Ku’damm 56 – Das Musical

Glanzvolle Premiere im Theater des Westens

Spätestens beim Finale läuft das Herz über, wenn Cast und Publikum gemeinsam „Berlin, Berlin“ schmettern. Eine Hymne für die Stadt, die an diesem Abend alle lieben. „Ku’damm 56 – Das Musical“ feiert nach der erzwungenen Corona-Pause ein Jahr später als geplant endlich Premiere. Und alle, alle, alle waren begeistert: Von der Spielfreude des Ensembles, der Musik und der Leidenschaft, mit dem die Story  auf die Bühne gezaubert wird.

Ku’damm 56 – Das Musical: Vom ZDF auf die Bühne

Die Geschichte kennen die meisten aus der erfolgreichen ZDF-Produktion Ku’damm 56. Die alleinerziehende Tanzschulbesitzerin Caterina Schöllack stellt sich dem täglichen Wahnsinn, den sie und ihre Töchter Eva, Helga und die rebellische Monika erleben: Spießertum, Nazivergangenheit, Sektorengrenzen, heimliche Liebe, unterdrückte Homosexualität, ungeplanter Schwangerschaft, Gewalt in der Ehe. Dazu das Aufbegehren der Jugend mit Rock‘ n Roll und dem Wunsch, endlich anders zu leben als die Elterngeneration. Verbunden mit der Sehnsucht nach dem Aufbruch in eine neue, bessere Zeit. Immer wieder ausgebremst von der Angst der Alten vor Veränderung und dem Getratsche der Nachbarn. Die 50iger Jahre in der Sehnsuchtsstadt Berlin, in der so vieles möglich scheint, aber gesellschaftliche Grenzen nur mit Rebellion zu überwinden sind.  

Drei pralle Stunden voller Freud‘ und Leid

Nun also Ku’damm 56 – Das Musical auf der Bühne im Theater des Westens. Endlich wieder ein roter Teppich! Mit Blitzlichtgewitter und vielen prominenten Premierengäste: unter anderem freuten sich Maria Furtwängler, Ursula Karven, Marius Müller-Westernhagen, Stefanie Kloß, Adel Tawil, Klaus Wowereit, Max Raabe und Berlins designierte neue Regiermeisterin, Franziska Giffey, auf die Vorstellung. Zur Weltpremiere war das Haus voll, trotz oder wegen der strengen Auflagen: Einlass nur mit 2 G plus und strengen Kontrollen. Und ohne die sonst üblichen Goodies wie Sekt, Häppchen und (offizieller) Premierenparty.

Im Fernsehen wurde die Zeitreise ins Berlin der 50iger Jahre, produziert von der UFA Fiction, zu einem der erfolgreichsten deutschen TV-Events aller Zeiten. Das Erfolgstrio Peter Plate (Rosenstolz), Annette Hess, von der auch die Idee und das Originaldrehbuch stammen, und Ulf-Leo Sommer holen die Story als Ku’damm 56 – Das Musical nun auf der Bühne des Stage Theater des Westens. Und schaffen tatsächlich das, was sich alle so sehr gewünscht haben: Das Publikum zu begeistern! Nach fast drei Stunden Tempo, Tränen und Turbulenzen bedankten sich die Gäste mit Standing Ovation. Peter Plate überglücklich: „Nach drei Jahren der Vorbereitung können wir sagen, das ist definitiv einer der schönsten Tage unseres Lebens.“ 

Monika – wild und unberechenbar

Regisseur Christoph Drewitz, Choreograf Jonathan Huor und „Westend“-Designer Andrew D. Edwards, verantwortlich für das Bühnen- und Kostümdesign, vervollständigen das Kreativteam. Sandra Leitner und David Jakobs singen und tanzen sich als Monika und Freddy in die Herzen des Publikums.

Das Bühnenbild ist eher schlicht, hat eher industriellen Charme und verzichtet auf nennenswerte Wechsel. Genauso übrigens wie die Kostüme der Darsteller. Sie sind weder schrill noch bunt. Eine Adaption des Stoffs ohne den typischen Farbrausch und das Bling-Bling der 50iger Jahre. Ku’damm 56 – Das Musical lebt von Story, Songtexten, Musik, Tanz und  Spielfreude der Darsteller. Noch bis Frühjahr 2022 verwandelt sich das Theater des Westens nun also in die Tanzschule Galant – mit all der Freude, dem Aufbruch und dem Elend der Zeit.   Wer die Filme mochte, wird das Musical lieben: Also rein in den Petticoat und die Lederjacke und ab in die wilden 50iger Jahre in unserer Lieblingsstadt.

Tickets und weitere Infos unter Musicals.de

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