Wandkünstler Michele Ormas verzaubert Schlafzimmer

Wie schön, wenn Träume wahr werden. Und wie einfach im Grunde, wenn Farbe dafür reicht. Natürlich nicht nur Farbe: Diese gelben, blauen und goldenen Töne in der Hand von Wandkünstler Michele Ormas, erfüllt mit kreativem Leben und umgesetzt in detailverliebter Genauigkeit, verzaubern ein kleines und unscheinbares Zimmer in ein Gesamtkunstwerk.

Die Idee

Mein Schlafzimmer ist im Grunde langweilig. Lang, schmal, dunkel. Trotzdem irgendwie gemütlich. Bislang eher orientalisch. Jetzt soll frischer Wind her. Anders. Kreativ. 15 m² Zimmer mit Nordfenster, Rückwand im Schatten. Ich möchte etwas anderes. Der Bühnenbildner und Wandkünstler Michele Ormas ist es, der mein Vertrauen gewinnt. Er wird der Künstler, der mein Schlafzimmer verzaubert. Ich lasse ihm freie Hand. Nur ein bisschen mische ich mich ein, den Rest mischt er. Er sieht mein Bett und mich darin als Mittelpunkt meiner nächtlichen Träume. „Alles, was Du in dieser Dimension erlebst, soll mit der Wandgestaltung illustriert werden“, sagt der charmante Italiener. Und zu Gesa sagt er: „So wie ich Martina in ihrer muntereren Intelligenz und Lebendigkeit wahrnehme, kam mir als Erstes das Bild eines Schmetterlings in den Sinn. So sind zwei Flügel, die sich gemeinsam mit ihrem Schatten bewegen, zum zentralen Gestaltungsmerkmal geworden – so als ob sie mit ihrem Rücken lebendige Spuren auf der Wand hinterlassen.“

Die Umsetzung – Wandkünstler verzaubert Schlafzimmer

Für Michele liegt in der halbdunklen Rückwand sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance. Er entscheidet sich für einen tiefblauen Anstrich (Farrow&Ball: Stiffkey Blue), der an den Seiten und an der Decke fortgeführt wird und so für eine dreidimensionale Tiefe sorgt. Als Kontrast und zur Aufhellung des Zimmers wählt er einen sonnengelben Kreis, den er mit gelber Abtönfarbe selber mischt, im Zentrum der blauen Rückwand – inspiriert vom amerikanischen Maler und Illustrator Norman Rockwell, der solche Kreise ikonenhaft als Hintergründe seiner komplexen Lebensszenen verwendet. Um den Kreis trägt er einen Rand in Blattgold auf, die Außenränder werden mit einer Zierleiste im selben Blau abgeschlossen. Für den Schmetterling erstellt er zunächst eine Schablone, die die Dimension zeigt und mit deren Hilfe er ihn auf die Wand aufträgt.

Verliebt ins Detail

Michele arbeitet gründlich. Den Kreis als Mittelpunkt klebt er exakt ab – keine Ahnung, woher er diese Präzision nimmt. Mit buddhistischer Ruhe zieht er seine Bahnen. Das gelbe Runde nimmt Formen an und strahlt schon bald wie eine Sonne. Ein interessanter Kontrast – gelb und blau. Mit goldener Farbe akzentuiert er den Kreis und teilt den Schmetterling, deren Lebendigkeit an das Farbenspiel eines Skarabäus erinnert. Michele Ormas versinkt meditativ über Stunden in das Akzentuieren der Flügel und fügt jedem Detail schon bald ein neues hinzu.

Das Glück im Kleinen

Ein bisschen dauert es, bis der Künstler final zufrieden ist. Am Ende hat er sorgfältig gearbeitet, den schwierigen Untergrund aus einer uralten Raufasertapete besiegt, ist unauffällig im Hintergrund aktiv gewesen, hat höflich gefragt, ob das Kunstwerk gefällt. Michele hat meine Gedanken gelesen, meine Wünsche erfüllt – und meine Seele berührt. Ich schlafe ab jetzt in einem Kunstwerk, meine Träume werden behütet von einem Schmetterling, und wenn ich nachts wach werde, fühle ich mich beschützt wie in einer magischen Kammer. Danke!

Posted by:macontini

Berlinerin, Journalistin mit Zeitungs-, Radio- und TV-Vergangenheit, Autorin, PR-Frau, alleinerziehende Mutter, Hundebesitzerin, Katzenliebhaberin, Kämpferin, Träumerin und Neuerfinderin. Bewegung ist Glück. Und das am liebsten schnell… in den Fingern, im Kopf und den Beinen. Ich mag es, dem Leben immer wieder das Besondere abzutrotzen und sich den unterschiedlichsten und meistens unerwarteten Herausforderungen zu stellen. Zugegeben – das ist nicht immer einfach. Aber einfach kann ja jeder!

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