Sébastien Gorius hätte für eine Dépendance seiner Schönberger Cantine d’Augusta keine bessere Adresse wählen können: Hier am Savignyplatz tummelt sich eine gleichermaßen genussfreudige und solvente Klientel, die eine Auswahl exzellenter französischer Käse und Weine zu schätzen weiß. Und ich kann mit dem Rad meine neue Lieblingsadresse für einen echt französischen Apéritif erreichen – Santé!



Seit Mai 2014 versorgt Sébastien Gorius Berlin in der Cantine d’Augusta mit bestem Käse aus seiner französischen Heimat. Sein Käse-Restaurant mit dem dazugehörigen Feinkostgeschäft war immer einer meiner Lieblingsorte in Berlin. Im Sommer draußen auf der Langenscheidtstraße, im Winter im kuschelig-engen Lokal. Nun gehört die U7 nicht gerade zu meinen Lieblingslinien, so dass der neue Laden in der Carmerstraße 8 gerade richtig kommt. Insbesondere, da es Charlottenburg an schönen Orten für einen gepflegten Apéritif fehlt: Das Brel seit langem geschlossen, und der Weggang von Werner und Monas großartigem Alto Adige riss ein weiteres Loch.
Neuer Apéritif-Lieblingsort
Mit der Cantine d’Augusta hat die Apéritif-Kultur in Charlottenburg ein neues Zuhause gefunden: Werktags bis 20 Uhr, freitags sogar bis 21 Uhr, lässt sich die Blaue Stunde mit einem Glas Drappier-Champagner oder einem Crémant de Loire von Bouvet-Ladubay einläuten. Dazu ein bisschen Käse, Schinken, eine hausgemachte Quiche und das Glück ist perfekt. „Die Leidenschaft für hervorragende Produkte aus Frankreich hat mir meine Großmutter Augusta vererbt“, sagt Sébastien Gorius. „Ihr habe ich meinen ersten Laden gewidmet und sie hat mir gezeigt, dass man auf vieles verzichten kann, nur nie auf den vollen Geschmack.“ Wer könnte Augusta nicht zustimmen? Und sich nicht freuen, dass die Preise deutlich fairer sind als in stadtbekannten Feinkostadressen, wo Mainstream gerne mal hochpreisig als Delikatesse verkauft wird?



Feinkostgeschäft mit Tagesbar
Im Gegensatz zu ihrer Schöneberger Schwester ist die zweite Cantine d’Augusta kein Restaurant, sondern ein Feinkostgeschäft mit Tagesbar. Sébastien Gorius‘ langjähriger Partner Philippe Régnier leitet den 135 Quadratmeter großen Laden, den Jason Danziger vom Architekturbüro Thinkbuild gestaltete und den eine imposante Käsetheke mit einer Länge von fünf Metern prägt. Vor der Tür locken im Sommer Tische, und hinten zwischen den Weinregalen lädt ein großer Tisch mit 10 Plätzen zum Essen und Trinken ein. Passend zum an der Rückwand proklamierten Motto „Kein Bla Bla, mehr Glou Glou“ wird uns unsere opulente Tafel mit Unmengen köstlicher Käse, Schinken, Marmeladen, Entenpastete und passenden Weinen noch lange in Erinnerung bleiben.
80 Käsesorten, 400 Weine
Nicht weniger als 80 Käsesorten, davon vor allem Bauernkäse und Rohmilchkäse aus kleinen Käsereien, die das traditionelle Handwerk pflegen, umfasst das Angebot der Cantine d’Augusta: „Wir freuen uns, dass wir mit bestimmten Lieferanten wie Les Caves d’Affinage de Savoie exklusiv zusammenarbeiten. Sie bieten aus unserer Sicht die besten Bergkäse aus Frankreich an,“ sagt Gorius. Auch bei den Weinen ist die Auswahl groß: 400 Weine von kleinen Winzern wie der Domaine de Preignes les Neufs, Genossenschaften wie der Les Vignerons d´Estezargues und renommierten Weingütern und eine attraktive Auswahl französischer Feinkost können vor Ort probiert und für zu Hause eingekauft werden. Ergänzt wird die Auswahl durch Gerichte, die zum Mitnehmen und zum Lunch vor Ort frisch zubereitet werden – wie Quiches, Käseplatten, Wurstplatten, Sandwiches sowie als eines der wenigen Restaurants in Berlin während der kalten Jahreszeit franzsösisches Raclette an. Desweiteren sind monatliche Wein- und Käse-Tastings, Beaujolais Nouveau Events sowie Raclette- und Fondue-Verkostungen geplant.
La Cantine d’Augusta, Carmerstraße 8, 10629 Berlin-Charlottenburg
