by:aperitivista1

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