Ginsanity Premium Dry Gin: Destillate mit Frauenpower

Ginsanity Premium Dry Gin: Destillate mit Frauenpower

GINSANITY Premium Dry Gin wurde von Dagmar und Michael Frangenberg entwickelt, nachdem sie sich das Brennen selbst beigebracht und in leidenschaftlicher Kleinarbeit die perfekte Rezeptur gefunden hatten. Während Dagmar als eine der wenigen Frauen im deutschen Gin-Business das Unternehmen leitet, brennt ihr Mann die inzwischen mehrfach ausgezeichneten Ginsorten. Drei neue Ginsorten kamen in diesem Herbst dazu, darunter auch der noch vor dem Launch mit einer Goldmedaille bei der World Spirits Trophy 2021 in Luxemburg ausgezeichnete Trüffelgin White Trophy.

Die Story: Brennen für Gin

Die Erfolgsstory des Ginsanity Premium Dry Gins beginnt an einem entspannten Abend mit Freund*innen an der heimischen Küchentheke: Dagmar Frangenberg, anerkannte Filmemacherin, stellt vor bereits aufgereihten Ginflaschen die (Gin-) Gretchen-Frage„“Warum sind so viele Gins eigentlich pur nicht wirklich zu geniessen und schmecken nur mit Tonic gut?“ Die ironisch gemeinte, aber folgenschwere Antwort ihres Mannes ist so überliefert: „Wenn Dir pur keiner schmeckt, müssen wir halt selbst brennen.” Gesagt, getan: Die Eltern einer damals vierjährigen Tochter kaufen eine Mini-Destille im Kölnern Industriegebiet Braunsfeld, besuchen Brennereien, bilden sich fort und fangen an zu experimentieren. Dagmars Mann Michael, als Einkaufsdirektor bisher eher ein Zahlenmensch, entdeckt sein feines Gespür für die perfekte Harmonie unterschiedlicher Früchte und Gewürze. 3 Jahre hat es schließlich gedauert, bis die Rezeptur steht und der erste richtig gute Gin aus dem Kessel tropft. Auf dem ersten Straßenfest sind die Flaschen innerhalb weniger Stunden ausverkauft. Der Grundstein für die Entwicklung des Ginsanity Premium Dry Gin war gelegt.

Von Hand abgewogene beste Zutaten

Destilliert wird in einem klassischen 100-Liter-Kupferkessel, der pro Durchlauf 180 Flaschen ergibt. Die Rezepturen wiegen Dagmar und Michael von Hand bis aufs Gramm ab und verzichten auch weiterhin auf die Zugabe künstlicher Aromen oder Farbstoffe im Mazerat. Auch in Zukunft wird jede Flasche von Hand etikettiert und beschriftet sein, bevor sie die Destillerie verlässt. Immer begleitet vom Duft nach Wacholder, der die wichtigste Zutat eines jeden Gin ist und dessen Qualität durch den Hauslieferanten gesichert wird. Die vielen Kräuter, Gewürze und Früchte sind es, die den Gin im Allgemeinen und den Ginsanity Premium Dry Gin zu einer ganz besonderen Spirituose machen. An den Rezepturen feilt Michael Frangenberg so lange, bis ganz besonders aromenintensive, mutige Kombinationen entstehen. Wichtig ist den beiden, dass ihre Gins Power haben, und dass man ihre Leidenschaft schmeckt. So verwenden sie nicht nur die üblichen Limettenschalen im Mazerat, sondern bis auf den letzten Tropfen selbst ausgequetschten Limettensaft.

Pur, mit Tonic oder als Glüh-Gin

Während Dagmar Frangenberg Gin am liebsten pur trinkt und uns diesen beim Tasting in der Bar des Amano Hotels auch genau so anbietet, hätten wir dann doch gerne ein bisschen Tonic. Der verändert den Geschmack, erfahren wir, und in der Tat explodieren die Fruchtaromen des Ginsanity Premium Dry Gin Himbeer geradezu im Munde, wenn etwas Tonic dazu kommt. Ausdrücklich erlaubt ist für Dagmar ihre Kreation aus Gin und heißem Apfelsaft: Die Idee, ihren Premium Gin nach der Destillation mit Früchten und Gewürzen des Winters zu lagern und abzufüllen, also aus diesem Gin dann mit warmen Apfelsaft einen Glüh-Gin zu machen, hatte Dagmar 2017 als erste Destillerie überhaupt in Deutschland. Er enthält Granatapfelkerne, Orangenschale, Zimt, Vanilleschoten und Sternanis und viel leckerer als das Meiste, was auf Weihnachtsmärkten als heißes Getränk angeboten wird. Neue Ginsanity Premium Dry Gin-Sorten sind in diesem Herbst neben dem Trüffel-Gin White Truffle auch ein Kaffeegin Strong Coffee sowie ein extrastarker Premium Dry Gin Navy Strength. Dazu schmecken die köstlichen Gintrüffel, die sich wie alle Ginsanity-Produkte allein schon durch das ausdrucksstarke Logo mit dem an Dagmar erinnernden Konterfei von Mainstreamprodukten wohltuend absetzen.

Trüffel-Gin für den Herbst-Aperitivo

Als Aperitivistas sind wir mit den zugegebenermaßen außergewöhnlich guten Gins von den Frangenbergs in purer Form überfordert und wünschen uns ein tolles Cocktail-Rezept für den herbstlichen Aperitivo. Mit dem extravaganten Truffled Martini finden wir genau dieses und empfehlen es allen für ein smoky Gin-Erlebnis.

Truffled Martini

Zutaten

4,0cl Trüffel Gin 

4,0cl Birnensaft 

2,0cl Williams Birnen Brand 

1,0cl Peated Single Malt Scotch Whisky

Alle Zutaten kräftig auf Eis shaken und in einer Cocktailschale mit Trüffel servieren.

Den Trinkspruch dazu liefert uns Dagmar Frangenberg: „Wir trinken darauf, Dinge auszuprobieren, auch mal zu scheitern, es noch einmal zu wagen! Mut zu haben – egal wie jung oder alt man ist. Schon morgen kann alles vorbei sein. Und dann zählt das, was war und heute ist! Also hebt die Gläser! Wir trinken auf`s Leben. Darauf, dass am Ende verrückte Erinnerungen statt ungelebte Träume stehn!“ Cin Cin Dagmar!

True Italian Taste: Risotto all’Amarone von Gabriele Ferron

True Italian Taste: Risotto all’Amarone von Gabriele Ferron

Die Zubereitung des Risotto all’Amarone von Gabriele Ferron erleben wir in der berühmten, bereits in der vierten Generation von der Familie geführten Riseria Ferron südlich von Verona. Gemeinsam mit der Journalistin Monika Kellermann kocht Ferron dieses typische Gericht Venetiens, zu dessen Zutaten einige der besten Produkte der Region zählen. Frei nach dem Sprichwort: „Es gibt kein Lebewesen auf dem Land, im Meer, im Fluss und in der Luft, das nicht irgendwann mal in einem Risotto geendet wäre“ verwendet er neben dem heimischen Risottoreis Vialone Nano IGP feines Olivenöl Garda DOP und würzig aromatischen Monte Veronese Käse DOP. Die Zusätze „IGP“ (Typische geografische Herkunft oder in der EU: g.U. für „geschützte Ursprungsbezeichnung“) und „DOP“ (das italienische Zeichen für „geschützte Herkunft“) mögen schwerfällig klingen, sind aber essentiell für die Qualität der Produkte. Und genau darum geht es in dieser Cooking Masterclass im Rahmen der staatlichen Initiative True Italian Taste, die sich für den Schutz echter italienischer Produkte einsetzt. Sie soll Fans authentischer Lebensmittel dafür sensibilisieren, beim Kauf von italienischen Produkten auf diese Qualitätssiegel zu achten und nicht auf vermeintliche, italienisch anmutende Kopien hereinzufallen.

Weine aus dem Valpolicella

Viele kulinarische Köstlichkeiten haben ihren Ursprung in Venetien, einer an landschaftlicher Vielfalt kaum zu überbietenden Region im Nordosten Italiens. 20 % aller italienischen DOC-Weine, von denen es im Veneto immerhin 29 verschiedene Gebieten gibt, stammen aus dem Veneto. Besonders bekannt ist die Weinbauregion Valpolicella nördlich von Verona. Neben dem international renommierten Amarone DOCG (geschützte garantierte Herkunft) stammen auch der Ripasso della Valpolicella, Valpolicella Superiore und Recioto von hier. Für das Risotto all’Amarone von Gabriele Perron verwendet der Reisproduzent allerdings nicht den Wein im Titel, sondern – wie viele Köch*innen – den ebenso charakterstarken, aber deutlich günstigeren kleinen Bruder Ripasso della Valpolicella. Für den aktuell sehr angesagten Ripasso DOC kommen die Traubentrester des Amarone erneut zum Einsatz. Die jungen frisch fruchtigen Valpolicellaweine, häufig Valpolicella superiore, werden mit den Amarone-Trestern vermischt und ein zweites Mal vergoren. Diese Ripasso-Methode machen die Rotweine opulenter und verleihen ihnen einen Touch von Trockenfrüchten. Für unser Risotto all’Amarone von Gabriele Ferron verwenden wir den Valpolicella Ripasso DOC von der traumhaft schön gelegenen Tenute SalvaTerra in San Pietro in Cariano, im Herzen des Gebietes Valpolicella Classico.

Regionales Olivenöl und Käse

1997 wurde das Olivenöl von der Europäischen Union als DOP anerkannt. Typisch für die Garda DOP Olivenöle sind ein mildfruchtiger Duft, ein Geschmack der an frisches Gras und Artischocken erinnert und im Abgang zarte Mandelaromen. Das aromatische Olivenöl extra vergine Garda DOP eignet sich mit seinen frischen, grasigen Aromen und den eher verhaltenen Bitteraromen und der dezenten Schärfe perfekt für ein Risotto, es mundet aber auch hervorragend pur auf einem knusprigen Weißbrot. Das von uns verwendete Olivenöl stammt vom von der Frantoio Bonamini in Illassi, die seit über 50 Jahren in der Valpolicella-Region ansässig ist. Es wird aus den autochthonen Olivensorten Favarol und Grignano gepresst. Der Fettsäuregehalt liegt bei erfreulich niedrigen 0,2 %, was auf eine zügige Pressung nach der Ernte schließen lässt. Das delikate, mittelfruchtige Olivenöl Veneto Valpolicella DOP hat 2021 zum zweiten Mal den Hall of Fame (100/100 Punkte) im international anerkanntesten Olivenölführer Flos Olei erhalten. Beim Käse verwenden wir nicht etwa Parmesan, sondern bleiben mit dem Monte Veronese vecchiato DOP regional. Nördlich von Verona erstrecken sich die Berghänge der Lessinia mit ihren fruchtbaren Almen auf denen Kühe grasen und aus der aromatischen Milch wird der Monte Veronese Käse gemacht. Der Monte Veronese wird derzeit von 9 Käsereien ausschließlich auf der Lessinia produziert. Seit 1993 trägt der Käse das italienische DOP Siegel und seit 1996 auch das EU Zeichen g.U. für geschützte Ursprungsbezeichnung. Er reift mindestens ein Jahr und begeistert mit kräftigen Aromen, die dem Risotto genau den richtigen würzigen Geschmack.

Das Risotto all’Amarone von Gabriele Ferron

Zutaten für 4 Personen:
½ rote Zwiebel, am besten die milden aus Tropea
4 EL Olio d´Oliva Garda DOP
300 ml Amarone classico della Valpolicella DOCG oder Valpolicella Ripasso DOC
400 g Riso Vialone Nano Veronese IGP
900 ml Gemüsebrühe, möglichst selbst zubereitet aus Karotten, gelbe Zwiebeln und Lauch
ca. 30 g Butter
70 g Monte Veronese vecchiato DOP, frisch gerieben
Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Außerdem:

Gemüsebrühe – selbstgemacht oder Instant
Rote Zwiebel (am besten die roten aus Tropea)
Butter, Salz und Pfeffer

Zubereitung:
Die Zwiebel in kleine Würfel schneiden und in 2 EL Olivenöl andünsten. Den Rotwein in einem Topf erhitzen, aber keinesfalls kochen lassen.
In einem Schmortopf das restliche Olivenöl mit dem Reis einige Minuten erhitzen. Die gedünsteten Zwiebelwürfel hinzufügen, mit heißem Rotwein aufgießen und bei mittlerer Hitze unter schonendem Rühren mit einem Holzlöffel einkochen lassen. Nun 700 ml der kochend heißen Gemüsebrühe auf einmal dazu gießen (Achtung: nicht nach und nach, wie oft in Risottorezepten), vorsichtig umrühren und zugedeckt bei schwacher Hitze 15 bis 18 Minuten garen lassen. Sobald die Reiskörner weich sind, aber noch Biss haben, den Topf von der Kochstelle nehmen und die Butter sowie den frisch geriebenen Monte Veronese DOP unterrühren. Damit der Risotto „all´onda“, also cremig wird, fügt man mit der Butter und dem Käse noch so viel wie nötig von der zurückgelassenen Brühe dazu. Zum Schluss mit Salz und frisch gemahlenen Pfeffer abschmecken.

Guck mal, eine Fee: Die Botanische Nacht 2021

Guck mal, eine Fee: Die Botanische Nacht 2021

Ich habe eine große Schwäche für Feen und andere Waldwesen, Kobolde, Riesen, Magier und sprechende Bäume. Und das mitten in Berlin. Was für ein Glück, dass sich einmal im Jahr  der Botanische Garten in Steglitz genau in einen solchen Wunderwald verwandelt. Die Botanische Nacht als Botania 2021: Ein ganz besonderes Erlebnis, hat man das Talent, sich in eine Zauberwelt aus Licht, Musik und Illusionen fallen zu lassen.

Seit 2008 gibt es dieses Spektakel einmal im Jahr. Wegen des großen Erfolgs lädt der Botanische Garten inzwischen sogar an zwei Wochenenden im Sommer das lustwandelnde Volk zum flanieren und staunen zur Botanischen Nacht

Botanische Nacht: Spaß im Funkeltal

Vier Tage, die der Magie gehören. Zur Boantischen Nacht ist das riesige Gelände eingeteilt in acht Naturwelten, die so zauberhafte Namen tragen wie Idyll der Illusion, Die stummen Berge, Hain der Hoffnung, Funkeltal oder Dunkelwald. Rund 16 Kilometer Wegstrecke, auf denen Licht, Klang und Kunst warten. Manchmal überraschend aus dem Gebüsch springend, manchmal einfach als Bühnenspektakel mit durchaus irdischen Bands, die auch mal den Schnunkelhit „Cordula grün“ intonieren. Da passt vielleicht nicht unbedingt der Rhythmus dieser Botanischen nacht, aber durchaus die Farbe im Namen des Titels.

Zwischendurch warten verschiedene Fressbuden mit mehr oder weniger schmackhaften Angeboten vom Grill auf hungrige Wanderer durch die Botanische Nacht. Und natürlich gibt`s auch genügend Bier, Wein und Aperol Spritz in To-Go- Qualität. Gibt sicherlich besseres, aber darum geht es in dieser Nacht ja gar nicht. Schließlich soll ja keiner dursten auf den langen Wegen durch die Welt der Magie im Botanischen Garten. Es empfiehlt sich allerdings, nicht nur bequeme Schuhe, sondern auch ein etwas dickeres Portemonnaie einzustecken.

#BO Berlin – Botanischer Garten als Wissenszentrum

Und während es bis zwei Uhr nachts glitzert und funkelt, strahlt und klingt, duftet und die Stunden immer mehr in einem surrealen Zauber versinken, bleibt eine ganz andere Betrachtung bei Tageslicht: Der Botanische Garten Berlin ist BO Berlin – Internationales Wissenszentrum der Botanik und gehört seit 1995 zur FU Berlin.

Und in diesem Zusammenhang hat der Botanische Garten Berlin gerade erst sein Zukunftskonzept für die kommenden zehn Jahre präsentiert:  Mit der Marke BO Berlin – Internationales Wissenszentrum der Botanik unterstreicht er seine Bedeutung als einzigartiger Ort der Wissensgenerierung und -vermittlung. „Wir bewahren Wissen, wir mehren Wissen und wir teilen es mit der Welt. Im globalen Netzwerk als Knotenpunkt der Biodiversitätsforschung. Und in Berlin als Forum für Natur-Erlebnisse“, so Prof. Dr. Thomas Borsch, Direktor des Botanischen Gartens Berlin. Das Zukunftskonzept 2021-2030 umreißt die strategischen Vorhaben und zukünftigen Angebote in Garten, Museum sowie Wissenschaft und Forschung.  

Botanischer Garten steht für Biodiversität

Ein neu gegründetes Zentrum für Biodiversitätsinformatik und Sammlungsdatenintegration soll den Wissens-Hub in den kommenden zehn Jahren weiter ausbauen. Dazu gehören Planungen, gemeinsam mit wissenschaftlichen Partnerinstitutionen in aller Welt eine global vernetzte Dateninfrastruktur der Botanik zu schaffen, die zukünftig auch Data-Modeling-Projekte ermöglicht.

Ein Upgrade für Garten und Museum

Für die Gäste aus Berlin und aller Welt werden in den nächsten zehn Jahren zahlreiche neue Angebote in Garten und Museum entstehen. Mehr als 17 Millionen Euro fließen bis 2023 aus Fördermitteln der „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in die touristische Erschließung und Verbesserung der Infrastruktur sowie die Aufwertung der Gartenanlage. Zugegeben – das klingt spektakulär. Aber zum Glück treiben nachts, wenn die Wissenschaftler schlafen, immer noch  Kobolde, Waldgeschöpfe und Feen ihr Unwesen. Und das hoffentlich noch viele Jahre während der Botanischen Nacht – und auch davor und danach.

Küchenparty im 12seasons

Küchenparty im 12seasons

Lust auf eine Küchenparty im 12seasons? Ab jetzt lädt das Charlottenburger Restaurant in der Giesebrechtstraße 3 jeden Monat einmal zum Feiern rund um Herd und Tresen. Wir waren zum Kick-off am 1. August dabei.

Für außergewöhnliche Ideen waren die Jungs vom 12seasons von Anfang offen. Als ihnen Corona einen Strich durch die geplante Neueröffnung im vergangenen Jahr machte, präsentierten sie kurzerhand einen saisonalen Pop-Up-Markt mit exklusiven To-Go-Gerichten auf der kleinen Terrasse vor dem Restaurant. So kann man den Nachbarn auch mitteilen: Hallo, wir sind die Neuen im ehemaligen Kultladen Juleps.

Ja, wir haben Lust auf die Küchenparty im 12seasons. Und der August strahlt uns in auffälligen Neonbuchstaben mit Hashtag entgegen. Der Schriftzug hängt gut sichtbar über der Szene und beleuchtet in einem auf den Rest der Einrichtung abgestimmten lila-pink Gäste, Tresen, Küche und viele Gläser, die im Laufe des Abends gefüllt und getrunken werden. Und jetzt dürfen die Gastgeber Tim Hansen und Vitali Müller mit Küchenchef Kamel Haddad endlich volle Lotte zeigen, was sie können – und bleiben natürlich dem Motto und dem Konzept treu. Jeder Monat hat sein eigenes Gesicht im Zeitenwandel – 12 Jahreszeiten = 12seasons.

Kick-Off im August

Für den August und ihr Kick-Off-Event der monatlichen Küchenparty-Reihe servieren die Herzblut-Gastronomen Lachsforelle mit Wassermelone und Harissa, Zucchini mit Avocado, weißer Schokolade und Senf, Wildente an Bohnen und Kirsche und Brie mit Aprikose. Als Abschluss werden die rund 80 Gäste der Küchenparty im 12seasons mit Pfirsich, Lavendel und Mais verwöhnt. Wer zur Weinbegleitung Abwechslung möchte, genießt die Cocktails von Mixer Andreas Andricopoulos, der aus dem Golvet für diesen Monat im 12seasons zu Gast ist. Er servierte unter anderem Paere, einen Aquavit; Birnenbrand mit Salz-Mix. Und sehr großen und außergewöhnlichen Eiswürfeln. Auch optisch eine Offenbarung. 

Black Beauty in Berlin

Für das international erprobte Gastronomen-Trio ist das Konzept vor allem trendig: „Wir widmen uns intensiv der Saisonalität, nicht nur weil es zeitgemäß und verantwortungsbewusst ist, sondern weil jede Jahreszeit hervorragende Produkte mit einem einzigartigen Geschmack bereithält“, erklärt Inhaber Tim Hansen und sein Partner Vitali Müller ergänzt: „Saisonal zu kochen ist nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern auch zeitgemäß und verantwortungsbewusst.“

So wie die Monate werden zukünftig Gerichte, Farben, Formen und auch das Wein- und Cocktailangebot wechseln. Beim stimmungsvollen Raumkonzept haben die Chefs eng mit dem Architekturbüro Neikes zusammengearbeitet. So war das Paar dann auch geladen zum Eröffnungsabend. Dazu trug Regine Neikes übrigens eine leuchtend bunte Kombination aus Rock und Bluse – diametral konträr zum Farbkonzept des 12seasons.

Der Arbeitstitel des Restaurants in der Planungsphase war nämlich „Black Beauty“. Schwarz ist dann auch die Grundstimmung des Raumes, der mit unterschiedlichen Lichtkonstruktionen zum Leben erweckt wird. Herzstück ist der Tresen rund um die Bar mit insgesamt 20 Plätzen, der die offene Küche umschließt. Der Raum wirkt modern, international und durch die Möglichkeiten der Lichtspielereien immer wieder anders. Der Bodenbelag im Missoni-Stil aus recycelten Fischernetzen und die Vinyl-Tapete waren nicht nur wirklich teuer, sondern runden das Bild ab. Für die Gründer ein magischer Ort mit sehr viel mehr Möglichkeiten als nur Restaurant; auch Raum für private Feiern, Kochschule, Events usw.

Das 12seasons mit dem schwierigen Start in die anspruchsvolle Berliner Gastro-Szene ist ihr eigener Kosmos, bei dem alles stets im Wandel ist – bis auf die hohe Qualität und der Anspruch an das Glück der Gäste.Wir freuen uns jetzt schon auf den September. Karten für die Küchenparty kosten übrigens 55 € und garantieren einen lustvollen Sonntagnachmittag.

Aperitivo Nonino: Der italienische Sommerdrink

Aperitivo Nonino: Der italienische Sommerdrink

Als Aperitivistas sind wir permant auf der Suche nach neuen Aperitifs und Alternativen zum Aperol Spritz. Umso mehr waren wir auf den Aperitivo Nonino gespannt, den Barmann Simone Maion uns beim im Rahmen des Projektes True Italian Taste von ITALCAM gemeinsam mit PromoTurismo FVG organisierten Livestreams „Aperitif aus dem Borgo Nonino“ vorstellen würde. Gemeinsam mit Antonella Nonino und der Food-Journalistin Monika Kellermann durften wir außerdem einen selten gewährten Blick in die 120 Jahre alte Destillerie Nonino werfen. 2019 wählte der renommierte Wine Enthusiast’s Wine&Spirits Award sie zur besten Destillerie weltweit.

Silvia, Antonella, Cristina, Francesca und Elisabetta Nonino

Der Aperitivo Nonino Botanical Drink

Bei dem Aperitivo Nonino BotanicalDrink handelt es sich um eine zeitgenössische Infusion aus Botanicals und dem Nonino Traubenbrand ÙE®. 2018 kreierten ihn Cristina, Antonella, Elisabetta und Francesca Nonino, nachdem sie die Botanicals über 3 Jahre untersucht hatten. Die neue Version einer über 90 Jahre alten Familien-Rezeptur veredelten sie mit dem reinsortigen ÙE® Traubenbrand Monovitigno® Fragolino vom Nonino-Weinberg. Frisch, fruchtig, mit Zitrusnoten und einem Hauch von Waldfrüchten: ein frischer Aperitif, der so schmeckt, wie Gianna Nanninis Kultsong „Un’estate italiana“ klingt. Der Aperitivo Nonino ist der erste italienische Aperitif, der bei Meininger’s International Spirits Award den internationalen Preis «Aperitif des Jahres 2021» erhielt. In Berlin haben wir ihn im Centro Italia entdeckt, wo es auch die passenden Taglieri und anderen Köstlichkeiten für einen echten Aperitivo italiano gibt.

Grappa-Cocktails à la Simone Maion

Im Rahmen des Livestreams sind wir heute dabei, wie Simone Maion uns im Borgo Nonino einen Spritz mit dem L’Aperitivo Nonino mixt. Der Barmann ist nicht nur im Friaul eine Größe. Mit seiner hinter einem Restaurant versteckten «Mr Simon Secret Bar« hat er es sogar ins berühmte Buch von Jürgen Lijcops «150 Bars you need to visit befor you die» geschafft. Beim nächsten Besuch im hübschen Udine versuchen wir garantiert, an den geheimen Einlass-Code ins magische Reich von Mr. Simonzu kommen…

Für den Spritz gießt Simone Maion den leuchtend gelben Aperitivo Nonino mit einem Ribolla Gialla Spumante auf. Weine dieser authochtonen Rebsorte werden in Friaul-Julisch-Venetien übrigens auch gerne solo zum Aperitivo getrunken. Die MIschung ergänzt er mit einer Scheibe frischer Zitronenschale, einem Spritzer Zitronensaft und Sodawasser. Fertig ist ein erfrischender Drink, den wir – zu Hause nachgemixt – mit köstlichen geräucherten Regina di San Daniele Forellen und knusprigen Fricut-Aperitifcräckern genießen. Für uns ist der Aperitivo Nonino der Sommerdrink 2021 schlechthin, der sich alternativ mit einem guten Prosecco Superiore zubereiten lässt. Ein Drink für den späteren Abend ist sein Nonino Sour, bei dem der Whisky durch Grappa Nonino Riserva AnticaCuvée ersetzt wird.

Die Rezepte

Aperitivo Nonino- Botanical Spritz
Aperitif Nonino- Botanical Spritz

4 cl L ́Aperitivo Nonino BotanicalDrink
10 cl Acqua tonica oder Ribolla Gialla
1 Spritzer und ein wenig Schale einer unbehandelten Zitrone oder einer Frucht der Saison Eiswürfel

Der Nonino Sour
Der Nonino Sour

4 cl Grappa Nonino Riserva AnticaCuvée, 5 Jahre gereift 1,5 cl frisch gepresster Zitronensaft
2 cl flüssiger Rohrzucker
1 cl Eiweiß
Eiswürfel
1 Scheibe Limone oder Früchte der Saison

Le Petit Chef im Grand Hyatt Berlin: Kleiner Koch, großes Kino

Le Petit Chef im Grand Hyatt Berlin: Kleiner Koch, großes Kino

Kunst und Küche

Erst die Van Gogh Immersive Experience, jetzt Le Petit Chef im Grand Hyatt Berlin: 3D-Projektionen liegen voll im Trend und sind nun in die Gourmetküche eingezogen. Sehens- und schmeckenswert ist das am 4. August startende Spektakel unbedingt. In der Hauptrolle steht der 58 mm kleine Meisterkoch, der den Gästen feinste, vorwiegend französische Küche in 5 Gängen serviert. Dabei werden der Tisch und der eigene Teller fast magisch zur Leinwand. Kunst und Küche verschmelzen schwerelos zu einem alle Sinne ansprechenden Genusserlebnis, das überrascht, betört und nachhaltig erfreut.

Fein interpretierte Produktküche

Entwickelt wurde das kulinarische Pop-up-Show von dem belgischen Künstlerkollektiv Skullmapping. Dabei können die umsetzenden Köch*innen selbst entscheiden, wie das Menü im Detail umgesetzt wird – Hauptsache, die Gänge passen zur Geschichte. Beim Le Petit Chef im Grand Hyatt Berlin kocht Bankett-Küchenchef Philipp Ketzer. Er überzeugt mit seiner sauberen, klassisch produktorientierenten Interpretation der einzelnen Gerichte. Nach einem Intro mit Maulwurf im Gemüsegarten gibt es zum Einstieg eine nach italienischem Sommer schmeckende Burrata mit Paprikamarinade, Gartenkräutern und Rucola. Der folgenden „Marseillaise Bouillabaisse“ mit Pulpo, Garnelen, Jakobsmuscheln, Estragon und hervorragendem Krustentierfond geht ein unterhaltsamer Kampf des Petit Chef mit einem Oktopus voraus. Als weiteres Zwischengericht folgt der konfierte Hummer mit Queller, Sauce Noisette und knusprigem Mais – für uns das Highlight des Abends. Statt des Filets vom Simmentaler Rind wählten wir ein Beyond Meat, das mit gerösteten wilden Brokkoli, Karotten und getrüffelter Sellerie-Kartoffelcreme kam.

Dessert & Weinbegleitung

Abschließend hatte das Team um die großartige Franziska Wilbrand das köstliche Zitronensorbet mit Himbeeren, Vanille-Baiser, Manjari Schokolade und Melisse lustigerweise in die Bretagne verlegt. Ganz entgegen der meteorologischen Wahrscheinlichkeit war sie im Film romantisch verschneit. Aber wir sind ja auch im Märchen und nicht in der schnöden Realität. Wer sich auch bei den Getränken dem Le Petit Chef und seiner Sommelière Franziska anvertrauen möchte, ist mit dem Drink-Package für 39 Euro hervorragend aufgehoben. Nach einem Glas Champagner empfiehlt sie eine Auswahl an Rosé-, Weiß- und Rotweinen, von denen uns der 2020 Riesling trocken von Robert Weil und der 2016 Ursprung von Schneider besonders gut gefiel. Zum Hummer hingegen wählten wir erneut Champagner – nichts passt besser.

Auch als Classic- oder Kindermenü

Das beschriebene Menü kostet 149 Euro zzgl. Getränke. Wer es nicht ganz so opulent möchte, wählt das „Le Petit Chef Classic“ für 99 Euro. Es verzichtet auf einige Details und präsentiert im Hauptgang ein Roastbeef vom Simmentaler Rind mit Brokkoli, Karotten und Kräuterkartoffeln. Die vegetarische Variante setzt auf Burrata, Kürbissuppe, Gnocchi, Beyond Meat Steak und Zitronensorbet. Da auch Kinder Spaß an dem Petit Chef-Event haben dürften, bietet das Grand Hyatt bis einschließlich 12 Jahre ein Juniormenü für 49 Euro an. Mit Mozzarella auf Blattsalat und Kirschtomaten, einer Tomatensuppe mit Basilikum und anschließenden Ravioli mit jungem Spinat und Parmesan. Als Hauptgang gibt es ein gegrilltes Maishähnchen an Butterkartoffeln, Karottengemüse und Erbsen, zum Dessert Vanilleeis mit Himbeeren und Keks. Die Getränke für Kinder bis 13 Jahre sind bei dem Angebot inklusive.

Die Show startet mittwochs und donnerstags um 19 Uhr. Freitags und samstags gibt es jeweils zwei Shows um 18 Uhr und um 21 Uhr. Sonntags präsentiert sich „Le Petit Chef“ um 17 Uhr und um 20 Uhr. Das Grand Hyatt Berlin freut sich auf Reservierungen für das kreative Gourmet-Event mit atemberaubendem 3D Projetion Mapping online unter https://lepetitchef.com/grand-hyatt-berlin

© Le Petit Chef 

Träumen im Kunstwerk

Träumen im Kunstwerk

Wandkünstler Michele Ormas verzaubert Schlafzimmer

Wie schön, wenn Träume wahr werden. Und wie einfach im Grunde, wenn Farbe dafür reicht. Natürlich nicht nur Farbe: Diese gelben, blauen und goldenen Töne in der Hand von Wandkünstler Michele Ormas, erfüllt mit kreativem Leben und umgesetzt in detailverliebter Genauigkeit, verzaubern ein kleines und unscheinbares Zimmer in ein Gesamtkunstwerk.

Die Idee

Mein Schlafzimmer ist im Grunde langweilig. Lang, schmal, dunkel. Trotzdem irgendwie gemütlich. Bislang eher orientalisch. Jetzt soll frischer Wind her. Anders. Kreativ. 15 m² Zimmer mit Nordfenster, Rückwand im Schatten. Ich möchte etwas anderes. Der Bühnenbildner und Wandkünstler Michele Ormas ist es, der mein Vertrauen gewinnt. Er wird der Künstler, der mein Schlafzimmer verzaubert. Ich lasse ihm freie Hand. Nur ein bisschen mische ich mich ein, den Rest mischt er. Er sieht mein Bett und mich darin als Mittelpunkt meiner nächtlichen Träume. „Alles, was Du in dieser Dimension erlebst, soll mit der Wandgestaltung illustriert werden“, sagt der charmante Italiener. Und zu Gesa sagt er: „So wie ich Martina in ihrer muntereren Intelligenz und Lebendigkeit wahrnehme, kam mir als Erstes das Bild eines Schmetterlings in den Sinn. So sind zwei Flügel, die sich gemeinsam mit ihrem Schatten bewegen, zum zentralen Gestaltungsmerkmal geworden – so als ob sie mit ihrem Rücken lebendige Spuren auf der Wand hinterlassen.“

Die Umsetzung – Wandkünstler verzaubert Schlafzimmer

Für Michele liegt in der halbdunklen Rückwand sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance. Er entscheidet sich für einen tiefblauen Anstrich (Farrow&Ball: Stiffkey Blue), der an den Seiten und an der Decke fortgeführt wird und so für eine dreidimensionale Tiefe sorgt. Als Kontrast und zur Aufhellung des Zimmers wählt er einen sonnengelben Kreis, den er mit gelber Abtönfarbe selber mischt, im Zentrum der blauen Rückwand – inspiriert vom amerikanischen Maler und Illustrator Norman Rockwell, der solche Kreise ikonenhaft als Hintergründe seiner komplexen Lebensszenen verwendet. Um den Kreis trägt er einen Rand in Blattgold auf, die Außenränder werden mit einer Zierleiste im selben Blau abgeschlossen. Für den Schmetterling erstellt er zunächst eine Schablone, die die Dimension zeigt und mit deren Hilfe er ihn auf die Wand aufträgt.

Verliebt ins Detail

Michele arbeitet gründlich. Den Kreis als Mittelpunkt klebt er exakt ab – keine Ahnung, woher er diese Präzision nimmt. Mit buddhistischer Ruhe zieht er seine Bahnen. Das gelbe Runde nimmt Formen an und strahlt schon bald wie eine Sonne. Ein interessanter Kontrast – gelb und blau. Mit goldener Farbe akzentuiert er den Kreis und teilt den Schmetterling, deren Lebendigkeit an das Farbenspiel eines Skarabäus erinnert. Michele Ormas versinkt meditativ über Stunden in das Akzentuieren der Flügel und fügt jedem Detail schon bald ein neues hinzu.

Das Glück im Kleinen

Ein bisschen dauert es, bis der Künstler final zufrieden ist. Am Ende hat er sorgfältig gearbeitet, den schwierigen Untergrund aus einer uralten Raufasertapete besiegt, ist unauffällig im Hintergrund aktiv gewesen, hat höflich gefragt, ob das Kunstwerk gefällt. Michele hat meine Gedanken gelesen, meine Wünsche erfüllt – und meine Seele berührt. Ich schlafe ab jetzt in einem Kunstwerk, meine Träume werden behütet von einem Schmetterling, und wenn ich nachts wach werde, fühle ich mich beschützt wie in einer magischen Kammer. Danke!

Online-Cooking-Masterclass mit Matteo Metullio von Harry’s Piccolo Restaurant

Online-Cooking-Masterclass mit Matteo Metullio von Harry’s Piccolo Restaurant

ITALCAM lädt zum virtuellen Meister-Kochkurs

Als die Einladung zur Online-Cooking-Masterclass mit Matteo Metullio und Davide Da Pra ins Haus flattert, zögere ich keine Sekunde und bestelle das Paket mit typisch friulanischen Produkten für ein Risotto mit Formadi Frant-Käse und San Daniele-Forelle. Nicht nur, dass der gebürtige Triestiner Chef seiner Heimatstadt 2 Michelin-Sterne eingebracht hat und das Team Metullio-Pra zu den interessantesten Auftsteigern der italienischen Gourmetszene zählt. Auch, dass Reisen und Restaurantbesuche in Zeiten der Pandemie zu einem Sehnsuchtsgut geworden sind und wir kreative Initiativen wie die von PromoTurismo Friulisch Julisch Venetien und ITALCAM organisierte Online-Cooking-Masterclass mit Matteo Metullio als großartige Abwechslung zum monotonen Lockdown-Leben begrüßen.


Davide Da Pra (links) und Matteo Metullio, auf der Piazza dell’Unita d’Italia in Triest

Die ersten zwei Michelin-Sterne für Triest

Es sind die ersten Zwei-Michelin-Sterne in der Geschichte der mitteleuropäischen Stadt par excellenze, vereinen sich hier im Nordosten Italiens doch die slawische, österreichische und italienische Kultur. Mitten in der Hauptstadt der Region Friaul-Julisch Venetien befindet sich die atemberaubend schöne Piazza dell’Unità d’Italia mit dem traditionsreichen Luxushotel Duchi D’Aosta. Eine bessere Adresse hätte Matteo Metullio mit seinem Sous-Chef Davide Pra für die Gründung des Gourmetrestaurants Harry’s Piccolo kaum finden können.

True Italian Taste: Beste Produkte aus Italien

Die Online-Cooking-Masterclass mit Matteo Metullio findet im Rahmen von True Italian Taste statt, eine Aktion des italienischen Außenministeriums, die auf die hohe Qualität authentisch italienischer Lebensmittel aufmerksam machen möchte. Wir freuen uns also auf die einmalige Gelegenheit, mit dem Dreamteam gemeinsam auf Zoom ein CREMIGES RISOTTO MIT KÄSE «FORMADI FRANT», MEERRETTICH UND GERÄUCHERTER FORELLE zu kochen. Zu diesem Gericht mit DOP und DOC-Produkten der Region empfehlen die Köche die Weißwein-Cuvée Gramogliano 2019, die nach dem gleichnamigen Weinberg von Canus in Corno di Rosazzo benannt ist.

Insidertipps für Sterne-Risotto

60 TeilnehmerInnen sind der Einladung von ITALCAM zur Online-Cooking-Masterclass mit Matteo Matullio gefolgt. Auch Risotto-Profis dürften überrascht gewesen sein, dass der Sternekoch den Vialone Nano-Reis ohne Öl im Topf erhitzt und die richtige Temperatur mit der Hand überprüft. Erst dann löscht er mit Weißwein – idealerweise dem Gramogliano, den wir später zum Essen trinken – ab. Das köstlich nach frischem Heu duftende Tergeste DOP Olivenöl wird erst später zugegeben. Vorher rühren wir den Formadi Frant-Käse ein, der sich sofort im al dente gekochten Reis auflöst. Das intensive, fast an Schimmelkäse erinnernde Aroma dieses auschließlich im Friaul hergestellten Rohmilchkäses verleiht dem Risotto seinen charakteristischen Geschmack. Frisch geriebener Kren (Triestinisch für Meerettich) sorgt für delikate Schärfe, die Butter (in Ermangelung eines friulischen Originals nehmen wir französische) für die Cremigkeit. Die in Würfel geschnittene, geräucherte San Daniele-Lachsforelle toppt das Zusammenspiel dieses ganz besonderen Risottos.

Typische Weißweincuvée von Canus

Das zwar cremig anmutende und unschuldig wirkende Reisgericht überrascht mit einem aromaintensiven, handfesten Geschmack, der nach einem olfaktorisch ebenbürtigen Wein verlangt. Die komplexen Aromen des Bianco DOC Friuli Colli Orientali Gramogliano 2019 von Canus setzen mit kräftiger Säure einen gelungenen Konterpart zum Risotto. Genau wie die eingesetzten Zutaten spiegelt die Cuvée aus den regionaltypischen Rebsorten Friuliano, Pinot Grigio, Sauvignon und Ribolla Gialla die Region Friulisch Julisch Venetien perfekt wieder. Das Zusammenspiel beider evoziert die unberührte Natur Karniens, den Karst und die Traditionen mitteleuropäischer Küche aufs Allerschönste. Vielen Dank für die Online-Cooking-Masterclass mit Matteo Matullio und den virtuellen kulinarischen Ausflug ins Friaul! Welch ein Fest wird es sein, bei Matteo Metullio und Davide Pra das Original-Risotto genießen zu können. Diesen Sommer in Triest, hoffentlich.

Das Rezept

CREMIGES RISOTTO MIT KÄSE «FORMADI FRANT», MEERRETTICH UND GERÄUCHERTER FORELLE

ZUTATEN FÜR 1 PERSON

50 g Vialone Nano Reis
Weißwein ca 50 ml. (als Zugabe)
200 ml Gemüsebrühe
20 g gehäutete und entgrätete Räucherforelle 10 g frische Meerrettichwurzel
20 g Alpenbutter
10 g natives Olivenöl extra
25 g Formadi Frant Käse
Salz und Pfeffer nach Belieben

Die Zubereitung findet ihr auf dem Video der Online-Cooking-Masterclass mit Matteo Metullio und Davide Pra findet ihr hier.

Die besten Restaurants mit Take-Away in Berlin

Essen gehen ist vorerst gestrichen, Bars und Cafés sind geschlossen: Berlin steht im Zeichen des Lockdowns, und das vorerst bis zum 21. Dezember. Gerade in der Weihnachtszeit trifft uns Ausgehfreudige und Fans des guten Essens das hart. Das mag ein vertretbares Luxusproblem sein, die Gastronomie hingegen befindet sich vielerorts in einer lebensbedrohlichen Situation. Schließlich wurden schon im ersten Lockdown herauragende Köche entlassen, und einige ambitionierte Restaurants haben die Krise gar nicht überstanden. „Support your local restaurant“ und „verantwortungsvoller Genuss zu Corona-Zeiten“ lauten die Gebote der Stunde. Deshalb haben wir eine Woche lang die Mitnehm-Angebote toller Restaurants in den verschiedenen Kiezen getestet – hier sind die besten Restaurants mit Take-away in Berlin.

Fine Dining für zuhause: Der India Club

Berlins wohl feinste indische Küche verspricht der India Club. Für seine „Authentic North Indian Cuisine“ im Hotel Adlon heuerte Betreiber Enno August Jagdfeld Manish Bahukhandi als Küchenchef an. Wir ordern das Chicken Tikka HIghway aus dem Original Tandoori-Ofen, köstliches Buttered Chicken nach Familienrezept von Chef Manish Bahukhandi und hervorragendes Lamm (Rara Meat). Dazu verschiedene Brote, Dals und unbedingt Raita mit Joghurt, Gurke, Minze und Kumin zum Abmildern der Schärfe. Als Vorspeise überzeugt uns besonders der fantastisch gewürzte Kohlrabi-Apfel-Salat. Das göttliche Mango-Lassi geht in seiner opulenten Süsse fast schon als Dessert durch. Wäre da nicht das göttliche Gulab Jamun aus Grieß, Milch und Rosenblättern, dass in der Nase entfert an Spritzkuchen erinnert. Die Preise sind dem Niveau des Restaurants entsprechend gehoben (15-21 Euro für die Vorspeisen, 21-27 Euro für die Hauptspeisen, Side Dishes 4-9 Euro). Dafür kommt das Essen ökologisch korrekt in stylischen Pappschachteln verpackt und ready-to-eat nach Hause. Das Aufwärmen entfällt, und in ganz Berlin ist die Lieferung ab 50 Euro Bestellwert frei. Zusätzliches Highlight: Restaurantleiter Mika Rahimkhan, der die besondere Gastfreundschaft des India Club sogar übers Telefon transportiert. Unser Tipp für besondere Anlässe!

India Club, Lieferservice von Donnerstag bis Dienstag von 15:00 – 21:00 Uhr

Feinkost mit Weinbegleitung: Restaurant Bricole

In unserer Liste für die besten Restaurants mit Take-away in Berlin darf das Bricole am Prenzlauer Berg nicht fehlen. Schließlich zählt das Restaurant mit den vielen köstlichen Kleinigkeiten zu den vielversprechendsten kulinarischen Orten Berlins. Nun hat pünktlich zum Lockdown wieder die PopUp-Feinkostwirtschaft Bricole geöffnet. Am Verkaufsfenster steht der wunderbare Gastgeber Fabian Fischer, der zu den appetitlich in Einmachgläsern verpackten Spezialitäten persönlich den passenden Wein für Zuhause empfiehlt. Heiß begehrt sind die Königsberger Klopse (perfekt aus Kalb und mit genau der richtigen Dosis Kapern) mit Nussbutter-Kartoffelpüree und Rotebeete-Salat. Köstlich zum Aperitiv das Malzbrot mit Karamell-Butter, Gänserillettes und Entenleberparfait – am liebsten würden wir alles gleich vor Ort auspacken und mit einem Glas Champagner in der weitläufigen Senefelder Straße verköstigen. Achtung: Am Nachmittag wird es meist schon knapp mit Klopsen, Bouillabaisse & Co., also rechtzeitig kommen!

Bricole Restaurant, Senefelderstraße 30, 10437 Berlin. Donnerstag bis Sonntag 13-18 Uhr.

Pizza napoletana mit Aperitiv: Antica Pizzeria da Michele

Eine neue Pizzeria genau zwischen den beiden alteingesessenen Pizza-Ikonen Prometeo und Malafemmena? Da hat sich die junge Neapoletanerin Roberta Marcone mit ihrer Antica Pizzeria da Michele from 1870 in der Schöneberger Fritz-Reuter-Straße ganz schön was getraut. Entsprechend neugierig waren wir auf das kurz vor dem ersten Lockdown eröffnete Restaurant mit dem markanten roten Holzofen. Die Pizzen sind riesig, der Teig aus frischer Hefe darf 24 Stunden lang gehen. Belegt wird er mit hochwertigen, regionalen Zutaten wie Friarielli (einer Art Grünkohl), Büffelmozzarella und Ciccioli (neapolitanischem Speck). Als glühende Pizza-Fans sind wir restlos begeistert. Allerdings sollte man sich angesichts winterlicher Berliner Temperaturen beim Verzehr auf der Palette um die Ecke beeilen. Der Spritz-to-go (die Kombi mit Pizza kostet von 13-15 Uhr nur 12 Euro) bleibt zwar kalt, die Pizza ist es nach 10 Minuten aber leider auch. Eine zweite Pizza haben wir mitgenommen und zu Hause für max. 5 Minuten in den 180 Grad heißen Ofen geschoben. Das Ergebnis war durchaus zufriedenstellend und immer noch 100 Mal besser als jede Pizza von einem der einschlägigen Pizza-Lieferservices der Stadt. Weil ihr Take-Away-Service so gut ankommt, öffnet Roberta jetzt übrigens auch am Donnerstag von 17-22 Uhr, zusätzlich zu Freitag-Sonntag 13-22 Uhr.

Antica Pizzeria da Michele, Fritz-Reuter-Straße 7, 10827 Berlin.

Take-Away statt Opening: Markt12 im 12seasons

Eigentlich sollte das 12seasons im ehemaligen Julep’s in der Giesebrechtstraße schon längst Tür und Küche geöffnet haben. Statt der geplanten Restauranteröffnung haben die Gastgeber Tim Hansen und Vitali Müller sowie Küchenchef Kamel Haddad die Aktivitäten kurzerhand VOR die Tür gelegt. Unter dem Interimsnamen „Markt12“ wartet auf der hauseigenen Terrasse nun ein improvisierter, aber höchst stylisher Tresen auf hungrige und durstige Gäste. Wer mag, kann auch Eingemachtes und Eingekochtes wie Quitten-Marmelade, Rosmarin-Sirup oder hausgebackenes Sauerteigbrot und köstlich angemachte Butter mit nach Hause nehmen. Zu einem Glas köstlichem Bamberger Sekt locken kleine Gerichte wie köstliche Kartoffel-Butternut-Rösti mit Gorgonzola-Salbei-Creme oder Rote-Beete-Gnocchi. Besonders empfehlenswert ist die Wild-Bratwurst auf einem verboten leckeren Tomaten-Confit, dazu krosse Streifen aus Kartoffelschalen und Chili-Mayo. Zum Essen und Trinken kann man die nahegelegenen Verteilerkästen Corona-konform zu Tischen umfunktionieren oder das Ganze mitnehmen. Wer einen kleinen Vorgeschmack auf das zukünftige Fine Dining im 12seasons bekommen möchte, ordert für faire 40 Euro das nur am Wochenende vorbestellbare Menü zum Mitnehmen.

12seasons, Giesebrechtstraße 3, 10629 Berlin, Dienstag bis Samstag 12-20 Uhr

Fingerfood aus Tel-Aviv: Restaurant Joseph im Amano Hotel

Die besten Restaurants mit Take-away in Berlin wären nicht komplett ohne einen Vertreter der zur Zeit so angesagten israelischen Küche. Das Joseph im Hotel AMO by AMANO in der Friedrichstraße bietet zur Lockdownseason eine leicht abgespeckte Karte zum Mitnehmen an. Zu Hause angekommen, packen wir die ansprechend verpackten Speisen aus und stellen fest, dass wir noch nicht mal den Ofen anwerfen müssen. Alles präsentiert sich heiß, appetitlich und ready-to-eat. Besonders begeistert hat uns der Cheeseburger mit Süßkartoffeln, der sogar geviertelt noch ziemlich satt macht. Sehr empfehlenswert sind auch die Brotvariation mit Hummus, Tahini, Chimichurri und der geröstete Blumenkohl, hier mit Tomatensalsa und delikaten Salzzitronen. Auch die gefüllte Aubergine überzeigt auf ganzer Linie. Das Streetfood des Joseph ist ideal für einen entspannten Abend im Family-Style, das heißt wie in Tel-Aviv teilen und und von allem probieren. Das gilt übrigens auch für den hausgemachten, geheimnisvoll gewürzten Glühwein, der die Wartezeit im hübsch dekorierten Außenbereich versüßt – unbedingt kosten!

Joseph, Friedrichstraße 113, 10117 Berlin, Mo-Fr 12-20 Uhr, Sa 15-20 Uhr

Vakuumierte Geschmacksbomben: Der Schüsseldienst

Wer trotz Homeoffice und Lockdown nicht auf gesundes, leckeres Essen verzichten will, aber keine Lust aufs Schnippeln und Kochen hat, kann sich beim Schüsseldienst eindecken. Felix Mielke bietet seine warmen Schüsseln nämlich auch vakuumiert zum Mitnehmen an. Wir entscheiden uns gegen die vielgepriesene Ente à l’Orange und für die vegetarische Option, den gebackenen Spitzkohl mit Brotcrumble, Pilz-Polenta, Edamame und Miso Mayo. Zu Hause folgen wir den präzisen Instruktionen und haben nach 20 Minuten ein ausgesprochen köstliches Gericht auf dem Tisch. Faszinierend, zu welchen kulinarischen Höhen sich ein Spitzkohl unter dem EInfluss von Felix Mielke aufschwingen kann! Die mit Vakuum verpackten Fine-Dining-Imbisse sind zwei Tage haltbar und können zum Ladenpreis als Duo ab 19 € oder als Viererpackung ab 38 € spontan oder auf Vorbestellung innerhalb der Öffnungszeiten abgeholt werden. Einen Lieferservice gibt es für dieses Special nicht, während alle anderen Speisen des Schüsseldienst über Lieferando bestellt werden können.

Schüsseldienst, Akazienstr. 3a, 10823 Berlin. Montags von 12.00 – 16.00 Uhr und dienstags bis samstags von 12.00 – 21.00 Uhr für Abholer geöffnet.

Champagner & Cheeseburger: Schlosshotel im Grunewald

Das perfekte Lunch-to-go nach einem Herbstspaziergang gibt es im Schlosshotel am Grundwald. Der köstliche hausgemachte Cheeseburger mit verführerischen Brioche-Brötchen und die weltbesten, crispy Pommes haben definitiv Suchtpotenzial. Als (wahrscheinlich nur gefühlt) leichte Alternative reicht die Schlossküche ein cremiges Maronensüppchen, das an kalten Tagen Seele und Füße wärmt. Passend zum noblen Ambiente des von Hoteldirektor Stefan Athmann wieder zum Leben erweckten Schlosshotel trinken wir ein Glas Ruinart Champagner. Wer den nicht mag (gibt’s das?), greift zum Brombeer-Vermouth-Glühwein oder zu einem der exzellent gemixten Cocktails von der Hotelbar. Unsere Empfehlung für einsame Westberliner Adventssonntage ohne Weihnachtsmarkt im Grunewald!

Schlosshotel Berlin by Patrick Hellmann, Brahmsstraße 10, 14193 Berlin.

Take-Away: Das beste Mittel gegen den Corona-Blues

Abgesehen davon, dass wir nach der letzten Woche kurz vor dem Platzen standen, war unsere Genussreise durch die besten Restaurants mit Take-Away in Berlin ungemein spannend. Von Charlottenburg bis Prenzlauer Berg, von Schöneberg bis MItte konnten wir uns persönlich davon überzeugen, mit viel Engagement ambitionierte Gastronomen dem Lockdown trotzen. Wir freuen uns, wenn ihr diese und alle anderen Restaurants tatkräftig unterstützt, damit es euer Lieblingsrestaurant auch nach COVID-19 noch gibt. Viel Spaß beim Verkosten und vor allem: Bleibt gesund!

Markt12 vorm Restaurant 12seasons: Gehobene Gastronomie zum Mitnehmen

Wenn das Schicksal Lösungen fordert

Wir haben Hunger. Aber vor allem Appetit auf Neues. Und freuen uns, dass uns viele der großartigen Restaurants in Berlin einen ToGo-Service der besonderen Art anbieten: Entweder für daheim, um die Speisen auf Temperatur zu bringen, oder bereits komplett zubereitet zum sofortigen Genuss. Deshalb wollten wir testen, wie lecker Takeaway in gehobener Qualität wirklich ist. Das macht Spaß, hilft gegen Langeweile und unterstützt lokal. Wir begeben uns also in die schöne Giesebrechtstraße, in der kürzlich das Markt12 vorm Restaurant 12seasons eröffnet hatte.

Köstliches von der Terrasse

Eigentlich sollte das 12seasons im ehemaligen Julep’s in der Giesebrechtstraße schon längst Tür und Küche geöffnet haben. Aber dann kamen Corona und damit Plan B. Statt nun Abend für Abend die Gäste IM Restaurant zu empfangen, haben die Gastgeber Tim Hansen und Vitali Müller und Küchenchef Kamel Haddad die Aktivitäten kurzerhand VOR die Tür gelegt. Das Markt12 vorm Restaurant 12seasons war geboren. Auf der hauseigenen Terrasse wartet ein improvisierter, aber dennoch höchst stylisher Tresen auf hungrige und durstige Gäste. Wer mag, kann auch Eingemachtes und Eingekochtes aus saisonalem Obst und Gemüse mit nach Hause nehmen. Quitten-Marmelade und Rosmarin-Sirup verlocken genauso zum Probieren und Kaufen wie selbstgebackenes Sauerteigbrot und köstlich angemachte Butter. Präsentiert wird das alles in einem äußerst appetitlichen Arrangement zwischen Weinflaschen und Blumen.

Coole Idee, coole Typen

Das Konzept vom 12seasons sieht vor, jeden Monat einen komplett neuen Speiseplan anzubieten; diese Idee wird nun auch als Takeaway weitestgehend umgesetzt. Trotz der doch recht widrigen Umstände wirken die Drei, die als Team bereits das NEUMOND in Mitte zum Erfolg geführt haben, recht entspannt. Ein Umstand, der möglichweise auch dem Innenleben des 12seasons geschuldet ist: Denn das Restaurant wirkt immer noch weit entfernt von fertig. Die Bar ist nur rudimentär zu erahnen, Teppiche liegen auch noch nicht. Alles wartet auf ein Finish im Dornröschenschlaf. Auch hier hat Corona zugeschlagen. Tim Hansen steht lässig an dem Bargerippe und erzählt: „Unsere beiden Tischler sind ausgefallen. Macht vier Wochen Quarantäne und damit Baustillstand.“ Aber irgendwie steht den Dreien dieser Baustellencharme gut, und sie wirken sehr lässig im schummerigen Halbdunkel des Provisoriums. Warum auch in Hektik geraten, wenn gerade alles irgendwie alles eher still steht. Vitali Müller: „Dennoch ist es uns gerade jetzt wichtig, unseren Gästen zu helfen, diese Zeit genussvoll zu überstehen.“ Ein Gedanke auf Gegenseitigkeit.

Lockdown-Menü mit Novemberfeeling

Dann wollen wir mal sehen und vor allem kosten, was so geht. Tim Hansen empfiehlt uns ein besonderes Lockdown-Menü; angepriesen als mit Liebe und Leidenschaft hergestellt. Wir starten mit köstlichen Kartoffel-Butternut-Rösti mit Gorgonzola-Salbei-Creme. Es folgt eine Wild-Bratwurst auf einem verboten leckeren Tomaten-Confit (Zitat von Chefkoch Kamel Haddad: „Dafür braucht man sehr viel Geduld“), dazu krosse Streifen aus Kartoffelschalen und Chili-Mayo. Die Fragezeichen zu den Kartoffelschalen finden die Lösung in einem höchst nachhaltigen Konzept, bei dem wirklich alles verwertet werden soll. Wir beenden den kulinarischen Novemberspaziergang mit rustikalen Rote-Beete-Gnocchi, die vegetarisch aussehen, durch eine deutliche Specknote aber herzhaft schmecken. Empfehlenswert! Wer einen kleinen Vorgeschmack auf das zukünftige Fine Dining im 12seasons bekommen möchte, ordert das nur am Wochenende verfügbare Menü zum Mitnehmen – für faire 40 Euro.

Prickelndes zum Warmwerden

Übrigens verkürzt uns ein Glas Bamberger Sekt äußerst prickelnd die Wartezeit. Wir plaudern auf Abstand und erfahren viel über Freundschaft, das durchaus durchdachte und ambitionierte Konzept und den Wunsch, mit neuen Ideen ihre durch die Berliner Restaurantlandschaft mitwandernde Fangemeinde glücklich zu machen.

12seasons, Giesebrechtstraße 3, 10629 Berlin. Tel.: 030 92258049

Mehr Infos zur Speisekarte und Öffnungszeiten: hier