Döner polarisiert. Während den einen bei heißem Fleisch mit scharfer Soße das Wasser im Munde zusammenläuft, winken gesundheitsbewusste Clean Eaters genervt ab. Mit der Erfindung der Döner Bowl im neuen Restaurant Ø27 in Berlin dürfte dieser Konflikt Geschichte sein. Mühelos vereinen sich hier Deftigkeit und Frische, Fast Food und handwerkliches Können, immer auf der Basis von besten Produkten. Der Spagat gelingt leichtfüßig: So köstlich war Döner noch nie!

Nur beste Zutaten

„Not your ordinary kebab“ steht in weißer Neonschrift am Fenster des schicken Ladens am Savignyplatz. Wer jetzt an Luxus-Döner und fancy Upgrades des legendären Ur-Streetfoods denkt, liegt allerdings falsch. Im Ø27 kommen schlichtweg beste Zutaten wie aromatisch-eingelegter Rotkohl, hochwertiges Fleisch und frische Soßen ganz ohne Majonaise in die Bowl. Der „normale“ Döner heißt hier „The Classic Beef“ und zieht selbst eingefleischten Döner-Anhängern die Schuhe aus, so aromatisch schmeckt der Signature Dish des Ø27. Wem die Bowl-Variante zu fancy ist, wählt einfach den klassischen Pide oder Dürum-Sandwich. Der ist ein bisschen teurer als beim Imbiss, aber jeden Cent wert.

Vegetarische Varianten

Vegetarier und Veganer werden im Ø27 in Berlin ebenfalls fündig. Für sie gibt es köstliche vegane Döner-Varianten mit Blumenkohl („Holy Cauli“) oder frittierter Polenta. In den „Döbimpap“ hingegen sind koreanische Aromen wie gerösteter Sesam und koreanische Soße eingeflossen. Leckeres eingelegtes Gemüse, Breadsticks und frittierte Kartoffeln mit Rotkohl können als Side Dishes wild kombiniert werden, schmecken aber auch solo ausgesprochen gut. Wie alle Gerichte ist auch das einzige Dessert auf der Karte bis ins letzte Detail durchdacht. Ein pensionierter Bäcker stellt den Käsekuchen nach Omas Geheimrezept her, bevor die Köche des Ø27 ihn zu einer Creme mit Johannisbeermarmelade, Keksbröseln und Meersalz mischen. Wahrlich „Finger Lickin‘ Good“.

Berliner Club-Gastronomieszene stand Pate

Gegründet und betrieben wird die erste Döner-Bowl in Berlin von den Berliner Club-Gastronomie Urgesteinen Behnam Mashoufi & Babak Tajbakhsh (bekannt als Gründer des 808 Berlin sowie der ehemaligen Tube Station in der Berliner Friedrichstraße) in Zusammenarbeit mit dem langjährigen Freund und Kebab Connoisseur Göksel Bas. Als Küchenchef wurde kein anderer als Philipp Kossack mit an Bord geholt, der zuletzt die Küchen der Torbar und Kantine Kohlmann leitete. Der einladende Charme und die stylische Atmosphäre sind der Berliner Architektin Laura Rave zuzuschreiben, bekannt für ihre kreativen und innovativen Gastronomie-Designs (Cookies, Data Kitchen, Crackers, uvm.).

Moderne Vibes und Wohlfühlcharakter

“Als Berliner Jungs aus dem Westen, sind wir seit jeher die größten Döner-Fans. Ø27 ist unsere Hommage an das Kult-Gericht. Dabei verstehen wir unsere Kreationen weder als Luxus-Döner noch fancy Schnick Schnack. Es geht vielmehr um ein würdevolles Update des Klassikers in Kombination mit modernen Vibes und Wohlfühl-Charakter.” so Babak Tajbakhsh, Co-Founder und Geschäftsführer des neuen kulinarischen Hotspots auf der Kantstraße. Letzterer steht beim Ø27 in Berlin neben der Qualität der Produkte und Zutaten an oberster Stelle. “Wir möchten kein schnelles Lauf-Produkt verkaufen, sondern unseren Gästen eine Experience bieten. Der Gast ist eingeladen mehrere Stunden bei uns zu verbringen“ so Mashoufi.

Miraval, Ayran und Cocktails

Zusammen mit einem hervorragenden Miraval-Rosé, oder einem persisch-minzig angehauchten Ayran, der stilgerecht in der Glaskaraffe serviert wird, kommt schwerlich Imbiss-Atmosphäre auf. Von Donnerstag bis Samstag gibt es an der Bar des Ø27 auch DJ-Vibes und Cocktails – so viel Basilikum wie in ihrem Basil Smash gäbe es in Berlin sonst nirgends, versichern die Eigentümer. Der etwas sperrige Name (wo bitte findet man auf der Tastatur das Durchschnittzeichen?) des Q27 in Berlin bezieht sich übrigens auf die genau 27 cm großen Signature-Bowls. Die passen sowohl zum Business-Lunch, Sonntags-Brunch als auch zum Dinner mit Family & Friends. Die Bowls kosten zwischen 8 und 11 Euro, die Sandwiches 6 Euro und die Side-Dishes zwischen 2 Euro und 3,50 Euro.

Ø27, Kantstraße 143, 10623 Berlin | Ø27 auf Instagram

Posted by:gesetta

Aus dem norddeutschen Flachland zog es mich schnell nach Italien und Frankreich, wo ich das mediterrane Lebensgefühl in jede Pore aufgesogen habe. Ich liebe Venedig, Aperol Spritz und gutes Essen. Schon als Kind hasste ich Jugendherbergen, praktische Kleidung und flache Schuhe. Nach unzähligen herrlichen Hotels und einem unprotestantischen Ja zum Glamour kann ich letzteren beiden inzwischen sogar etwas abgewinnen. In 10 Jahren kommt vielleicht die Zeit für Jugendherbergen, weil ich mich jung fühlen möchte. Besser nicht.

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