Träumen im Kunstwerk

Träumen im Kunstwerk

Wandkünstler Michele Ormas verzaubert Schlafzimmer

Wie schön, wenn Träume wahr werden. Und wie einfach im Grunde, wenn Farbe dafür reicht. Natürlich nicht nur Farbe: Diese gelben, blauen und goldenen Töne in der Hand von Wandkünstler Michele Ormas, erfüllt mit kreativem Leben und umgesetzt in detailverliebter Genauigkeit, verzaubern ein kleines und unscheinbares Zimmer in ein Gesamtkunstwerk.

Die Idee

Mein Schlafzimmer ist im Grunde langweilig. Lang, schmal, dunkel. Trotzdem irgendwie gemütlich. Bislang eher orientalisch. Jetzt soll frischer Wind her. Anders. Kreativ. 15 m² Zimmer mit Nordfenster, Rückwand im Schatten. Ich möchte etwas anderes. Der Bühnenbildner und Wandkünstler Michele Ormas ist es, der mein Vertrauen gewinnt. Er wird der Künstler, der mein Schlafzimmer verzaubert. Ich lasse ihm freie Hand. Nur ein bisschen mische ich mich ein, den Rest mischt er. Er sieht mein Bett und mich darin als Mittelpunkt meiner nächtlichen Träume. „Alles, was Du in dieser Dimension erlebst, soll mit der Wandgestaltung illustriert werden“, sagt der charmante Italiener. Und zu Gesa sagt er: „So wie ich Martina in ihrer muntereren Intelligenz und Lebendigkeit wahrnehme, kam mir als Erstes das Bild eines Schmetterlings in den Sinn. So sind zwei Flügel, die sich gemeinsam mit ihrem Schatten bewegen, zum zentralen Gestaltungsmerkmal geworden – so als ob sie mit ihrem Rücken lebendige Spuren auf der Wand hinterlassen.“

Die Umsetzung – Wandkünstler verzaubert Schlafzimmer

Für Michele liegt in der halbdunklen Rückwand sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance. Er entscheidet sich für einen tiefblauen Anstrich (Farrow&Ball: Stiffkey Blue), der an den Seiten und an der Decke fortgeführt wird und so für eine dreidimensionale Tiefe sorgt. Als Kontrast und zur Aufhellung des Zimmers wählt er einen sonnengelben Kreis, den er mit gelber Abtönfarbe selber mischt, im Zentrum der blauen Rückwand – inspiriert vom amerikanischen Maler und Illustrator Norman Rockwell, der solche Kreise ikonenhaft als Hintergründe seiner komplexen Lebensszenen verwendet. Um den Kreis trägt er einen Rand in Blattgold auf, die Außenränder werden mit einer Zierleiste im selben Blau abgeschlossen. Für den Schmetterling erstellt er zunächst eine Schablone, die die Dimension zeigt und mit deren Hilfe er ihn auf die Wand aufträgt.

Verliebt ins Detail

Michele arbeitet gründlich. Den Kreis als Mittelpunkt klebt er exakt ab – keine Ahnung, woher er diese Präzision nimmt. Mit buddhistischer Ruhe zieht er seine Bahnen. Das gelbe Runde nimmt Formen an und strahlt schon bald wie eine Sonne. Ein interessanter Kontrast – gelb und blau. Mit goldener Farbe akzentuiert er den Kreis und teilt den Schmetterling, deren Lebendigkeit an das Farbenspiel eines Skarabäus erinnert. Michele Ormas versinkt meditativ über Stunden in das Akzentuieren der Flügel und fügt jedem Detail schon bald ein neues hinzu.

Das Glück im Kleinen

Ein bisschen dauert es, bis der Künstler final zufrieden ist. Am Ende hat er sorgfältig gearbeitet, den schwierigen Untergrund aus einer uralten Raufasertapete besiegt, ist unauffällig im Hintergrund aktiv gewesen, hat höflich gefragt, ob das Kunstwerk gefällt. Michele hat meine Gedanken gelesen, meine Wünsche erfüllt – und meine Seele berührt. Ich schlafe ab jetzt in einem Kunstwerk, meine Träume werden behütet von einem Schmetterling, und wenn ich nachts wach werde, fühle ich mich beschützt wie in einer magischen Kammer. Danke!

Fotoausstellung von Nanna Kuckuck: Modedesignerin zeigt digitale Arbeiten

Fotoausstellung von Nanna Kuckuck: Modedesignerin zeigt digitale Arbeiten

Alle Fotos von Eva Oertwig / SCHROEWIG | www.schroewig.com

Zur Vernissage der Fotoausstellung von Nanna Kuckuck ist am vergangenen Freitag halb Berlin ins Ellington Hotel gekommen. Seit vielen Jahren sorgt die Modedesignerin als Liebling der Stars für glanzvolle Auftritte auf dem roten Teppich. Zu den über 150 Gästen zählten Schauspielerin Marijam Agischewa und ihre Tochter Olivia Häntsch, Society-Lady Tini Gräfin Rothkirch, Musiker André Hermlin, Mode-Ikone Britt Kanja und Partner Günther Krabbenhöft, Plauder-Talker Ralph Morgenstern, Sopranistin Nadja Michael sowie Persönlichkeiten aus Kultur, Medien und Wirtschaft. Dem Corona-Virus zum Trotz drängten sich die Gäste in der Galerie des Ellington Hotels und genossen den Zauber dieses außergewöhnlichen Abends.

Moderne Symbiose aus Fotografie und Design

Nanna Kuckuck wäre nicht Nanna Kuckuck, wenn sie sich auf klassische Arbeiten an der Wand beschränken würde. Oder – wie einige ihrer Designer-Kollegen – schlicht Models in den eigenen Kreationen ablichten würde. Auf den Bildern der Fotoausstellung von Nanna Kuckuck „Photography & Textile Landscape“ spiegelt die Künstlerin Landschaften, färbt sie bunt ein und setzt schwarz-weiße Kontraste. Was dabei herauskommt, ist eine moderne Symbiose von Fotografie und Design. Die Nanna Kuckuck Art Collection steht für Kunst, die vom statischen Betrachtungsobjekt zu einem Teil des Lebens wird. Genau wie ihre Haute Couture-Kreationen wie Kunstwerke wirken, scheint sie ihre digitale Photo-Art wie Stoffe zu drapieren und Farben explodieren zu lassen. Was liegt da näher, als ihre in kleinen, handsignierten Auflagen erhältlichen Fotografien auch auf Blousons und Kissen zu drucken? So wird Kunst zum Alltag und Alltag zur Kunst.

Explosives Gesamtkunstwerk

Nanna Kuckuck kehrt mit ihren digitalen Fotoarbeiten zu ihren Wurzeln zurück. Als Tochter der Malerin Michaela Holzheimer und des Bildhauers Henner Kuckuck waren Kunst, Kreativität und Gestaltung immer ein selbstverständlicher Teil ihres Lebens. Neben ihrer Tätigkeit als Modedesignerin gab sie das Malen und Zeichnen nie auf. Nun hat sie mit der digitalen Fotografie eine weitere, moderne Ausdrucksform gefunden. Die größtenteils in Asien entstandenen Fotos bearbeitet Nanna Kuckuck am Computer, verlässt die realistische Ebene und schafft eine eigene Realität. Dank des ihr eigenen Gespürs für Räume verwandeln sich die weißen Wände des Ellington Hotels zur Vernissage in ein explosives Nanna-Kuckuck-Gesamtkunstwerk, in das die Betrachter*in rauschhaft hineingezogen wird.

Kuckuck als Antagonistin zu Lagerfeld

Wunderbar leichtfüßig kam die musikalische Begleitung der Hauptstadt-Harfistin Simonetta Ginelli daher, die in einer goldenen Kuckuck-Robe für Harfe adaptierte Klassiker unterpretierte. Eröffnet wurde die Fotoausstellung von Nanna Kuckuck von zwei sehr unterschiedlichen, aber gleichermaßen enthusiastischen Rednern. Weil die Künstlerin lieber in Bildern als in Worten spricht, übernahm Synchronsprecherin und Freundin Irina von Bentheim die Begrüßung für sie: “ Die Idee enstand während einer gemeinsamen Bootstour auf der Müritz“ erzählt sie. „Wir hatten turbulente Wetterverhältnisse, die Nanna mit ihrer Kamera dokumentierte.“ Deshalb gehört die Trilogie der dramatisch leuchtenden Gewitter-See-Landschaft auch zu den Fotos von Nanna Kuckuck, die sie am wenigsten bearbeiten musste. Medienpsychologe und Kunstexperte Jo Groebel zieht gar Vergleiche zu großen Fotografen: “ Für mich ist Nanna die Antagonistin zu Karl Lagerfeld. Auf unterschiedliche Ausdrucksweise schafft sie es, das Abstrakte in den Landschaften hervorzuheben und dadurch sofort Aufmerksamkeit zu erzeugen.“

Dekorativ und erschwinglich

Modern und puristisch zwischen Plexiglas gespannt, wirken die Fotos von Nanna Kuckuck ausgesprochen dekorativ. Sie zählen zu der Art von Kunst, die man sich gerne übers eigene Sofa hängt – und sich angesichts (noch) günstiger Preise auch leisten kann. Erhältlich sind die Fotografien in handsignierten, auf fünf Stück limitierte Auflagen. Zur Nanna Kuckuck Art Collection zählen auch mit den Fotografien bedruckte Blousons und Kissen. Nach Ende der Ausstellung können die Fotos und Designs von Nanna Kuckuck in ihrem Atelier gesichtet und erworben werden.

Mehr Infos zu Nanna Kuckuck: www.nannakuckuck.com

Der Apfel fällt nicht weit vom Pferd – Weltpremiere in der Bar jeder Vernunft

Der Apfel fällt nicht weit vom Pferd – Weltpremiere in der Bar jeder Vernunft

Der wilde, wilde Westen fängt gleich in der Schaperstraße an. In der Bar jeder Vernunft reiten, fluchen, schießen, singen und tanzen ziemlich verruchte Kerle und parodieren alles, was Bonanza, High Chaparral, Buffalo Bill, John Wayne und alle Klischees von Freiheit und Abenteuer in staubiger und karger Landschaft so hergeben: „Die 5 glorreichen Sieben“ – eine Weltpremiere mit Cowboyhut und Lagerfeuerromantik. Und eines vorneweg: alle bislang geplanten Vorstellungen sind ausverkauft! Wann auch immer eine Show dazwischengeschoben wird – und das passiert bestimmt: Karten kaufen, hingehen, Spaß haben.

Hier ist alles einfach irre, beginnend mit dem Titel. Fünf sind in der Tat nicht wirklich sieben, machen aber Stimmung für mindestens zehn. Und das die Kerle im Stehen pinkeln und sich gerne in den Schritt greifen wäre eventuell peinlich, wenn sie wirklich Männer wären. Aber hinter angeklebten Bärten, großen Hüten und weiten Klamotten verbergen sich die grandiosen Schauspielerinnen Katharina Thalbach, Meret Becker
Anna Fischer, Anna Mateur und Andreja Schneider.

Das Fräulein Schneider der Geschwister Pfister hatte, gemeinsam mit Lutz Deisinger, die Idee für diesen Klamauk. Und beim großen Manitu: die Damen sind wirklich nicht zu erkennen! Tatort-Kommissarin Meret Becker spielt den Trickbetrüger Mysterie – und würde sie nicht am übergroßen Galgen wie am Trapez einen Spagat hinlegen – sie wäre inkognito geblieben. Die Größte aller Kleinen, Katharina Thalbach, spielt die faulste Sau von Mexiko und brummt „Wand’rin’ Star“ deutlich tiefer als jemals  Lee Marvin. Andreja Schneider selbst ist der Reverend, der sich zunächst des Halbblutes Chico (Anna Fischer) annimmt und dann auch noch vom Plappermaul Bud Butterfahrt (Anna Mateur) in Grund und Boden gequatscht wird. So genial die Verkleidung, so aufregend der erste Auftritt nach der Pause. Aus den schweren Jungs werden leichte Mädchen mit sexy Corsagen und allen Zoten, die die Damen im Saloon so hergeben können. Sie schießen gleichfalls scharf – wenn auch mit Worten.

Die 5 glorreichen Sieben sind grandiose Masken, atemberaubende Wechsel zwischen den Geschlechtern, mitreißende Musik, Lagerfeuerromatik und hinreißende Genre-Komödie. Untermalt von den Geräuschen, die am Bühnenrand von Peter Sandmann produziert werden. Knallende Backpfeifen, das Heulen des Windes und Pferde im Galopp – alles kommt aus seiner Retorte.  Während die Damen die Bühne rocken und neben grandioser Spielfreude auch den einen oder anderen Country-Song hinlegen, sorgen die Herren am Rand für den nötigen Geräuscherahmen.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Man(n) findet sich, erkennt einen gemeinsamen Feind, reitet zusammen nach Tombstone und – Achtung: Spoiler! – erledigt das fiese Dreckschwein. Ende gut, alles gut: beim Happyend reiten sie mit angeschnallten Pferdepopos gemeinsam in den Sonnenuntergang. Freunde für immer.

Genauso prominent wie auf der Bühne war das Premierenpublikum. Und egal ob Politiker, Sängerin, Schauspielerin oder Meisterkoch: Alle waren sich einig, dass es ein außergewöhnlicher Abend war.   

Christine Bovill in der Bar jeder Vernunft: Tonight You Belong To Me

Christine Bovill in der Bar jeder Vernunft: Tonight You Belong To Me

Die Mischung war perfekt: fast schon intime Clubatmo, eine brillante Sängerin mit rauchigem Jazz- und Blues-Timbre in der Stimme, amüsante Geschichten aus den Roaring Twenties in Amerika mit Liedern, die mein Herz berühren. Christine Bovill, bekannt und ausgezeichnet für ihre Interpretation französischer Chansons, entführt ihr Publikum in die wilde Zeit zwischen 1919 und 1929, in die Roaring Twenties.

Roaring Twenties

Ihr Auftritt in Bar jeder Vernunft ist minimalistisch – nur ein wenig Dekoration , mal ein Stirnband im 20-Jahre-Look, eine Whiskeyflasche in der Hand, ein wenig Rauch aus der Nebelmaschine und schon ist ihr Publikum hundert Jahre zurück. Sie erzählt aus der Welt der „Flapper“, der eigenwilligen und sich erstmals emanzipierenden Jazz-Ladys, die sich von ihren Männern, langen Mähnen und engen Korsetts befreiten, von starken Jungs und leichten Mädchen, der Prohibition, dem Alkohol-Schmuggel und Gangstern wie Al Capone, die damit reich wurden. Babylon Berlin in Amerika.

Illegale Nachtclubs und die Anfänge des Jazz

Mehr als 30 000 illegale Nachtclubs in geheimen Kellern soll es damals in New York gegeben haben. Was für eine Zeit. Sie interpretiert die Lieder, die bis heute unvergessen sind, von Komponisten, die Geschichte geschrieben haben:  Cole Porter, Irving Berlin, George Gershwin. Tonight, You Belong To Me, Puttin’ On The Ritz, Blue Skies, Ol’ Man River, Bye Bye Blackbird – Evergreens, unvergessen, für immer Hits.

The Lady is a Tramp

Sie erzählt von F. Scott Fitzgeralds „Great Gatsby“, erinnert an die New Yorker Schriftstellerin Dorothy Parker und ihren Kampf für das Frauenwahlrecht, den Piloten Charles Lindbergh, dem im Mai 1927 erstmals mit seiner „The Spirit of St. Louis“ der Atlantiküberflug von New York nach Paris gelang, an die Jazzlegenden Betty Smith und Josephine Baker, die 1926 beinahe nackt, nur mit Bananenröcken bekleidet, auch Berlin verrückt machte und wie eine Göttin gefeiert wurde. Nach der Pause erscheint sie als Tramp mit Charlie-Chaplin-Bärtchen und interpretiert zum Weinen schön seinen Welthit „Smile“.

Schwarze Musik im New York der 20er Jahre

Aber auch die Rassendiskriminierung ist Thema, wenn sie vom Erstarken des Ku Klux Klan erzählt und dem Schicksal schwarzer Musiker auf schillernden Bühnen  – stets vor einem weißen Publikum. Die ehemalige Lehrerin aus Glasgow spricht, lacht, flirtet, haucht, singt und entführt so an den Broadway, die Clubs in Harlem und die dunklen Gassen New Yorks –  in ein wildes, melancholisches, sinnsuchendes, amüsiersüchtiges und sexbeladenes Jahrzehnt – stets wunderbar begleitet von ihrem Pianisten Michael Bradey.

Seeliges Publikum

Und nicht nur auf der Bühne ist sie greifbar, nah, charmant, amüsant. Auch beim Empfang nach der Premiere ist sie authentisch. Und glücklich, dass sie ihr Berliner Publikum erreicht hat. Ein Publikum, das ihre Witze verstanden und an den richtigen Stellen gelacht hat und beseelt mit einem Glas in der Hand auf einen perfekten Abend anstößt.  Ich bin glücklich für diesen zauberhaften Abend und die handsignierte CD, die Gesa mir geschenkt hat. Vielen Dank!!!!! Und nur um den anderen Gästen nicht den Abend zu versauen, habe ich nicht mitgesungen….

Die kommenden Auftritte

Am 9. und 10. September 2019 ist Christine Bovill nochmals in Berlin. Karten und mehr Infos gibt es in der Bar Bar jeder Vernunft!

Über Kräuter und Kunst: Gin- und Design Tour bei Motel One

Über Kräuter und Kunst: Gin- und Design Tour bei Motel One

 

 

Eigentlich mag ich keinen harten Alkohol, und ein ausgewiesener Fan von System-Hotellerie bin ich auch nicht. Aber nichtdestotrotz: die Einladung zur Design- und Gintour klang vielversprechend, neue Hotelbar-Konzepte interessieren uns Aperitivistas immer und wir uns lassen gerne überraschen. Direkt im ersten Motel One am Alexanderplatz fuhren wir nach dem (zum Glück) alkoholfreien Begrüßungscocktail in die One Lounge im vierten Stock, die wie alle deutschen Häuser der Budgethotel-Kette über eine handverlesene und sorgfältig ausgewählte Gin-Karte mit knapp 50 Sorten verfügt. Dazu kommen 10 Berliner Destillate, darunter die Gins von Mampe Spirituosen, BLN Gin (vorgestellt von Petr und Philip) und UrbanGin (mit Destillateurin Anna Stippl vor Ort).

 

 

Die Bar des 2017 eröffneten Hotels hat einen Superblick, leuchtet schick und die Barkeeper wissen, wovon sie reden. Wir erfahren, dass ein guter Gin nicht nach Alkohol riecht, sondern nach den weiteren Zutaten, den sogenannten „Botanicals“. Bisher dachte ich, eine gute Nase zu haben (und die an der Bar ausgestellten Kräuter würde ich tatsächlich blind am Geruch erkennen), beim Gin versagt sie aber kläglich. Ich rieche: Alkohol, vielleicht etwas Minze beim „Kreuzberg“ von Mampe, ein wenig Ingwer beim „Ginger“ und diffuse, dezente Noten beim „Berlin Urban Gin“. Deshalb beschließe ich, sicheres Terrain zu betreten und wage, nach Gin als Aperitif zu fragen. Yvonne, Barchefin am Alexanderplatz, lässt mich zum Glück nicht auflaufen und versichert mir, dass Gin sich hervorragend als Start in den Abend eigne. Ich möchte gerne etwas mit den Orangenblüten von BLN GIN probieren. Dazu gibt sie einige wenige Dashes Celery und Orange Bitters ins Glas, eine Gurkenzeste und eine Limettenscheibe dazu und mixt das Ganze mit Gin und Tonic von Feaver Tree. Bitter, speziell und … köstlich, finde ich.

 

 

Das Motel One am Spittelmarkt erreichen wir zu Fuss und trödeln offenbar zu sehr – deshalb ist der Waldmeister-Eiswürfel in unserem Cocktail bereits geschmolzen und es ensteht eine Art flüssige, alkoholisierte Götterspeise. Dekoraktiv, klebrig und so lecker wie  der Wackelpudding in der 70ern. Die Rezeption verschwindet bewusst hinter der allgegenwärtigen Bar, und das Motel One-Türkis in den Uniformen der Mitarbeiter setzt allenfalls noch Akzente in einem urbanen, künstlerisch aufgepimpten Hoteldesign, das von aufwändig inszenierter Glaskunst über stilvolle Designer-Sofagruppen bis hin zu Arbeiten lokaler KünstlerInnen reicht – in diesem Haus sind das moderne Gemälde von Berliner Persönlichkeiten wie Hildegard Knef oder Marlene Dietrich.

 

 

Anna Stippl stellt uns ihren Berlin Urban Gin vor, der im geschmacksgeschulten Familienunternehmen aus selbst gesammelten Botanicals und deren Destillaten hergestellt wird. Es handelt sich dabei offenbar um einen „Mädchen-Gin“, denn wir Frauen sind geschlossen begeistert (auch vom Design der Flasche), unsere Gin-geübten männlichen Kollegen vom VT-Verlag bevorzugen hingegen eher die kräftig-waldigen Gin-Varianten. Auf dem Tisch stehen hübsche Dosen mit Nüssen, Tüten mit Edel-Chips knistern und wir werden – wie beim köstlichen Fingerfood am Alex – angehalten zuzugreifen – schließlich brauchen wir ja eine Grundlage, denn die nächste Gin-Etappe im ebenfalls redesignten Motel One Mitte in der Prinzenstraße steht noch aus.

 

 

Barkeeper ist Christos, der in seiner griechischen Heimat einen fruchtigen Mule aus Caramelsirup, Limette, Tonic und Orangenzeste zaubert – für mich das leckerste Getränk des Abends. Hinter uns hängt das Herzstück der Lounge, eine eindrucksvolle Arbeit der deutsch-amerikanischen Künstlerin Freddy Reitz, die in Form einer farbstarken Urban Art-Collage  die vielen historischen und touristischen Meilensteine Berlins aufgreift, vom KadeWe über den Mauerfall bis zur Fashion Week. Kunst ist hier wie in den anderen Motel Ones glaubwürdig in das Design-Konzept eingebunden, genauso authentisch hip wie die Hotelmanager, die von Optik und Habitus her einem typischen Berliner Start-up entsprungen zu sein scheinen. Nachdem die One Lounge am Zoo bereits zu einer meiner Lieblingsbars geworden ist, gebe ich meinen Widerstand gegen die einst uniform gestalteten Motel Ones auf: die immer noch von der Inhaberfamilie Müller geführte Edel-Budget-Kette hat heute Abend auf ganzer Linie überzeugt: Wir hatten einen wirklich tollen Abend. Danke auch an Roaya und Nathalie von BISS PR, ebenfalls tolle Gastgeber. See you soon for a drink!

 

 

 

Karl Lagerfeld ist tot. Erinnerungen an zwei außergewöhnliche Begegnungen

Karl Lagerfeld ist tot. Erinnerungen an zwei außergewöhnliche Begegnungen

Vielleicht ist es 20 Jahre her, vielleicht auch länger. Aber es gibt Begegnungen und Erinnerungen, die unvergesslich und jederzeit abrufbar sind und auch nach Jahrzehnten noch Gefühle auslösen: Bei mir ist die Begegnung mit Karl Lagerfeld verbunden mit Aufregungen, Spannung, Nervosität, Panik, Frustration und Glück. Und ich bin über mich hinausgewachsen – das Schicksal ist manchmal wirklich ein Schelm.

Damals kam Karl Lagerfeld kam nach Berlin in das von ihm neu entworfene Schlosshotel Gerhus im Grunewald.   Für seine Designideen sollte dem Meister seine nach ihm benannte Suite lebenslang zur Verfügung stehen. Lagerfeld war damals schon ein Weltstar – Modedesigner, Fotograf, Verleger, Sammler. Eine Ikone, ein Genie, Visionär; einflussreich, mächtig, leidenschaftlich. Ein Mann mit tausend Talenten, der es hasste, sich zu langweilen oder von langweiligen Menschen umgeben zu sein. Ich war für ein Interview angemeldet. Und hatte Bammel – Lagerfeld galt als schwierig und mitunter zickig, ungeduldig und anspruchsvoll. Und ich war, nun ja: frech, vorwitzig, neugierig und jung. Damals noch als Chefreporterin beim Radio und mein Chef wollte, dass ich mindestens eine Stunde – unterbrochen von Musik – mit einem aufgezeichneten Interview füllen konnte. Das war schwierig: Lagerfeld sprach schnell in kurzen Sätzen, er hetzte durch die vielen Presse-Gespräche. Also hielt ich ihm mein Mikro vor den Mund und fragte drauf los. Heute würde ich mich vieles nicht mehr trauen (Erfahrungen bremsen die Spontanität  – damals gehörte mir die Welt;-) Lagerfeld müsste von klugen Fragen inspiriert werden – sonst verlor er die Lust. Also versuchte ich ihn zu inspirieren.  Ich hatte genau 20 Minuten. Und habe sie bis zur letzten Sekunde gefüllt. Was ich gefragt habe, weiß ich nicht mehr, aber ich erinnere mich deutlich an das gelegentliche Zucken seiner Augenbrauen 😉

Mein Aufnahmegerät war so eine Art Kassettenrecorder – so haben wir damals noch Radio gemacht. Im Studio allerdings erwartete mich wenig später die größte Katastrophe, die ich bis dahin beruflich erlebt hatte: das Gerät hatte nicht aufgezeichnet! Mir wurde schwarz vor Augen und speiübel vor Angst! Kleinlaut beichtete ich diese Panne meinem Chef. „Egal wie Sie es anstellen, Frau Conradt! Sonntag läuft ein Interview mit Karl Lagerfeld. Die Ankündigung läuft bereits im Programm. Also besorgen Sie ein Interview!“ Das Gespräch war, nun ja, nicht wirklich freundlich verlaufen…

Karl Lagerfeld hatte Berlin natürlich längst wieder verlassen. Er stand kurz vor einer großen Modenschau in Paris. Rückblickend wundere ich mich über mich selber, wie ich es geschafft habe, Unmögliches möglich zu machen. Das erste Gespräch mit seinem Büro war ernüchternd: es gäbe eine Warteliste von MONATEN! Internationale Journalisten aller möglichen großen, mächtigen und einflussreichsten Zeitschriften würden geduldig warten, bis König Karl mal Zeit haben würde. Kurzum – es gäbe keinen Termin!!! Schon gar nicht für mich. So ein unbedeutender Radiosender in Berlin…. Mon Dieu!!!! Wie auch immer ich die Leute bequatscht habe… ich habe wirklich einen zweiten Termin bekommen: Am nächsten Tag in seinem Atelier bei Chanel in der Nähe der Avenue des Champs-Élysées in Paris. Ich flog also abends nach Paris – mein erstes Mal in der Stadt der Liebe. Nervös, mein Aufnahmegerät 2000mal gecheckt, völlig überfordert mit der Wahl meiner Garderobe (ich als Jeansmädchen habe mich für ein schreckliches braunes Kostüm entschieden – es muss in seinen Augen äußerst geschmerzt haben). Mein billiges Hotelzimmer war ein Dreckloch mit benutzter Bettwäsche, aber das war egal:  und meine Nerven lagen blank! Am nächsten Morgen war ich überpünktlich dort. Der Meister saß bereits an einem beeindruckend großen,  halbrunden Tisch.  Es wirkte wie eine futuristische Kommandozentrale. Vor ihm ein eleganter Behälter mit Bleistiften – alle hellgrün, in der gleichen Länge und sauber angespitzt. Ansonsten war der Tisch leer. Er arbeite schnell und konzentriert. Spindeldünne, blutjunge Models standen vor ihm, seine Schneiderinnen – alle nicht mehr jung – reagieren auf jeden Blick ihres Meisters. Sie steckten und rafften, schnitten und drapierten Stoffe auf dem Weg zur Haute Couture. Er selber dirigierte mit lässigen Handbewegungen, zuckenden Augenbrauen (das kannte ich ja bereits) und wenigen Worten. Seine Chef-Directrise schien immer schon Sekunden vorher seine Gedanken zu erraten.  Mich würdigte er keines Blickes.

So ging es Stunde um Stunde – ohne Pause. Nirgends schien auch nur eine winzige Lücke für mich eingeplant. Ich ging nicht auf Klo, aus Angst, meinen Slot zu verpassen –  und hatte nichts zu essen oder zu trinken dabei. Man bot mir auch nichts an. Ich saß am Rand des Ateliers und guckte zu. Meine Frustration und die Angst, nicht nur ohne Interview, sondern auch noch mit reichlichen Spesen meinem Chef unter die Augen zu treten, waren enorm. Nachmittags gab es eine winzige Pause. Die Models und Schneiderinnen, die Sekretärinnen, Pressemenschen und Musen, die überall rumlungerten, durften essen – es gab gekochten Schinken. NUR gekochten Schinken. Ohne Brot. Ich saß brav auf meinem Stuhl und wartete. 12 Stunden. Das war wohl meine Strafe für meine vorlaute Berliner Schnauze und die nicht so passenden Fragen, die ich gestellt hatte. Abends um 21 Uhr wurde ich erlöst. Er kam zu mir und beantwortete in seinem unnachahmlichen Stakkato meine Fragen. Ich hätte sauer sein müssen. Aber ich war nur dankbar. Ein großer Moment, den ich allein mit Karl Lagerfeld geteilt habe. Eine unvergessliche Geschichte in meiner beruflichen Biografie. Das erste Mal Paris und dann diese Begegnung. Es war die Vor-Handy-und-vor-Internet-Zeit… Kein Facebook, kein Twitter, keine Fotos. Aber die Bilder sind mir ins Herz berannt.

Heute habe ich einen Nachruf von einer bekannten Journalistin gelesen – sie hat über Lagerfelds geniales Lebenswerk referiert und es bedauert, es in 20 Jahren nicht geschafft zu haben, den Meister einmal zu interviewen. Nun, ich hatte ihn zweimal – innerhalb von drei Tagen. Und er verabschiedete mich tatsächlich mit einem Lächeln.

Lagerfeld ohne Lagerfeld.jpg

Zum Foto: Es ist ein Handy-Schnappschuss von der magnetischen Bilderwand an meinem Kühlschrank. Leider keines von mir und Karl – das gibt es nicht. Aber Arnold Schwarzenegger und Gorbatschow sind ja auch nicht so übel. Das Baby ist übrigens meine Tochter, die ich damals mangels Babysitter mit auf die Pressekonferenz geschleppt habe. Im Anschluss durfte ich ihm einen Scheck überreichen. Wofür? Keine Ahnung, lange her…

Die Notte delle Stelle in Berlin: Italienischer Filmhimmel über der Hauptstadt

Die Notte delle Stelle in Berlin: Italienischer Filmhimmel über der Hauptstadt

Volker Schlöndorff ließ sich entschuldigen, dafür kam die noch betagtere Sandra Milo, einst neben Marcello Mastroianni in Fellinis 8 1/2 Wochen zu sehen. Die italienische Filmdiva war eine der vier PreisträgerInnen des „Premio Bacco 2019“, der zur 27. Notte delle Stelle in Berlin im Berliner Maritim Hotel verliehen wurde. Er hat sich zu einem wichtigen „Nebenpreis“ der Berlinale entwickelt. Wie der Name vermuten lässt, ist die Idee im legendären Restaurant „Bacco“ von Notte delle Stelle-Gastgeber und Promi-Gastronom Massimo Mannozzi entstanden, der sich 1993 hier mit Filmkritikern und Journalisten zusammenfand.  Seit Ende der 60er-Jahre verwöhnte er die Berliner Promi-Szene als einer der Ersten mit authentischer italienischer Küche. Als er seinem Restaurant in der Marburger Straße 2016 nach 49 Jahren Spitzenküche für immer „Ciao“ sagte, weinte die halbe (Westberliner) Stadt. Nun hält allein Sohn Alessandro die Familienfahne mit dem Edelitalienier „Bocca di Bacco“ hoch. Dennoch lässt Mannozzi senior es sich bis heute nicht nehmen, Ehrenvorsitzender und Sponsor des Preises zu bleiben.

Die PreisträgerInnen des Premio Bacco

Unter den PreisträgerInnen der letzten Jahre finden sich illustre Namen wie Henry Hübchen, Wim Wenders, Armin Müller-Stahl, Gabriele Salvatores, Francesca Neri, Moritz Bleibtreu, Bruno Ganz, Mario Monicelli, Claudia Cardinale, Franka Potente, Christian De Sica, Riccardo Scamarcio, Isabetta Ragonese, Lino Banfi, Til Schweiger, Catarina Murino, Martina Gedeck, Ornella Muti, Pierfrancesco Favino und  Mario Adorf. Die diesjährigen Trophäen der „Nacht der Sterne“ gingen neben Sandra Milo an die Schauspieler Sonja Gerhardt, Tobias Oertel und Raoul Bova. Die 85-jährige italienische Filmdiva strahlte nur so vor italienischer Grandezza und liebenswürdiger Herzlichkeit. Obwohl in Deutschland nicht halb so prominent wie in Italien, ließ sie sich genüsslich feiern und trat deutlich zugewandter auf als die seltsam verspannt wirkende TV-Aufsteigerin Sonja Gerhardt. Sie kam mit streng nach hinten gegelten Haaren zur Notte delle Stelle in Berlin. Ähnlich streng servierte sie auch Fans und Fotografen ab. So hatte selbst TV-Moderationsprofi Harald Pignatelli (als Halbitaliener ein langjähriger und versiert zweisprachiger Begleiter der Veranstaltung) sichtlich Mühe, ihr auf der Bühne ein paar freundliche Worte zu entlocken. Wie schade –  war sie als Rock’n Roll-Rebellin Monika in der Erfolgsserie Ku’damm 56 doch eine echte Sympathieträgerin gewesen.

Aperitivo Rosato und italienisches Dinner

350 Gäste (darunter der italienische Botschafter und Schirmherr der Veranstaltung, Luigi Mattiolo und Franco Moretti, Direktor des Puccini-Festivals „Torre del Lago) waren der Einladung von Cavaliere Massimo Mannozzi und Veranstalter Michael Wolf gefolgt, um die italienischen Momente der Berlinale zu erleben. Zum Aperitif erwies sich der auf der Tischkarte als „Prosecco“ deklarierte Schaumwein „LOVE“ zwar als Spumante, ließ sich mit einem Schuß Aperitivo Rosato von Ramazotti (unsere aktuelle Lieblings-Alternative zu Aperol) aber gut trinken. Am Tisch wurden italienische Klassiker wie Carpaccio di Manzo, Casarecce pugliesi und Involtini vom Kalb serviert – nichts Besonderes, im Rahmen der Möglichkeiten eines solchen Abends aber auch kein Ärgernis.

Italienische Spezialitäten auf der Piazza Italiana

Interessanter präsentierte sich das gastronomische Angebot auf der Empore, dort servierte etwa der Lieblingsitaliener des Berliner Westends, das Piccolo Mondo, Spaghetti aus der Parmesanform mit frischgehobeltem Trüffel, Umberto Gallo Zugaro von der Europäischen Sommelier Schule stellte Weine aus China vor und mit Nonnino war eine der berühmtesten italienischen Grappa-Brennereien zu Gast. Auf der „Piazza Italiana“ fanden sich die Beauty Lounge mit Coiffeur Jens Link und Massimo Manozzis Neffen Marco, der seinen Top-Visagisten André Beck mitgebracht hatte, um die blassen Winterwangen zu rougieren und erste Spuren der Nacht zu beseitigen.

Puccini-Arien und Bella Italia

Keine italienische Nacht ohne italienische Musik: die Arien der Sopranistin Sara Cappellini Maggiore (Puccini-Ensemble) und die italienische Band „Orchestra Luciano Nelli“verzauberten das Publikum genauso wie die italienischen Ohrwürmer von Pino Colucci alias Adriano Celentano. Auf der Bühne traten Tänzerinnen in Glitzerkostümen auf, die direkt dem Samstagabend-Programm von Rai 1 entstiegen zu sein schienen. Eine Truppe Cheerleaderinnen und tief dekollierte Damen setzten einen Kontrapunkt zur cool-eleganten Berlinale – bei diesem Ball schien alles ein wenig aus der Zeit gefallen zu sein: Es hätte nicht viel zur 60er-Jahre-Romantik samt Capri-Fischer gefehlt, so virtuos und gänzlich ironiefrei war das Bild der Deutschen von Bella Italia (und vielleicht auch der Italiener selbst) aus der Kostümkiste gezaubert worden.

Das muss nicht schlecht sein: Wir sind alles andere als intellektuelle Snobs, Berlin ist an anderen Ecken schließlich hip genug. Wir trällerten jedenfalls begeistert zu „Azzurro“ mit, tanzten wild und hatten einen großartigen Abend mit ausgesprochen netten Gästen – denn Italien-Fans waren alle hier, entweder qua Geburt oder qua: nennen wir es Herzensentscheidung.

Die Zukunft des Films ist weiblich! Female Film Cocktail zur 69. Berlinale

Die Zukunft des Films ist weiblich! Female Film Cocktail zur 69. Berlinale

Die eher an eine gemütliche Bibliothek erinnernde Lobby des Sir Savigny Hotels in der Berliner Kantstraße mutete an diesem Abend wie in den geschlechtergetrennten Salons zu Fontanes Zeiten an: Auf der einen Seite ausschließlich Frauen zu sehen, und reichlich Veuve Cliquot. Im dahinter liegenden Hotelrestaurant The Butcher tummelten sich hingegen nur Männer, die mit dem Verzehr von Angus Rind-Burgern mit testosterongeschwängerten Namen wie „The Cowboy“ oder „The Daddy“ beschäftigt waren. Letzeres Szenario war offenbar Zufall (schließlich hält die Edelburger-Braterei mit Trüffel-Pommes und der Hähnchenfleisch-Variante „The Butcher’s Wife Favourite“ einige wohl dem weiblichen Zielpublikum zugedachten Alternativen bereit), ersteres hingegen gewollt: Die Regisseurin Miriam Dehne hatte in Kooperation mit dem Sir Savigny-Hotel zum „Female Film Cocktail“ anlässlich der 69. Berlinale geladen – ganz bewusst von Frauen für Frauen. Eine wichtige, etwas andere Art der Berlinale-Einladung, der zu folgen für Aperitivista Ehrensache war.

 

 

Nicht, dass es der Berlinale an weiblicher Präsenz und an feministischen Botschaften fehlen würde: Wir erinnern uns an das Jurymitglied Rajendra Roy, der zur diesjährigen Pressekonferenz ein T-Shirt mit der Aufschrift „The Future of Film is Female“ trug und damit das inoffizielle Motto dieses Festivals prägte. Sieben von 17 im Wettbewerb vertretene Filme, so viele wie nie, stammen von Regisseurinnen, mit Juliette Binoche haben wir eine weibliche Jury-Präsidentin, und die Nachfolge von Dieter Kosslick wird Mariette Rissenbeeck in einer Doppelspitze mit Carlo Chatrian antreten. Last but not least hat die #MeToo-Debatte nach zahlreichen Enthüllungen über Missbrauch und sexuelle Belästigung im Filmbusiness zu einer weitreichenden Auseinandersetzung über den aktuellen Stand der Gleichberechtigung geführt.

 

 

Das alles ist gut und wichtig. Dennoch werden Frauen immer noch als stumme Requisisten behandelt und ihr Redeanteil fällt selbst als Protagonistin meist deutlich geringer aus als bei Männern. Frauen werden nach wie vor schlechter bezahlt und gelangen vor allem vor der Kamera und auf dem roten Teppich zu Ruhm und Ehre. Aus diesem Grund rief Anna Brüggemann, Schauspielerin und erfolgreiche Drehbuchautorin (für das gemeinsame Projekt „Kreuzweg“ erhielt sie mit ihrem Bruder Dietrich Brüggemann den Silbernen Bären in der Kategorie „Bestes Drehbuch“ und den „Preis der Ökumenischen Jury“) zur letzten Berlinale als deutsche Antwort auf #meToo den Hashtag #nobodysdoll ins Leben: „Wir Schauspielerinnen empfinden uns zwar als moderne, feministisch gesonnene Frauen, sobald es aber auf den roten Teppich geht, scheinen wir das vergessen zu müssen. Die Gleichberechtigung ist auf dem roten Teppich noch nicht angekommen. Im Gegenteil, das Frauen-, und auch Männerbild, das bei Festivaleröffnungen, Premieren und Preisverleihungen erwartet wird, kommt mir vor wie aus den fünfziger Jahren“. Den gemeinsam mit Medienboard-Chefin Kirsten Niehuus gestarteten Aufruf unterzeichnete ein guter Teil der ersten Garde deutscher Schauspielerinnen, sogar ein paar Männer reihten sich ein.

 

 

Anna Brüggemann ist eines der drei bekannten Gesichter, die Miriam Dehne und das Hotel Sir Savigny – vertreten durch die sehr für ein anspruchsvolles Kulturprogramm engagierte Regional Brand Relations Director Myriel Walter – an diesem denkwürdigen Abend zum Fireside-Talk auf die Bühne bitten. Zu ihnen gesellen sich Multi-Talent Mo Asumang, die ihre Karriere als TV-Moderatorin und Schauspielerin begann und sich heute als Buchautorin, Filmemacherin und Künstlerin kritisch mit Rassismus auseinandersetzt. Als dritte Teilnehmerin hat Miriam Dehne die mehr ausgezeichnete ungarische Theater-Schauspielerin und Tatort-Kommissarin Dorka Gryllus ausgesucht, die zwischen Ungarn und Berlin pendelt und als eine der vielschichtigsten Darstellerinnen der Gegenwart gilt. Gastgeberin Dehne, selbst Regisseurin und Drehbuchautorin, saß mehrfach in der Jury bedeutender Filmfestivals und hat sich die Förderung eines weiblicheren Filmbusiness auf die Fahnen geschrieben.

Gut so, denn der Weg ist lang und es gibt viel zu tun: einig sind sich die Frauen auf dem Podium darin, dass es mehr Solidarität unter Frauen geben und bei Projekten darauf geachtet werden sollte, andere qualifizierte Frauen einzubeziehen und Themen sorgsam auszuwählen: „Wenn man mutige Projekte macht, bleibt das nicht so pille palle“, betont Mo Asumang. Diese nimmt sie selbst in die Hand, sonst könne sie „warten, bis ich schwarz werde, und ich bin schon braun.“ Anna Brüggemann räumt ein, dass Frauen durch ihr Geschlecht nicht automatisch besser wären als Männer, und dass niemand in Sack und Asche gehen muss, um sich selbsbestimmt zu fühlen – aber der Blickwinkel gelte geändert: „Wir überlassen noch immer die Definitionsmacht, was als attraktiv gilt, dem patriarchalisch geprägten Blick, der inzwischen natürlich geschlechterübergreifend vorhanden ist. Holt euch die Definitionsmacht zurück. (…) Wir sind viele, wir sind klug, wir haben keine Angst und wir sind #nobodysdoll.“

 

 

Als sich Ulla Skoglund, Mitinhaberin der Schauspieleragentur Fitz & Skoglund zu Wort meldet, treibt sie die nach wie vor herrschende Schönheitsdefinition auf die Spitze: Sich für ihre ordinäre Ausdrucksweise entschuldigend, spricht sie davon, dass als Währung für Schauspielerinnen gilt immer noch gelte, ob sie „fuckable“ sei oder nicht. Im Publikum sitzt auch Birgit Gudjonsdottir, auf deren Initiative das deutschsprachige Netzwerk der Cinematographinnen (umgangssprachlich Kamerafrauen) gegründet wurde. Sie weiß sowohl von der meist weit unter dem Niveau der männlichen Kollegen liegenden Bezahlung zu berichten, die schon an der Wurzel darauf zurückzuführen sei, dass Frauen meist in kleineren, budgetschwachen Produktionen als Kamerafrauen arbeiteten, als auch von hanebüchen anmutenden Klischees: „Wer kommt eigentlich darauf, dass eine Frau keine Kameraausrüstung tragen kann? Jeder Säugling ist mit drei Kilo genauso schwer.“ Im Netzwerk können Produktionen die passenden Cinematographinnen gezielt suchen, womit ein sehr guter Schritt in Richtung weibliches Netzwerken getan ist.

 

 

Es wird lange und lebhaft diskutiert, trotz D-Jane tanzt keiner – die Themen sind offenbar zu spannend. Was das Essen angeht, scheint der Abend den unbelehrbaren Steinzeit-Theoretikern Recht zu geben: die (sehr leckeren, ja, ich liebe das Butchers) Maispops, die Süßkartoffel-Pommes und die vegetarischen Burger gehen weg wie warme Semmeln, während die Angus Rind-Patties traurig in die Küche zurück wandern: zumindest beim Essverhalten wurden alle Mann-Frau-Klischees wahr, und das ist in diesem Fall auch gut so.

 

Familientreffen des deutschen Films: Der Medienboard-Empfang zur Berlinale

Familientreffen des deutschen Films: Der Medienboard-Empfang zur Berlinale

Fotos: Aperitivista, Medienboard/Sebastian Gabsch

Alle waren sie da, die Größen des deutschen Film und Fernsehens. Über 2.000 Gäste feierten 15 Jahre Medienboard Berlin-Brandenburg am 1. Berlinale-Samstag im Ritz-Carlton am Potsdamer Platz und somit mitten im Berlinale-Epizentrum. Mit 18 geförderten Produktionen ist die MBB im offiziellen Festivalprogramm dabei, weshalb das gerade für weitere fünf Jahre im Amt bestätigte Geschäftsführungs-Duo Kirsten Niehuus & Helge Jürgens die Gäste auch sichtbar gut gelaunt begrüßte. „Der Junge muss an die frische Luft“ brachte einen „Scheck back“ und das internationale Branchenmagazin Variety präsentierte zum 5. Mal 10 Europeans to Watch, darunter Maria Dragus, Fahri Yardim und Aron Lehmann.

 

 

Wie immer war es rappelvoll und sehr warm – nie wieder werde ich im Smoking auf diese Party gehen! Ansonsten war das Outfit eine gute Wahl, denn im langen Abendkleid war hier kaum jemand unterwegs – eine der wenigen Ausnahmen waren die hinreißende Schauspielerin Dorka Gryllus und rbb-Berlinale-Expertin Marwa Eldessouky, die beide ein ganz ähnliches Hingucker-Tunika-Kleid von David Tomaszweski trugen, einmal in Pink und einmal in Grün.

 

 

Karoline Herfurth, Heike Makatsch, Katharina Schüttler, Tom Schilling und das Erfolgsgespann Mathias Schweighöfer und Florian David Fitz waren da, auch Regisseur Dietrich Brüggemann mit seiner Schwester Anna, die letztes Jahr die #nobodysdoll-Kampagne inizierte. Die Crew von „In aller Freundschaft“ war am Abend vorher bei der ARD Blue hour gesichtet worden, dafür sah ich Ludwig Telgte von „Deutschland 86“, Sonja Gebhardt (Ku’damm 56) sowie Hannah Herzog („Weissensee“). Als hoffnungslose Liebhaberin deutscher Vorabend-Serien (meine schlaue Freundin Christiane kann es bis heute nicht fassen, dass ich „Verbotene Liebe“ den allseits gehypten „Four Blocks“ vorziehe und das auch noch öffentlich auf einer sehr coolen Party zugegeben habe) konnte ich mein Glück kaum fassen, als ich Francis Fulton-Smith alias Dr. Kleist erblickte und meinen Töchtern (die meine banalen Fernseh-Neigungen geerbt haben) ein Selfie von uns beiden schicken konnte.

 

 

Und sonst? Das Angebot an prickelnden Getränken wurde selbstverständlich dem Aperitivista-Routinecheck unterzogen und erwies sich als erfreulich: Mein Favorit war der 2017 Riesling-Sekt Brut vom Weingut Pichterhof an der Mosel, der mir vom rheinland-pfälzischen Sponsor als qualitativ hochwertige Flaschengärung wärmstens ans Herz gelegt wurde, aber auch der Pinot Noir Rosé Brut war ausgesprochen gelungen. Dazu gab es einen gut gewürzten Linsensalat und, dem Anlass angemessen, warmes Kino-Popcorn. Bei den Desserts folgten wir der Empfehlung des Ritz-Patissiers Christoph Riedmann und genossen den köstlichen Apple Cheesecake.

 

 

Die Dr. Hauschka Green Styling-Lounge war diesmal weniger Styling als vor dem Spiegel posieren und ein kleines Video drehen lassen. Das war lustiger als gedacht und dank optimaler Ausleuchtung teint-schmeichelnder als befürchtet. Alles in allem ein sehr schöner Abend und eine angemessene Feier für die tolle Arbeit des Medienboards mit seinem großartigen Team, das bis auf Helge Jürgens tatsächlich weiblicher besetzt ist als in den meisten anderen Bereichen der Filmbranche – weiter so!

 

 

Amüsante Show, witziger Name: „Knapp daneben“ präsentiert von RBB-Moderator Heiner Knapp

Amüsante Show, witziger Name: „Knapp daneben“ präsentiert von RBB-Moderator Heiner Knapp

Attraktive Männer braucht das Land! So wie Heiner Knapp, in Rheine geboren, in der Pfalz aufgewachsen, in Berlin zuhause. Erst Musik- und Politik-Studium, dann vorübergehend Pianist in der Hausband des britischen Offiziersclub. Seit 1988 Redakteur und Moderator beim Radio, damals noch SFB 1, jetzt Radio BERLIN 88 8. Er moderiert seit Jahren u. a. die Deutsch-Pop-Sendung „Deutsche Vita“. Der Mann sieht nicht nur ziemlich heiß aus, hat eine sexy Stimme (deshalb ja Radio), sehr viel Humor (passt auch zum Radio) und spricht druckreif (falsches Wort, aber lebensnotwendig beim Radio). Und er liebt Musik, spielt Klarinette, Gitarre, Piano und Schlagzeug. Außerdem zeichnet er gern, mag Sport, Reisen und Lesen. Ach ja… er ist natürlich vergeben. Aber das ist heute nicht das Thema. Es geht um ein neues Format mit genialem Titel und viel Esprit: Knapp daneben! AperitiVista war neugierig – hier ist das Interview mit Heiner Knapp:

Was war zuerst da: Die Idee zur Sendung oder der wirklich witzige und treffende Titel?

Heiner Knapp: „Die Idee. Mein Chef hatte im vergangenen Jahr die Inspiration nach der Sondersendung ‚50 Jahre Hey Music‘ zu Ehren unseres damaligen Musikchefs Jürgen Jürgens. Das neue Format sollte ein munterer Plausch mit Berliner Künstlern sein; von Musik begleitet, mit mir am Piano. Wir haben in der Redaktion viel über das Konzept gesprochen und diskutiert. Den Titel hat dann eine Kollegin nach einer schlaflosen Nacht zur Frühkonferenz mitgebracht. In Kurzform: Ich sitze am Instrument neben dem Künstler und moderiere und spiele durch die Show.“

Aber diese Kurzform wird der Sendung nicht gerecht. Es ist viel mehr…

„Es geht um Spontanität, Spaß, Musik, Gespräche – ohne Netz und doppelten Boden. Und ohne Manuskript! Die Musik ist der rote Faden, daraus ergeben sich die Gespräche. Wir machen einfach! Wir agieren, improvisieren, lassen uns aufeinander ein. Mein erster Gast war Klaus Hoffmann.  Ich kenne ihn seit Jahrzehnten und er war bereit, sich auf dieses Bühnenabenteuer einzulassen. Er an der Gitarre und am Mikro, ich am Piano und am Mikro. Wir haben vorher einmal geübt, er hatte einen Wunschkatalog mit 12 Titeln dabei. Irgendwann war er so begeistert, dass er sagte: wir sollten mal zusammen auf die Bühne! Ich habe geantwortet: wir stehen gerade zusammen auf der Bühne! Das war amüsant. Er hat sehr viel erzählt aus seinem Leben. Am Ende des Abends war Klaus Hoffmann happy – das war mir wichtig. Die Sendung hat ihm, unserem Publikum und mir sehr viel Freude gemacht.“ Hier gibt’s die Sendung mit dem Berliner Liedermacher Klaus Hoffmann zum Nachsehen und -hören.

Glückwunsch! Ich kann mir vorstellen, dass ein solches Format für einen Moderator durchaus erstrebenswert ist. Warum also Du?

„Ich hatte mich während zahlreicher RBB-Weihnachtsfeiern qualifiziert…“

Es geht das Gerücht, das du alles spielen kannst – auch ohne Noten….

„Wenn ich einen Titel kenne, kann ich ihn spielen. Es wabern den ganzen Tag Songs durch mein Hirn. Wenn ich etwas höre, weiß ich, in welche Richtung es harmonisch und melodisch geht. Ich muss auch nicht üben, wenn es nicht so kompliziert ist. Aber – wir reden hier von Popsongs, nicht von Rachmaninow oder Chopin. Meine Mutter war Pianistin, ich habe mit etwa 7 Jahren angefangen. Mama war also die Inspiration und ein Klavier war vorhanden. Die Musik begleitet mich schon immer durch mein Leben. Ich habe zwar nicht super gern geübt, aber immer gern gespielt…“

War der Weg als Berufsmusiker eine Option?

„Als Popmusiker vielleicht, aber nicht als klassischer Pianist. Das hatte ich im Kopf, aber andererseits kam recht früh auch die Liebe zum Radio und ich bin ein Freund der Sicherheit. Beim Radio kann ich ja beides machen – ich habe mit Musik zu tun und kann mich meinen Radiofantasien hingeben. Eine gute Kombination.“

Haben Klavierspieler tatsächlich mehr Glück bei den Frauen?

„Sagen wir mal so: Klavierspielen stellt jetzt keine Hürde dar und ja, man erreicht eine gewisse Aufmerksamkeit und ein Wohlwollen, das an der einen oder anderen Stelle die Situation durchaus begünstigen könnte.“

Um sich davon zu überzeugen, gibt es ja das neue Format ‚Knapp daneben‘. Wann sehen wir dich wieder auf der Bühne?

„Am 29. Mai kommt Dirk Michaelis Die Karten kann man nicht kaufen – nur gewinnen! . In diesem Jahr folgen dann noch zwei weitere Termine mit Max Raabe und Yvonne Catterfeld; Vollblutmusiker, die Spaß haben an der Improvisation und mutig genug sind, sich auf dieses musikalische Life-Abenteuer einzulassen. Für Künstler ist diese Sendung in gewisser Weise auch ein Drahtseilakt. Sie verlassen ihre Band, ihren Klavierspieler, ihre musikalische Komfortzone und können mich ja gar nicht einschätzen. Das könnte auch nachhaltig zu Unmut führen, wenn`s nicht klappt.“

Aber Du machst durchaus den Eindruck, dass du das Format im Griff hast: Du spielst, redest, hältst den Rhythmus der Sendung und das alles ohne nennenswerten Ablaufplan oder Moderationskarten. Respekt! Wen hättest du gern noch auf deiner Bühne?

„Till Brönner – im nächsten Jahr. Wir suchen gerade nach einem Termin. Und Reinhard Mey. Mein Idol. Ich baggere ihn gerade sehr an, in der Hoffnung, dass er kommen wird. Das wäre der Ritterschlag für mich und unsere Sendung.“

Übrigens: diese Rubrik heißt ja ‚Auf ein Glas mit‘. Da wir uns im Studio getroffen haben, gibt`s nicht mal Kaffee. Das wird auch technischen Gründen nicht gern gesehen. Alkohol sowieso nicht. Aber wäre es anders und bereits dunkel draußen: Was würde jetzt vor dir stehen?

„Da ich Alkohol noch nie etwas abgewinnen konnte, fällt die Anwort bedauerlicherweise völlig unspektakulär aus. Vermutlich ein Glas Wasser – mit Gas. Oder, wenn ich es richtig krachen lasse, eine Cola Zero.“

Kein Wunder, dass die RBB-Weihnachtsfeiern immer spitze sind, wenn der Mann am Klavier nüchtern bleibt. Vielen Dank für das inspirierende Gespräch!