Alle Fotos von Eva Oertwig / SCHROEWIG | www.schroewig.com

Zur Vernissage der Fotoausstellung von Nanna Kuckuck ist am vergangenen Freitag halb Berlin ins Ellington Hotel gekommen. Seit vielen Jahren sorgt die Modedesignerin als Liebling der Stars für glanzvolle Auftritte auf dem roten Teppich. Zu den über 150 Gästen zählten Schauspielerin Marijam Agischewa und ihre Tochter Olivia Häntsch, Society-Lady Tini Gräfin Rothkirch, Musiker André Hermlin, Mode-Ikone Britt Kanja und Partner Günther Krabbenhöft, Plauder-Talker Ralph Morgenstern, Sopranistin Nadja Michael sowie Persönlichkeiten aus Kultur, Medien und Wirtschaft. Dem Corona-Virus zum Trotz drängten sich die Gäste in der Galerie des Ellington Hotels und genossen den Zauber dieses außergewöhnlichen Abends.

Moderne Symbiose aus Fotografie und Design

Nanna Kuckuck wäre nicht Nanna Kuckuck, wenn sie sich auf klassische Arbeiten an der Wand beschränken würde. Oder – wie einige ihrer Designer-Kollegen – schlicht Models in den eigenen Kreationen ablichten würde. Auf den Bildern der Fotoausstellung von Nanna Kuckuck „Photography & Textile Landscape“ spiegelt die Künstlerin Landschaften, färbt sie bunt ein und setzt schwarz-weiße Kontraste. Was dabei herauskommt, ist eine moderne Symbiose von Fotografie und Design. Die Nanna Kuckuck Art Collection steht für Kunst, die vom statischen Betrachtungsobjekt zu einem Teil des Lebens wird. Genau wie ihre Haute Couture-Kreationen wie Kunstwerke wirken, scheint sie ihre digitale Photo-Art wie Stoffe zu drapieren und Farben explodieren zu lassen. Was liegt da näher, als ihre in kleinen, handsignierten Auflagen erhältlichen Fotografien auch auf Blousons und Kissen zu drucken? So wird Kunst zum Alltag und Alltag zur Kunst.

Explosives Gesamtkunstwerk

Nanna Kuckuck kehrt mit ihren digitalen Fotoarbeiten zu ihren Wurzeln zurück. Als Tochter der Malerin Michaela Holzheimer und des Bildhauers Henner Kuckuck waren Kunst, Kreativität und Gestaltung immer ein selbstverständlicher Teil ihres Lebens. Neben ihrer Tätigkeit als Modedesignerin gab sie das Malen und Zeichnen nie auf. Nun hat sie mit der digitalen Fotografie eine weitere, moderne Ausdrucksform gefunden. Die größtenteils in Asien entstandenen Fotos bearbeitet Nanna Kuckuck am Computer, verlässt die realistische Ebene und schafft eine eigene Realität. Dank des ihr eigenen Gespürs für Räume verwandeln sich die weißen Wände des Ellington Hotels zur Vernissage in ein explosives Nanna-Kuckuck-Gesamtkunstwerk, in das die Betrachter*in rauschhaft hineingezogen wird.

Kuckuck als Antagonistin zu Lagerfeld

Wunderbar leichtfüßig kam die musikalische Begleitung der Hauptstadt-Harfistin Simonetta Ginelli daher, die in einer goldenen Kuckuck-Robe für Harfe adaptierte Klassiker unterpretierte. Eröffnet wurde die Fotoausstellung von Nanna Kuckuck von zwei sehr unterschiedlichen, aber gleichermaßen enthusiastischen Rednern. Weil die Künstlerin lieber in Bildern als in Worten spricht, übernahm Synchronsprecherin und Freundin Irina von Bentheim die Begrüßung für sie: “ Die Idee enstand während einer gemeinsamen Bootstour auf der Müritz“ erzählt sie. „Wir hatten turbulente Wetterverhältnisse, die Nanna mit ihrer Kamera dokumentierte.“ Deshalb gehört die Trilogie der dramatisch leuchtenden Gewitter-See-Landschaft auch zu den Fotos von Nanna Kuckuck, die sie am wenigsten bearbeiten musste. Medienpsychologe und Kunstexperte Jo Groebel zieht gar Vergleiche zu großen Fotografen: “ Für mich ist Nanna die Antagonistin zu Karl Lagerfeld. Auf unterschiedliche Ausdrucksweise schafft sie es, das Abstrakte in den Landschaften hervorzuheben und dadurch sofort Aufmerksamkeit zu erzeugen.“

Dekorativ und erschwinglich

Modern und puristisch zwischen Plexiglas gespannt, wirken die Fotos von Nanna Kuckuck ausgesprochen dekorativ. Sie zählen zu der Art von Kunst, die man sich gerne übers eigene Sofa hängt – und sich angesichts (noch) günstiger Preise auch leisten kann. Erhältlich sind die Fotografien in handsignierten, auf fünf Stück limitierte Auflagen. Zur Nanna Kuckuck Art Collection zählen auch mit den Fotografien bedruckte Blousons und Kissen. Nach Ende der Ausstellung können die Fotos und Designs von Nanna Kuckuck in ihrem Atelier gesichtet und erworben werden.

Mehr Infos zu Nanna Kuckuck: www.nannakuckuck.com

Posted by:gesetta

Aus dem norddeutschen Flachland zog es mich schnell nach Italien und Frankreich, wo ich das mediterrane Lebensgefühl in jede Pore aufgesogen habe. Ich liebe Venedig, Aperol Spritz und gutes Essen. Schon als Kind hasste ich Jugendherbergen, praktische Kleidung und flache Schuhe. Nach unzähligen herrlichen Hotels und einem unprotestantischen Ja zum Glamour kann ich letzteren beiden inzwischen sogar etwas abgewinnen. In 10 Jahren kommt vielleicht die Zeit für Jugendherbergen, weil ich mich jung fühlen möchte. Besser nicht.

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