„Wahnsinn! Das Musical“ – Einmal Wolfgang Petri und die Laune steigt

„Wahnsinn! Das Musical“ – Einmal   Wolfgang Petri und die Laune steigt

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2006 hat er entschieden: Jetzt reicht`s! Unerwartet beendete Wolfgang „Wolle“  Petri  seine Wahnsinns-Karriere, weiß der Geier, warum! Jetzt ist er wieder da. Naja, wenigstens seine Hits sind wieder da. Er selber hält sich nach wie vor diskret –  und ohne Freundschaftsbänder, Lockenmähne und Seehund-Schnauzer ohnehin nicht erkennbar – im Hintergrund. Aber auch wenn Wolle sein Outfit verändert hat, seine Hits sind dieselben Knaller wie früher!

Im Februar hatte „Wahnsinn“, das erste Party-Schlager-Musical der Welt, Premiere. Bis zum 13. Mai 2018 gastiert es nun im Theater am Potsdamer Platz. Und ja: ich hatte sehr gute Laune, als das Ensemble so gegen 23 Uhr das letzte Mal die Bühne stürmte. Mit einem Lichtermeer aus Handytaschenlampen – schöne neue Zeit – auf die das Publikum sofort und begeistert reagierte. Die Berliner sind ja grundsätzlich zunächst skeptisch; am Ende des Abends  gab`s Standing Ovation für zweieinhalb Stunden Spaß, Stimmung, gute Laune, Power, Energie, Gefühl, Humor und den Mut zum Mitgrölen! 25 seiner Songs rahmen geschickt die Geschichten um vier ganz unterschiedliche Paare ein und begleitet sie durch ihre persönliche Achterbahn der Gefühle. Wünsche und geplatzte Träume, neue und alte Lieben, Alltagstrott, Sehnsucht, Herzschmerz und die Hoffnung auf die großen Chancen des Lebens, die man vielleicht dann doch noch nicht ganz verpasst hat.

Kraftvoll inszeniert mit einem geschickten Bühnenbild, das vom LKW über die Stammkneipe bis zum spanischen Party-Hotel alles mitmacht. Autobiografische „Wolle“-Elemente sind eingebaut: Kölner Charme, die Disco Whisky Bill, in der er damals entdeckt wurde, der Hype um die erste Mega-Single „Sommer in der Stadt“…

Seine Hits haben nichts an Emotionen und Dynamik verloren und Mitsingen kann fast jeder:  „Verlieben, verloren, vergessen, verzeihen“, „Der Himmel brennt“, „Weiß der Geier“, „Du bist ein Wunder“, „Ganz oder gar nicht“, „Bronze, Silber und Gold“, „Sieben Tage, sieben Nächte“, „Gianna”, „Nur ein kleines Stück Papier“ und natürlich den Titelsong „Wahnsinn“. Und was sagt der Meister zu diesem Werk? Wolfgang Petri: „Die Show ist sehr ergreifend und schön. Ich habe viel gelacht und an der Stelle, als ein für mich sehr emotionales Lied  „Nichts von alledem“ gesungen wurde, musste ich in der Tat weinen. Eventuell übernehme ich mal eine Gastrolle im Musical, wer weiß.“

Kurz – das Ensemble gibt alles, die Hits sind unvergessen, die Stimmung „einfach geil“. Danke Semmel Concerts für den schönen Abend und einen Teil der Fotos.

Hier geht`s zu den Tickets und mehr Information

 

Schönheit mit Stimme: Laura Victor im Hotel Provocateur

Schönheit mit Stimme: Laura Victor im Hotel Provocateur

Als Together Partners zu einem Abend mit Laura Victor & Band einlud, zögerte ich nicht lange mit der Zusage: Erstens weil die Events von Marina, Petra und Co. immer toll sind und zweitens weil ich neugierig auf den neuen Berliner Hotspot Hotel Provocateur in der Brandenburgischen Straße war. Von Laura Victor hatte ich noch nie etwas gehört, aber ein Abend mit Chansons aus den 30er-Jahren klang vielversprechend.  Die Veranstalterinnen hatten vorsorglich mit reichlich zeitlichem Vorlauf eingeladen, weil „die BerlinerInnen immer zu spät kommen“. So hatten wir Zeit, als echte Aperitivistas die Drinks an der Hotelbar zu testen.

Der Lillet mit Koriander in der mit dicken Samtvorhängen verdunkelten Bar war ok, Micheles Alternative mit Beerensirup schmeckte vor allem nach Letzterem. Das Boudoir-Ambiente ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig, wenn draußen die Sonne scheint, aber es passte gut zum Konzertprogramm und war die perfekte Kulisse für die bildschöne Laura Victor, die hier für die Pressefotos mit perfektem Make-up von Betty Amrhein, langen Beinen und 20er-Jahre-Wellen posierte. Wir begeben uns also ins langgezogene Basement des Hotels,  das außer ein paar Sesseln und Barhockern nur Stehplätze bot – und auch die waren knapp. Das Secret-Showcase der Newcomerin hatte sich rumgesprochen: statt der erwarteten 100 Gäste waren es fast doppelt so viele, die den Auftritt von LAURA VICTOR & BAND erleben wollten – für mich als tendenziell Klaustophobe eine echte Herausforderung.

Auch wenn das Mikro des Hotels Lauras Stimme keinen Gefallen tat, machte es Spaß, ihr zuzuhören:  ein bisschen Hildegard Knef, ein Hauch Marlene Dietrich, eine Prise Zarah Leander und ganz viel Liza Minelli – eigenwillig interpretiert und gelungener bei den 30er-Jahre-Liedern als etwa dem Cover-Song von Grönemeyers „Männer“. Auf jeden Fall war es gut, ganz nah ranzugehen an Laura Victor – dann zieht sie ihre Zuhörer optisch und akustisch in den Bann. Ich bin gespannt, wie es mit der erst 27-jährigen weiter bzw. wo die Reise hingeht – viel Erfolg!

Ein Statement gegen Fast Fashion – der Zauber von Second Hand!

Ein Statement gegen Fast Fashion – der Zauber von Second Hand!

Smart-Shoppen ist toll! Also ehemals teure Dinge zu einem Bruchteil des ehemaligen Ladenpreises zu schnappen. Bei roten Etiketten und Reduzierungen von 70 % bekomme ich Schnappatmung und muss mich diszipliniert und bewusst zügeln, um nicht irgendwas zu kaufen, nur weil es vorher mal richtig teuer war! Smart-Shoppen geht aber auch Second Hand. Sowohl auf Flohmärkten, im Internet oder unter Freundinnen kaufen als auch verkaufen hat für mich einen ganz eigenen Reiz.

Sie wissen: Es gibt Labels, die für Normal-Shopper und –Verdiener unerschwinglich scheinen. Die Preise sind, mit Verlaub, idiotisch. Mit dem Preis für eine (!) Bluse von – beispielsweise-   Brunello Cucinelli,  könnte man getrost zu zweit eine Woche Urlaub machen –mit Flug und All In! Deshalb ist der Reiz (und vor allem der Preis!) von gebrauchten Klamotten magisch. Frau kann Dinge haben, die sonst niemals im Rahmen der Möglichkeiten sind. Und noch etwas anderes ist wunderbar: da fremde Dinge mal einer anderen Frau gefallen haben, kann man eventuell einen Stil für sich entdecken, der vorher nie in Frage kam. Denn erfahrungsgemäß greift man beim First-Hand-Shoppen doch eher zu den Klamotten, die man schon dutzendfach im Kleiderschrank hat.

Beim Zweitshoppen dagegen habe ich schon Schätze entdeckt, die ich so nie gekauft hätte.

Gesa und ich haben diese Art von Shoppen für uns entdeckt! Ohne Berührungsängste erobern wir Gebrauchtes, oftmals in Top-Qualität oder sogar nie getragen! Wir misten aber selber auch regelmäßig aus und verscherbeln ehemals geliebtes Zeug, Fehlkäufe, zu groß- (Gesa) oder zu klein (ich!) gewordenes Textil, unbequeme Schuhe, Ketten, Taschen  und anderen Quatsch. Zweimal im Jahr – Frühling und Herbst – gerne auch auf dem schönen Frühlings-Flohmarkt im  Hotel Ellington an der Nürnberger Straße. Mit uns tummelten sich zum Frühlingsflohmarkt an einem strahlenden Apriltag rund 100 Frauen mit ihren Freundinnen und verwandelten den sonnendurchfluteten Innenhof in ein kunterbuntes Eldorado für Jäger- und Sammlerinnen. Nebenbei wurde es zeitweise  „orientalisch“, weil plötzlich die Beute nur Spaß machte, wenn sie zum ohnehin sensationellen Preis noch um zwei Euro runtergehandelt wurde.

 

Von 11.00 bis rund 16.00 Uhr waren alle unisono und kollektiv im Fieber! Kaufen, was frau immer schon mal nicht haben wollte und alles verkaufen, was nur die Schränke verstopft und das Atmen erschwert. Aus vier laufenden Metern „nichts anzuziehen“ im eigenen Kleiderschrank reduziert man vielleicht nur zehn Zentimeter – aber auch das befreit und bringt auch noch Geld, das so nicht vorhergesehen war und sich wirklich gut anfühlt. Auch wenn die Jacke, die mal 250 Euro gekostet hat, nur noch ein Zehntel bringt – egal, die 25 Euro sind ein kostbarer Schatz!

Gesa, die lange für nachhaltige Modelabels gearbeitet hat, betont auch gerne die politisch-korrekten Aussage von Second-Hand, eine Art Statement gegen Fast Fashion: alles, was nicht weggeworfen, sondern gewissermaßen recycelt wird, ist besser als neue Kleidung für eine Saison. Denn die wird, wie wir alle gerne verdrängen, meist unter humanitär und ökologisch zweifelhaften Bedingungen hergestellt und produziert neuen Müll. Also Mädels, auf zum Flohmarkt statt zu Zara, H&M und Co.!

 

 

Aber verkaufen macht nur Spaß, wenn man auch – wenigstens ein bisschen – kauft! Außerdem ist es sehr frauensolidarisch, die „Kolleginnen“ an den Nachbarständen zu unterstützen. Gesa hat zwei Ketten geschnappt. Sie hat ja erst 200;-) Und ich konnte einer Tasche nicht widerstehen. Das Mädel gegenüber war eine wirklich „coole Tante“. Während ich wie ein Derwisch um meine zwei Ständer gefegt bin, saß sie völlig entspannt in der Sonne und machte das Geschäft ihres Lebens. Ich habe ihr eine Valentino-Tasche abgekauft – zu einem sensationellen Preis. Ich habe wirklich keine Ahnung, wo diese Tasche herkommt und ob auch wirklich Valentino drin ist und nicht nur draufsteht, aber ich weiß, wo sie hingeht: auf Partys und Empfänge als meine neue Begleitung. Ich liebe sie jetzt schon sehr!

Übrigens: wir haben uns alle schon wieder angemeldet für den Flohmarkt im Herbst.

 

Having a glass with: Khaled Hafez

Having a glass with: Khaled Hafez
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Khaled and Gesa | Realms of Hyperreal II, 2018 | Mixed media on canvas | 300 x120 cm diptyche

When I first meet Khaled Hafez in 2013, we prepared his exhibtion „Berlin Chromosomes“ at Galerie Naimah Schuetter. He is one of the most renowned Egyptian artists, and I was much impressed by his work, his remarkable personality and all the attention we got for that exhibition (which took place just during the Arabian Spring Revolution). This interview was done when Khaled came to Berlin on March 9th, 2018, for the vernissage of his solo show „Realms of the Hyperreal“at NOME Gallery in Berlin-Kreuzberg. The exhibition runs from March 10th to April 20th, 2018 and is not to miss!

Gesa Noormann – Khaled, you had your first solo presentation „Berlin Chromosome“ at Galerie Naimah Schuetter in 2013. It was about the plurality of identities, the translocation and a multiplicity of hybridization and constant historical changes which not only fits the local history of your native city Cairo, but also the history of Berlin. How do you feel coming back to Berlin with your new show „Realms of the Hyperreal“ at NOME Gallery in Berlin? What is your personal relationship with Berlin?

Khaled Hafez – Berlin is a love story since day one; in fact Germany is…. I came first to Germany when I was 22, in 1985; it was still West Germany… It was a love-at-first-site affair; younger then, I hitch-hiked like everyone else; it was different times, before visas, immigration entry barriers, and other travel constraints. I came back only in 2007 for a group show, and an exhibition or the other ever since, sometimes with up to six visits a year.

At Naimah Schuetter Gallery I attempted to recount a personal story with the city: drawing played an integral part of the show; it was a great show, great opening and great reception. The city and the Naimah Schuetter gallery team paid me the tribute of love with a great opening and a great show. At NOME Gallery, I worked with Luca Barbeni –who is initially a curator before assuming the role of the gallerist—with every piece; painting and sculptural video installations play equal roles in the build up of the exhibition. In Realms of the Hyperreal solo presentation at NOME, we attempt to create a visual narrative with every work submitting the visual threads to another work. Identity exploration still intrigues me and constitutes an integral part of every work; the video installations (two in all) were selected to pose more universal questions that transcend any one question: this time I explored memory, personal spaces, and my “revisionist” perception of the past seven years public sphere politics, the politics of my very own past seven years. As always, the city as well as the NOME Gallery team exceeded my expectations.

GN – Starting with the „Philadelphia Chromosome“ in 2005, your works since then are much about representing a hybrid culture that combines elements of East and West or, as international media called it, a “the collision of cultures“. Even in your new series, we still find that unmistaken mix of of ancient iconography with contemporary elements of déjà vu from advertising. Are these (and other) dichotomies still the driving element in your work?

KH – Indeed; historical elements’ appropriation in my work allows me to hybridize, and in fact deconstruct and reconstruct new realities, alternative realities; this happens naturally through visual hybridization. The process by which an ancient god’s mask is given to a top model from a fashion magazine or a body builder from an advertising of transcontinental Gym chain allows me to hybridize and juxtapose on both visual and conceptual levels; this breaks the barrier between past and present; I demolish the preconception of time as we would expect it in a painting. The figures: transformed, hybridized and metamorphosed transcend the space and time of our real world; those figures ooze life in their own dimension; when Jean Baudrillard proposed the term “Hyperreal”, he was referring to an image of a time-space continuum that is frozen in a photograph, creating its own aesthetics due to the limitation of the one medium, hence it becomes “an image of the real that is not forcibly real”, hence: a work about the real that has no “similar” origin; the artwork becomes its own reality in its own time-space dimension. The choice of ancient figures’ elementsare usually from the East, and choice of the “bodies –be it bodybuilder or top model—is from Western magazines, hence the East and West dichotomy and Juxtaposition within a timeless vacuum.

REVOLUTION
Revolution, 2006 | Single-Channel split screen video | Hi-Def & mimi-DV | 4 minutes

GN – You did a remarkable video in 2006, „Revolution“ that is also shown in your current solo show at NOME gallery. At the moment you seem to be more into paintings, do you have any new videos in mind? There has recently been published very interesting videos, like f.e. Japanese designer’s Keiichi Matsudas „Hyper-Reality“ that deals like you with hyperreal realities. What do you think of this kind of video art (as a person that disdains to be called „video artist“ and prefers „film maker“) and how could be the style and aesthetics of a new video of yours today?

KH – I agree that my film / video practice slowed down in the past four years; in fact I have not scripted a video narrative since 2011; my last scripted production was The Video Diaries: 11.02.2011. My works for the two consecutive Venice Biennales: 2013 and 2015 (the 55th and the 56th Biennales) were non-narrative works: I shot and edited the 2013 production between seven cities around the notion of water, rivers and seas. The work of 2015 was an animation based on the elements from my painted surfaces; hence the work was around inflicting 2-D animated life into a painting reference. The reason for not getting into a narrative production is that I lost interest in politics: totally, categorically and for the moment I can claim “for some time”. Politics always –since 2001—drove my film/video practice, and it is in politics that I always found my “irony” method to tell my narrative. Since 20011, too many people lost their lives: young, poetic, thought that change could happen by thought, ideas and “young methods”. I cannot approach my work in irony many more, and irony is my “vocal dimension”; the method I am good at when I express. I seek the smile of the viewer as she/he approaches my work, and irony dwarfs in front of loss of life. I resort more to painting and installation to express, and keep video till one day when I am inspired to do so. Hyperreality is a proposition of Baudrillard since 1980, and ever since many artists have been inspired by the thought, each in a different method; the idea of an artwork simulating reality and a real without origin is seductive.

For me, I like to perceive myself as a filmmaker, not as a video artist. Video is only a tool to create film, among other tools. If you ask me, the worst art I have seen in my life, and the most detestable was/ is from the video genre. Filmmaking is the original act, where writing, scripting, editing and sound unite to form a narrative. Non-scripted video pieces are too risky: many times mediocre. Anyway, inspired art –no matter what the medium is—manifests and has captivating power. Mediocre pieces from all genres exist all around as well. I prefer and like to think of myself as a filmmaker rather than video artist.

GN – According to you, what influence do politicians like Trump and new political right-wing movements like AfD in Germany have on the understanding between Eastern and Western cultures? How do you as a cosmopolitan mind evaluate these new nationalistic tendencies?

KH – Nationalism is a threat from the East and from the West: religious right wing to nationalist right wing. To me both are mentally terrorizing even if not radical; it is why many from the Egyptian intelligenzia chose and voted for a military solution of a ruling religious right wing. If you ask me: I think it is a vicious circle: neo-colonialism drives people out of their countries because the colonial forces deals with dictators who enslave their own citizens who opt for terrorism or immigration or collaboration with corrupt regimes, all feed into nationalist thought from all protagonists. Vicious circle that leads to no solution except the choices of law, equal opportunity and civil rights.

GN – And how has your personal situation as an artist in Cairo changed since the „Arab Spring“ in 2013?

KH – I guess I am not the same person as before 2011, and my practice will never be the same again after 2013. I lost interest in politics; I changed my priorities to visual values that transcend simple events. I like to create works that would be timeless in 25 years from now. How and for how long I have no idea; I teach two days now, and enjoy my studio practice five, including weekends. For the past 30 years I have built my career in Cairo, and I would still do so in the next years. I slow down sometimes: it may be linked to projects, deadlines, and/or age and the selectivity / choices that come with experience. I used to travel 12 times a year for exhibitions a few years ago; I decided two years ago to select more and arrange priorities. I am always optimistic, perhaps politics will inspire me again: I have no idea. Today music inspires me a lot; I have five turntables, 1500 vinyl records, equal number of CDs, some are pirated, so I play hours of music every day as I work, and when I do not work. If I were not a painter I would have loved to play rock music and Jazz, electric guitar or alto sax. Maybe it is time to learn German and Italian, and perhaps a musical instrument to make noise in my studio.

GN: Thank you so much, Khaled, for this interview. Take care and hope to see you soon in Berlin or in Cairo or maybe Venice?

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„Take it easy“ – Karneval der Sinne im Wintergarten oder: die schönsten Klos der Stadt

„Take it easy“  – Karneval der Sinne im Wintergarten oder:  die schönsten Klos der Stadt

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Ich mag den Wintergarten an der Potsdamer Straße in Schöneberg. Für mich eine der Institutionen, die Berliner gesehen haben müssen –  und ein sicherer Tipp für jeden amüsierwilligen Touristen sowieso.

Bei der Eröffnung vor 25 Jahren war ich dabei; und damals schon restlos begeistert. Nachdem der aktuelle Hype um „Babylon Berlin“ die Stadt immer mehr in einen 20-Jahre-Sündenpfuhl mit Swing-Tanz-Veranstaltungen und verruchten Rendezvous an „Grüne-Fee-Bars“ verwandelt, scheint mir dieses eigentlich aus der Zeit gerutschte Varieté mit den roten Plüschvorhängen und livrierten Kellnern so aktuell wie nie.

Da fällt mir ein: ich mache demnächst definitiv einen Swing-Tanzkurs! Und werde natürlich berichten!  

Jetzt war ich wieder mal zu einer aktuellen Premiere geladen. Und hier schon ein kleiner Hinweis: ich erzähle zunächst über den äußerst gelungenen Auftakt der neuen Show, handwerklich sauber, abwechslungsreich, ein Spaß und kurzweilig auf jeden Fall. Dann allerdings möchte ich über die Toilette reden. Genau! Denn seit Orpheus hat wahrscheinlich nie wieder eine Unterwelt mit solchen Reizen gelockt: Ich weiß, es gab einen riesigen Bahnhof zur Eröffnung. Aber da war ich nicht dabei. Also durfte ich wie im Rausch das Klo, gestaltet von Hut-Designerin Fiona Bennett, erstmals erleben. Und war – sprachlos! Zum Glück sind die Voraussetzungen hier so ausgereift – mit Lautsprechern und fest integrierter Champagner-Bar –  dass dieses rund 270 m² große Schmuckstück auch für Partys und Empfänge gebucht werden kann.

Doch vor dem Vergnügen erst das Vergnügen: „Take it easy“ heißt die neue Show im Wintergarten und ist definitiv „kein Griff ins Klo“;-). Zur Premiere war es bitterkalt in Berlin – draußen minus 14 Grad. Drinnen jedoch ging es hoch und heiß her. Eine Show mit viel Akrobatik, Zauberkunst, Illusion und Livemusik verzauberte das Premierenpublikum. Ein „Roadtrip zu den Wurzeln des Rock und Pop“ versprach das Programm – und so war es dann auch. Hatte die Band anfangs noch Anlaufschwierigkeiten – das kann auch an den Temperaturen gelegen haben – entwickelte sich der Abend mit jedem Hit mehr.

Harte Kerle in Lederjacken, eine Truppe Akrobaten mit unglaublichen Sixpacks und noch mehr Oberarmen, eine außergewöhnliche Jonglage- und Diabolo-Nummer, eine Sexbombe, die auf einer Harley Davidson turnt, ein Liebespaar in einer unglaublich-sinnlichen Ballet- Performance, Spaß mit dem Bauchredner und ein Promi, der durch Programm führt: Tim Wilhelm, seit sechs Jahren Frontmann der Münchner Freiheit. Die Mischung hat Charme und Tempo, Humor, Sex, lässt den Besucher staunen, ist stimmungsvoll, romantisch und kurzweilig. Dazu Hit an Hit von Johnny Cash, Dolly Parton, James Blunt, Rolling Stones, Nirvana, Ed Sheeran – Country, Folk. Rock. Das Premierenpublikum tanzte am Ende begeistert mit! Also hingehen, Spaß haben und einen Abend alles eher „easy“ sehen.

Die Show läuft bis 10. Juni immer mittwochs bis sonnabends um 20 Uhr und sonntags um 18 Uhr

Zum Glück musste ich mal aufs Klo! Zuerst unfreiwillig und dann noch dreimal hintereinander – freiwillig! Ich bin selten komplett „geflasht“ – diesmal war ich es!

First Flush nennt sich das neu gestaltete Untergeschoss im Wintergarten. Wahrscheinlich das einzige „stille Örtchen“ Berlins mit eigenem Namen. Hutdesignerin Fiona Bennett, die ihren exklusiven Salon gleich gegenüber betreibt,  durfte sich hier – zusammen mit ihrem Geschäftspartner Joachim Böhme, auf Feinste ausgetoben. Fiona, die u.a. für Brad Pitt und Yoko Ono originelle Kopfbedeckungen entwarf, wurde vom Chef des Hauses, Varietè-Direktor Georg Strecker, beauftragt. Er liebt ihren Salon, ihre Phantasie und ihre Kreationen – und ließ ihr freie Hand. Vorher war der Zustand typisch: nur drei öde Damenklos im Foyer, in den Pausen stets lange Schlangen. Jetzt kann man für die auftretenden Künstler nur hoffen, dass die Damen und Herren nach der Pause vom Pullern überhaupt wieder in die Vorstellung kommen!

Über die Kosten wird nur gemunkelt – aber eins ist sicher: es war teuer, alles ist vom Feinsten und maßgeschneidert, mehr als 200 Manufakturen waren an diesem Meisterwerk beteiligt. Über die geschwungene Freitreppe geht es in die rund 270 m² großen Unterwelten. Das Männerklo – Gentlemen first – besteht aus winzigen blauen Mosaiksteinchen, Spiegelbrücken ziehen sich über den gesamten Raum, die Waschbecken sehen aus wie fallende Tropfen, sind aus Bronze und 90 Kilo schwer.  Schattenmaler haben die Silhouetten von Artisten auf die Rückseite der Kabinen gezaubert und die Spiegel geben den pinkelnden Herren die Illusion, auf dem Kopf zu stehen.

Rund drei Jahre dauerten die Vorbereitungen– aber das Ergebnis ist jeden Cent und jede Minute wert. Hier unten wird die Welt des Varietés und der Magie weitergelebt. Perfekte Illusion mit Motiven des Tingeltangel: Tauben, die aus Zylindern flattern, fliegende Bälle, Kugeln, Masken. Die Flügeltüren ins Reich der Damen sind verziert durch eine opulente Milchglasscheibe. Dahinter ein Mädchentraum: Ein Schminkspiegelbaum mit acht rosébeigefarbenen Samthockern. Die Toiletten selber befinden sich in einem Art-Deko-Tunnel, der sich perfekt für Foto-Shootings eignet. Das Abgefahrenste aber sind die Spiegel: Tritt man heran, wirbeln beinahe magisch weiße Federn vor der Glasscheibe! Fiona Bennett findet es „meditativ“, ich finde es einfach grandios. Und mag mal prophezeien: Küchenpartys sind total gestern! Heute feiert man gesellschaftliche Ereignisse auf dem Klo im Wintergarten.

Mehr Informationen zu den Künstlern, Preisen und Zeiten gibt`s hier

Gut leben und Gutes tun: Die Ustinov Green Carpet Lounge Berlinale 2018

Gut leben und Gutes tun: Die Ustinov Green Carpet Lounge Berlinale 2018

Schade, dass die Berlinale immer auf den frostigen Berliner Februar fällt – sonst hätten wir mit Anne Heche, Shawne Fielding, Timur Bartels und 150 weiteren prominenten Gästen im lauschigen Innenhof des schönen Hotel am Steinplatz feiern können. Aber erstens war es auch drinnen ein toller Abend und zweitens ging es auf der „Ustinov Green Carpet Lounge“ eh nicht nur ums Feiern, sondern vor allem darum, auch mit Hilfe prominenter Gäste auf die vom akuten Wassernotstand bedrohten Kinder in Südafrika aufmerksam zu machen. Allein in dem von der Ustinov Stiftung geförderten Butterfly Art Project in Kapstadt sind über 1.000 Kinder ab Anfang April ohne das dringend benötigte Wasser. Die von den südafrikanischen Kindern selbstgebastelten Kettenanhänger in Form eines Schmetterlings passten hervorragend zu den Abendroben der weiblichen Gäste und werden von uns auch in Zukunft gerne ausgeführt.

Fotos: Eva Oertwig/SCHROEWIG

„Unverbesserliche Optimisten sollten wir alle sein und es Sir Peter Ustinov nachmachen“, sagte Niklas Schröder (RTL/ Die Bachelorette), der sich in Zukunft stärker für die Peter Ustinov-Stiftung einbringen möchte. Auch die Tatsache, dass ich nicht mehr rauche, hat mich nicht von einem Plausch mit ihm und Pop-Tenor Silvio Danza in der nicht wirklich kuscheligen Raucherlounge abhalten können – „eine rauchen gehen“ ist immer noch der beste Ausgangspunkt für gute Gespräche. Und davon gab es in der zwar gut besuchten, aber dennoch wie eine ruhige Privatparty anmutenden Green Carpet Lounge zuhauf. Wie schön, dass Maren Gilzer und Harry Kuhlmann (wir freuen uns auf unser „Auf ein Glas mit…“-Gespräch mit euch) da waren, liebe Bekannte wie Fotografin Urska Kosic aus Ljubljana und Beauty-Expertin Daniela Laubinger aus Hamburg anreisten und wir mit den Vorständen der Ustinov-Stiftung Marie Korbél und Andreas Schwarzhaupt in Ruhe über ihre großartige Arbeit sprechen konnten.

Danke auch an KISS New York und Betty Amrhein, die uns im Roofstop-Spa des Hotel am Steinplatz (ich wusste gar nicht, dass es da oben so einen herrlichen Rückzugsort gibt) mit atemberaubendem Blick über die Dächer Westberlins verwöhnten. Über meine ersten (Selbst-)-Klebenägel konnte ich mich gar nicht wieder einkriegen, und das Öffnen des Goodie-Bags war eine wahre Freude. Und ein ganz großer Dank an Marina, Petra, Dagi und Stephanie von Together.Partners für die Einladung – ihr habt wieder ein Super-Event hingelegt!

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Medienboardempfang im Ritz Carlton: Die beste Party der Berlinale

Medienboardempfang im Ritz Carlton: Die beste Party der Berlinale

 

What a night! Alle waren sie da bei der größten und beliebtesten Party der 68. Berlinale – Berlin International Film Festival, das sich zu einer Art Familientreffen und Must-be der nationalen und internationalen Film- und Medienbranche entwickelt hat. Wir waren dabei und haben uns ehrfürchtig staunend mit einem Aperitiv-Glas gewappnet durch die Menge geschoben.

„Hier auf dem roten Teppich zu sein ist ungefähr so wie einmal durch die gesamte Kino- und Serienproduktion des Jahres zu laufen“ sagte ARD-Moderatorin Petra Gute und traf es damit auf den Punkt: so viel Starauflauf ist in Berlin selten. Gekommen waren die FACK JU GÖHTE-Crew, die Stars von Bibi & Tina – Filme, Matthias Schweighöfer, Elyas M’Barek, Jessica Schwarz, Heike Makatsch, Louis Hofmann, Wim Wenders, Anne Heche und Iris Berben, um nur einige zu nennen.

Glitzer, Glamour und Diversity war das Motto am 1. Berlinale-Samstag bei der großen Medienboard-Party im Ritz-Carlton. Gefeiert wurden 15 geförderte Produktionen im offiziellen Festivalprogramm. Medienboard-Geschäftsführer Kirsten Niehuus & Helge Jürgens begrüßten rund 1.800 Gäste aus Film, Politik & Wirtschaft (gefühlt waren im Ritz Carlton ungefähr doppelt so viele Leute) und zeigten sich sehr zufrieden mit dem Jahr 2017. Kein Wunder, denn zwei Mal hieß es „Scheck is back“: Die Teams von „Bibi und Tina 4“ und „Fack ju Göhte 3“ zahlten rund 811.000 Euro ans Medienboard zurück – durch diese kommerziell sehr erfolgreichen Produktionen bleibt dann auch Geld für weniger publikumsträchtige Föderungsprojekte wie Experimentalfilm und -Videokunstprojekte.

Von vielen Prominenten unterstützt wurde die deutsche Antwort auf die #Metoo-Debatte, die von der Schauspielern und ehemaligen Berlinale-Preisträgerin Anna Brüggemann initierte  „Nobody’s Doll“-Kampagne. „Die Gleichberechtigung ist auf dem roten Teppich noch nicht angekommen“, schreibt die Schauspielerin und Drehbuchautorin Anna Brüggemann im Manifest der Kampagne. „Im Gegenteil, das Frauen- und auch Männerbild, das bei Festivaleröffnungen, Premieren und Preisverleihungen erwartet wird, kommt mir vor wie aus den fünfziger Jahren.“ Sie hat damit einigen Wirbel ausgelöst, und es bleibt zu hoffen, dass die Missstände im Kulturbetrieb und die ebenfalls von ihr angeprangerte enge Verflechtung zwischen Kultur- und Modeindustrie nicht nur in Frage gestellt werden, sondern sich auch wirklich etwas ändert.

Besonders gefreut habe ich mich darüber, dass Filmemacher Dani Levy da war. Vor vielen Jahren hatte ich das Glück, in „meinem“ UCI-Kino am Düsseldorfer Hafen die Deutschland-Premiere seines Agenten-Films  „Meschugge“ mit Maria Schrader in der Hauptrolle zu präsentieren. Der Film war nicht einer seiner erfolgreichsten, unsere Gäste dafür umso begeisterter – und wir hatten anschließend einen sehr langen lustigen Abend in der brasilianischen Bar in der Bilker Kirche. Ich freue mich schon sehr auf seine neue VR-Serie mit vier Geschichten über Jerusalem, in der die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwimmen.

Eine kleine Oase im megavollen Ritz Carlton war die blumengeschmückte Dr. Hauschka-Lounge, in der ein Hauch Gesichtstonikum und Naturfarbe wahre Frische-Wunder wirkten (danke übrigens für das großartige Goodie-Bag, in dem ich glücklicherweise auch das schicke neue Purple Light-Puder fand). Nachdem die VIPs zum Bild-Event ins Borchardt weitergezogen sind, haben auch wir die Party gegen 11 Uhr leicht erschöpft verlassen. Auf der Tanzfläche tobte es, und die letzten Gäste sind bestimmt erst gegen Morgengrauen zum Shuttle Service gewankt…

Vielen Dank an das Medienboard Berlin-Brandenburg und insbesondere Laura Winkler für die Einladung – wir haben den Abend sehr genossen!

Und danke für die tollen Fotos von Eva Oertwig, Matthias Nareyek, Stefan Krempl und David Marschalsky für das Medienboard Berlin-Brandenburg.

#MBBparty #Nobodysdoll #mbbatberlinale #berlinalemoments