Ginsanity Premium Dry Gin: Destillate mit Frauenpower

Ginsanity Premium Dry Gin: Destillate mit Frauenpower

GINSANITY Premium Dry Gin wurde von Dagmar und Michael Frangenberg entwickelt, nachdem sie sich das Brennen selbst beigebracht und in leidenschaftlicher Kleinarbeit die perfekte Rezeptur gefunden hatten. Während Dagmar als eine der wenigen Frauen im deutschen Gin-Business das Unternehmen leitet, brennt ihr Mann die inzwischen mehrfach ausgezeichneten Ginsorten. Drei neue Ginsorten kamen in diesem Herbst dazu, darunter auch der noch vor dem Launch mit einer Goldmedaille bei der World Spirits Trophy 2021 in Luxemburg ausgezeichnete Trüffelgin White Trophy.

Die Story: Brennen für Gin

Die Erfolgsstory des Ginsanity Premium Dry Gins beginnt an einem entspannten Abend mit Freund*innen an der heimischen Küchentheke: Dagmar Frangenberg, anerkannte Filmemacherin, stellt vor bereits aufgereihten Ginflaschen die (Gin-) Gretchen-Frage„“Warum sind so viele Gins eigentlich pur nicht wirklich zu geniessen und schmecken nur mit Tonic gut?“ Die ironisch gemeinte, aber folgenschwere Antwort ihres Mannes ist so überliefert: „Wenn Dir pur keiner schmeckt, müssen wir halt selbst brennen.” Gesagt, getan: Die Eltern einer damals vierjährigen Tochter kaufen eine Mini-Destille im Kölnern Industriegebiet Braunsfeld, besuchen Brennereien, bilden sich fort und fangen an zu experimentieren. Dagmars Mann Michael, als Einkaufsdirektor bisher eher ein Zahlenmensch, entdeckt sein feines Gespür für die perfekte Harmonie unterschiedlicher Früchte und Gewürze. 3 Jahre hat es schließlich gedauert, bis die Rezeptur steht und der erste richtig gute Gin aus dem Kessel tropft. Auf dem ersten Straßenfest sind die Flaschen innerhalb weniger Stunden ausverkauft. Der Grundstein für die Entwicklung des Ginsanity Premium Dry Gin war gelegt.

Von Hand abgewogene beste Zutaten

Destilliert wird in einem klassischen 100-Liter-Kupferkessel, der pro Durchlauf 180 Flaschen ergibt. Die Rezepturen wiegen Dagmar und Michael von Hand bis aufs Gramm ab und verzichten auch weiterhin auf die Zugabe künstlicher Aromen oder Farbstoffe im Mazerat. Auch in Zukunft wird jede Flasche von Hand etikettiert und beschriftet sein, bevor sie die Destillerie verlässt. Immer begleitet vom Duft nach Wacholder, der die wichtigste Zutat eines jeden Gin ist und dessen Qualität durch den Hauslieferanten gesichert wird. Die vielen Kräuter, Gewürze und Früchte sind es, die den Gin im Allgemeinen und den Ginsanity Premium Dry Gin zu einer ganz besonderen Spirituose machen. An den Rezepturen feilt Michael Frangenberg so lange, bis ganz besonders aromenintensive, mutige Kombinationen entstehen. Wichtig ist den beiden, dass ihre Gins Power haben, und dass man ihre Leidenschaft schmeckt. So verwenden sie nicht nur die üblichen Limettenschalen im Mazerat, sondern bis auf den letzten Tropfen selbst ausgequetschten Limettensaft.

Pur, mit Tonic oder als Glüh-Gin

Während Dagmar Frangenberg Gin am liebsten pur trinkt und uns diesen beim Tasting in der Bar des Amano Hotels auch genau so anbietet, hätten wir dann doch gerne ein bisschen Tonic. Der verändert den Geschmack, erfahren wir, und in der Tat explodieren die Fruchtaromen des Ginsanity Premium Dry Gin Himbeer geradezu im Munde, wenn etwas Tonic dazu kommt. Ausdrücklich erlaubt ist für Dagmar ihre Kreation aus Gin und heißem Apfelsaft: Die Idee, ihren Premium Gin nach der Destillation mit Früchten und Gewürzen des Winters zu lagern und abzufüllen, also aus diesem Gin dann mit warmen Apfelsaft einen Glüh-Gin zu machen, hatte Dagmar 2017 als erste Destillerie überhaupt in Deutschland. Er enthält Granatapfelkerne, Orangenschale, Zimt, Vanilleschoten und Sternanis und viel leckerer als das Meiste, was auf Weihnachtsmärkten als heißes Getränk angeboten wird. Neue Ginsanity Premium Dry Gin-Sorten sind in diesem Herbst neben dem Trüffel-Gin White Truffle auch ein Kaffeegin Strong Coffee sowie ein extrastarker Premium Dry Gin Navy Strength. Dazu schmecken die köstlichen Gintrüffel, die sich wie alle Ginsanity-Produkte allein schon durch das ausdrucksstarke Logo mit dem an Dagmar erinnernden Konterfei von Mainstreamprodukten wohltuend absetzen.

Trüffel-Gin für den Herbst-Aperitivo

Als Aperitivistas sind wir mit den zugegebenermaßen außergewöhnlich guten Gins von den Frangenbergs in purer Form überfordert und wünschen uns ein tolles Cocktail-Rezept für den herbstlichen Aperitivo. Mit dem extravaganten Truffled Martini finden wir genau dieses und empfehlen es allen für ein smoky Gin-Erlebnis.

Truffled Martini

Zutaten

4,0cl Trüffel Gin 

4,0cl Birnensaft 

2,0cl Williams Birnen Brand 

1,0cl Peated Single Malt Scotch Whisky

Alle Zutaten kräftig auf Eis shaken und in einer Cocktailschale mit Trüffel servieren.

Den Trinkspruch dazu liefert uns Dagmar Frangenberg: „Wir trinken darauf, Dinge auszuprobieren, auch mal zu scheitern, es noch einmal zu wagen! Mut zu haben – egal wie jung oder alt man ist. Schon morgen kann alles vorbei sein. Und dann zählt das, was war und heute ist! Also hebt die Gläser! Wir trinken auf`s Leben. Darauf, dass am Ende verrückte Erinnerungen statt ungelebte Träume stehn!“ Cin Cin Dagmar!

Bonvivant Cocktail Bistro: Feine Gemüseküche trifft Drinks

Bonvivant Cocktail Bistro: Feine Gemüseküche trifft Drinks

So lässig sich das Bonvivant Cocktail Bistro gibt, so ausgefeilt sind die vegetarischen Gerichte und die darauf abgestimmten Cocktails: nach dem Cookie’s Cream für uns so ziemlich das Beste, was Berlin zur Zeit an Gourmet-Gemüseküche zu bieten hat. Auch Nicht-Vegetarier*innen legen wir einen Besuch des coolen Restaurants in Berlin-Schöneberg deshalb unbedingt ans Herz.

Fine Eating & Drinking

Die hervorragenden Cocktails des Bonvivant durften wir bereits im 2. Lockdown kennenlernen, als eine Box mit fünf bravourös komponierten Drinks uns den Valentinstag zu Hause erhellte. Umso gespannter sind wir auf die Küche des neuen, erst 27-jährigen Küchenchef Nikodemus Berger. Nach seiner Ausbildung im Le Meridien in seiner Heimatstadt Wien sowie Stationen im Reinstoff und im Le Faubourg hat er sich in wenigen Jahren einen Namen in der Spitzengastronomie gemacht. Zusammen mit Barchef Elias Heintz (20) will er mit der ungewöhnlichen Kategorie „Cocktail-Bistro“ eine neue Dimension kulinarischen Erlebens geben: „Mit Cocktails können wir viel genauer auf die Aromen eingehen, die die Küche in den Fokus stellt“, erklärt Heintz den gemeinsamen Ansatz. Das sei sogar einfacher als mit Wein, der schließlich als fertiges Produkt ins Glas kommt. Unsere klare Empfehlung lautet deshalb, das Menü mit entsprechender Getränkebegleitung zu wählen und sich so ungekannte Aromenhorizonte zu erschließen.

Fulminanter Einstieg

Zum Crémant essen wir Sauerteigbrot (aus der Bäckerei Keit) und Langos (hausgemacht), dazu gibt es fluffige gesalzene Butter und Curry-Aioli. So wie bei Theodor Fontane der erste Satz den ganzen Roman umspannt, stimmt das Amuse bouche auf das Niveau des Menüs ein. Im Bonvivant Cocktail Bistro starten wir so einfach wie fulminant mit einem Karotten-Kaviar auf Nori-Algenblatt, der überraschenderweise genauso auf der Zunge zerplatzt wie das Fischei-Original. Wer angesichts der unprätentiösen Holztische vor dem Lokal einfache Bistrogerichte erwartet hatte, versteht spätestens jetzt, dass sich das auf der Webseite proklamierte Motto „Eat easy“ eher auf das lockere Ambiente als auf eine vermeintliche Einfachheit der Küche bezieht. Sieben frei wählbare Gerichte stehen auf der Karte, von denen bis zu fünf zum Menü zusammengestellt werden können.

Feste und flüssige Sommergärten

Zur frischen und fermentierten Gurke mit Holunderblütenemulsion und Rauchmandeleis pairt Elias Heinz einen Drink auf Basis von gelagertem Calvados. Er verleiht dem sehr frischen Gericht eine dunkle Note und greift den Holunder in Form von selbstgemachtem Sirup auf. Aufgegossen wird der Sour mit Limette, Kaffir-Limettenblätter und Apple Cider aus Berlin. Zum Törtchen aus Tomate von Paddy’s Biolandhof gesellen sich Puffbohnen, Peperoni, Oregano und Fior di Latte-Mozzarella-Flöckchen. Erstaunlich, welche Raffinesse und welchen Aromenreichtum Nikodemus Berger aus diesen Zutaten herauskitzelt. Das im begleitenden Negroni Bianco infusionierte Olivenöl schlägt den Bogen zu den mediterranen Zutaten und schmiegt sich mit dem botanischen Tonic an die Tomate – ein ganzer Sommergarten auf dem Teller und im Glas.

Gemüse als Protagonist

Mein Lieblingsgericht der Karte kommt zum Hauptgang. Der „Lauch vom Biolandhof Bauer’s Garten“ klingt bodenständiger als er ist. Er folgt dem Prinzip der strengen Regionalität (Bar- und Küchenchef gehen sogar im Gleisdreieck-Park auf Pflückjagd ) und wie alle Gerichte auf der Karte bester ökologischer Provenienz. Indem er ihn mit Misolack (Miso ist eine von Bergers Lieblings-Würzzutaten und kommt von den Berliner „Mimiferments“) überzieht, bekommt das Gemüse genau die richtige Dosis Umami, die sonst die Röstaromen des Fleisches leisten müssen. Süßsauer eingelegte Zwiebeln, fermentierte Senfsaat und gebratene Pfifferlinge erhöhen das Ganze zu einem Ensemble, das in seiner Dichte und Präzision schwer zu toppen und definitiv yummy ist. Der dazu gereichte (alkoholfreie) Sake auf der Basis von Miso schlägt den Bogen zum Lauch, ein Extra an Säure erfährt er durch exakt sechs Tropfen Reisessig. Mir ist der Drink zu scharf, meine Begleitung hingegen liebt Sake und tauscht ihn gerne gegen den frisch-fruchtigen Drink aus Cold Brew Hibiskus Tee, Verjus (Saft unreiner Trauben), Himbeerbalsam und Rauchsirup. Er greift die Säure des Berberitzenschaums und des Zaatars (ein nahöstliches Gewürz auf Hibiskus Basis) aus dem Blumenkohl von der Bioland Gärtnerei Ulenburg auf. Der Verjus und Himbeerbalsam sorgen für eine runde fruchtbetonende Säure, der Rauchsirup rundet den Drink ab und greift gleichzeitig die Röstaromen des Blumenkohls auf.

Kräuter und Früchte zum Finale

Die Desserts sind ähnlich aufregend kombiniert und schön anzusehen wie alles auf der Karte des Bonvivant Cocktail Bistro. Rotes Sauerkirsch-Mousse und eingelegte Früchte von Rolker Ökofrucht, Drachenkopf-Eis, Haselnüsse und Caramelcrunch bestechen durch ein angenehmes Süße-Säure-Spiel. Ihre dunkel-fruchtigen Noten finden sich im begleitenden Cocktail aus dunklem Rum, süßem Portwein und Kirschlikör wieder. Sauerkirschgeist, der als Finish auf den Drink kommt, sorgt für den frisch-fruchtigen Touch. Zum Ziegenjoghurt gesellen sich im zweiten Dessert Aprikosen, Mezcal, Schokolade und Limettenbaiser. Der gelagerte Tequila des Margarita Twist harmoniert gut mit Kakao aus dem Dessert und ergänzt die Agavenaromen des Mezcal, während Limettenrand und Säure mit dem Limettenbaiser im Dessert korrespondieren. Besonders spannend ist der fermentierte Honig (ich wusste gar nicht, dass das geht), der für Komplexität und einen unerwarteten Abgang sorgt.

Eine echte Entdeckung und wohl einmalig in seiner Art: Das Bonvivant Cocktail Bistro begeistert auf ganzer Linie. Was für eine Bereicherung für die Schöneberger Restaurantszene und die vegetarische Feinschmeckerküche in Berlin überhaupt. Wer mag, kann übrigens auch einfach nur einen Cocktail an der Bar trinken oder einfach ein einzelnes Gericht bestellen – im Bonvivant ist alles erlaubt.

Geöffnet ist das Bonvivant mittwochs bis samstags ab 18:00 Uhr. Das Restaurant verfügt über 34 Plätze, an der Bar können zehn Personen und an den Hochtischen 16 Personen sitzen, während im Lounge-Bereich 20 Gäste Platz finden. Hinzu kommen die Außenterrasse mit 56 Sitzplätzen. Für spezielle Events und größere Dinner-Einladungen steht ein zusätzlicher Raum mit einem großen, runden Holztisch bereit. Reservierungen telefonisch unter +49 (0) 176-61722602 oder per Mail an info@bonvivant.berlin.

der Weinlobbyist: Große Weine & kleine Köstlichkeiten

der Weinlobbyist: Große Weine & kleine Köstlichkeiten

300 deutsche und österreichische Weine

Im unprätentiösen Teil von Berlin-Schöneberg versteckt sich in der Kolonnenstraße der Weinlobbyist. Im Juni letzten Jahres eröffnete Serhat Aktas seine Weinbar & Bistro, die sich auf deutsche und österreichische Gewächse spezialisiert hat. 300 Positionen stehen auf der Karte, und dazu gibt es neben Klassikern wie Schinken- und Käseplatten auch eine Reihe kleiner, feiner Köstlichkeiten. Wir haben das Glück, diese zusammen mit großartigen Weinen an einem lauen Augustabend im lauschigen, mediterran anmutenden Innenhof zu verkosten. Und haben einen neuen Wein-Lieblingsort entdeckt, der mit den schönsten Bàcari in Venedig mühelos mithalten kann.

Lobbyist für Winzer*innen

Wie so viele Berliner Gastronom*innen hatte Serhat Aktas das Pech, mit der Eröffnung von der Weinlobbyist mitten in den Lockdown zu fallen. Zum Glück konnte er sein Team trotz der schweren Zeit halten. Inzwischen arbeitet sogar sein ursprünglich in Teilzeit angestellter Koch Ronny Marx auf Vollzeit. „Dennoch sind wir kein Restaurant“, betont Aktas,. „Unser Schwerpunkt liegt auf Wein und kleinen, tapasähnlichen Gerichten, die wir in unserer kleinen Küche täglich frisch zubereiten können.“ Die Idee für den Namen „der Weinlobbyist“ kam dem gelernten Sommelier übrigens, weil er in unmittelbarer Nachbarschaft von vier Parteibüros umgeben ist. Und er sich als Interessensvertreter der Winzer*innen vor seinen Gästen versteht. Vor allem VDP-Weingüter und nicht wenige große Gewächse bzw. DACs und Riedenweine in Österreich stehen auf der Karte – etwa 30 Weine davon sind offen erhältlich.

Hausgemachtes Brot und Weißburgunder brut

„Hör auf Dein Herz! Außer der Sommelier sagt: Ich empfehle Dir den Riesling. Dann hör auf den Sommelier!“ – so lautet der Teaser auf der Weinkarte des Weinlobbyisten. Unser Herz sagt uns, heute Abend immer auf den Sommelier zu hören. Und so starten wir mit einem spritzig-trockenen Weißburgunder brut von Emrich-Schönleber. Dazu kommt ein Amuse bouche mit Garnele, Ananas und japanischer Mayonnaise, das ein bisschen wie ein Luxus-Waldorfsalat schmeckt. Das hausgebackene Brot mit dezent mit Kürbiskernöl aromatisierter Butter macht geradezu süchtig – und schließlich braucht der Wein eine solide Grundlage.

Weiter geht es mit Ronny Marx‘ aktuellem Lieblings-Signature Dish, einem Kammmuschel-Carpaccio, das kräftig nach Meer schmeckt und den kräftigen Grünen Veltliner von Jurtschitsch gut vetragen kann. Unser Favorit hingegen wird das Austrian Sushi mit Gurke, Kren und sagenhafter Sojasauce von Reisetbauer & Trettl – so lecker, dass ich das Schälchen kurzerhand ausgetrunken habe.

Roastbeef Burger zu Spätburgunder?

Letztlich geht es in einer Weinbar um Essen zum Wein, nicht umgekehrt. Und warum nicht mal einen Roastbeef-Burger in der hausgebackenen Brioche mit einem 2016 Spätburgunder vom Weingut Münzberg aus der Pfalz kombinieren? Die vorgeschlagene Kombination gefällt uns so gut, dass wir anschließend ein Fläschchen aus der Weinhandlung mitnehmen. Auch das Rindertartar mit keckem Wachtelei, Kapernapfel und Brotchip passt hervorragend dazu. Wir genießen den Abend nicht nur des Weins und des Essens wegen. Wir fühlen uns auch wunderbar willkommen, denn Serhat Aktas leistet sich so viel kundiges Servicepersonal, dass er sich selbst seiner Rolle als Gastgeber leidenschaftlich hingeben kann. Schön ist es hier und so kommunikativ, dass wir den göttlichen (!) Orangenkuchen plötzlich zu sechst am Tisch genießen. Weiter so – wir drücken die Daumen, dass die x-te Welle diesmal am Weinlobbyisten und allen anderen engagierten Gastronom*innen vorbei geht!

der Weinlobbyist – Bistro & Weinbar
Kolonnenstraße 62
10827 BerlinTel.: 03030640772
E-Mail: kontakt@weinlobbyist.de

Aperitivo Nonino: Der italienische Sommerdrink

Aperitivo Nonino: Der italienische Sommerdrink

Als Aperitivistas sind wir permant auf der Suche nach neuen Aperitifs und Alternativen zum Aperol Spritz. Umso mehr waren wir auf den Aperitivo Nonino gespannt, den Barmann Simone Maion uns beim im Rahmen des Projektes True Italian Taste von ITALCAM gemeinsam mit PromoTurismo FVG organisierten Livestreams „Aperitif aus dem Borgo Nonino“ vorstellen würde. Gemeinsam mit Antonella Nonino und der Food-Journalistin Monika Kellermann durften wir außerdem einen selten gewährten Blick in die 120 Jahre alte Destillerie Nonino werfen. 2019 wählte der renommierte Wine Enthusiast’s Wine&Spirits Award sie zur besten Destillerie weltweit.

Silvia, Antonella, Cristina, Francesca und Elisabetta Nonino

Der Aperitivo Nonino Botanical Drink

Bei dem Aperitivo Nonino BotanicalDrink handelt es sich um eine zeitgenössische Infusion aus Botanicals und dem Nonino Traubenbrand ÙE®. 2018 kreierten ihn Cristina, Antonella, Elisabetta und Francesca Nonino, nachdem sie die Botanicals über 3 Jahre untersucht hatten. Die neue Version einer über 90 Jahre alten Familien-Rezeptur veredelten sie mit dem reinsortigen ÙE® Traubenbrand Monovitigno® Fragolino vom Nonino-Weinberg. Frisch, fruchtig, mit Zitrusnoten und einem Hauch von Waldfrüchten: ein frischer Aperitif, der so schmeckt, wie Gianna Nanninis Kultsong „Un’estate italiana“ klingt. Der Aperitivo Nonino ist der erste italienische Aperitif, der bei Meininger’s International Spirits Award den internationalen Preis «Aperitif des Jahres 2021» erhielt. In Berlin haben wir ihn im Centro Italia entdeckt, wo es auch die passenden Taglieri und anderen Köstlichkeiten für einen echten Aperitivo italiano gibt.

Grappa-Cocktails à la Simone Maion

Im Rahmen des Livestreams sind wir heute dabei, wie Simone Maion uns im Borgo Nonino einen Spritz mit dem L’Aperitivo Nonino mixt. Der Barmann ist nicht nur im Friaul eine Größe. Mit seiner hinter einem Restaurant versteckten «Mr Simon Secret Bar« hat er es sogar ins berühmte Buch von Jürgen Lijcops «150 Bars you need to visit befor you die» geschafft. Beim nächsten Besuch im hübschen Udine versuchen wir garantiert, an den geheimen Einlass-Code ins magische Reich von Mr. Simonzu kommen…

Für den Spritz gießt Simone Maion den leuchtend gelben Aperitivo Nonino mit einem Ribolla Gialla Spumante auf. Weine dieser authochtonen Rebsorte werden in Friaul-Julisch-Venetien übrigens auch gerne solo zum Aperitivo getrunken. Die MIschung ergänzt er mit einer Scheibe frischer Zitronenschale, einem Spritzer Zitronensaft und Sodawasser. Fertig ist ein erfrischender Drink, den wir – zu Hause nachgemixt – mit köstlichen geräucherten Regina di San Daniele Forellen und knusprigen Fricut-Aperitifcräckern genießen. Für uns ist der Aperitivo Nonino der Sommerdrink 2021 schlechthin, der sich alternativ mit einem guten Prosecco Superiore zubereiten lässt. Ein Drink für den späteren Abend ist sein Nonino Sour, bei dem der Whisky durch Grappa Nonino Riserva AnticaCuvée ersetzt wird.

Die Rezepte

Aperitivo Nonino- Botanical Spritz
Aperitif Nonino- Botanical Spritz

4 cl L ́Aperitivo Nonino BotanicalDrink
10 cl Acqua tonica oder Ribolla Gialla
1 Spritzer und ein wenig Schale einer unbehandelten Zitrone oder einer Frucht der Saison Eiswürfel

Der Nonino Sour
Der Nonino Sour

4 cl Grappa Nonino Riserva AnticaCuvée, 5 Jahre gereift 1,5 cl frisch gepresster Zitronensaft
2 cl flüssiger Rohrzucker
1 cl Eiweiß
Eiswürfel
1 Scheibe Limone oder Früchte der Saison

True Italian Pizza Week 2020: Die besten Pizzerien in Berlin

True Italian Pizza Week 2020: Die besten Pizzerien in Berlin

Achtung Pizzafans: Vom 15.-21. Oktober findet die True Italian Pizza Week 2020 in Berlin statt. In dieser Woche bieten 30 der besten Pizzerien in Berlin eine Pizza zusammen mit einem Aperol Spritz für 12€ an. Zur Auswahl stehen immer zwei verschiedene Pizzen, die zum Teil extra für das Event kreiert wurden. Die Karte mit allem teilnehmenden Pizzerien liegt in den Restaurants aus oder steht bei True Italian zum Download bereit. Dabei überrascht nicht, dass – wie oft bei spannenden Restaurants – eine gewisse Konzentration im Ostteil Berlins zu erkennen ist. Aber auch am Ku’damm, in Schöneberg und Friedenau gibt es großartige Pizzerien zu entdecken.

Eine Frage der Zeit – und der richtigen Zutaten

Was macht nun eine authentische italienische Pizza aus? Wichtigstes Auswahlkriterium für die Teilnahme an der True Italian Pizza Week 2020 ist nicht die Nationalität des Pizzabäckers. Vielmehr geht es um die Wahl der Zutaten, wie etwa Tomatensoße bester Qualität, echte Mozzarella oder Fiordilatte. Desweiteren muss der Teig mindestens 12, besser 24 Stunden im Kühlschrank ruhen, während die Hefe geht. Dann müsse es allerdings schnell gehen, erklärt uns der neapolitanische Pizzabäcker Emanuele Bruni vom Restaurant Il Pizzaiolo in Kreuzberg. „Der Teig darf nur wenige Minuten bearbeitet und belegt werden, bevor er in den Ofen kommt. Eine kurze Backzeit bei hohen Temperaturen ist entscheidend, sonst verlieren die Zutaten an Geschmack. „Ein klassischer napoletanischer Holzofen muss es gar nicht sein, weiß Tosh Dirschka, Geschäftsführer des Il Pizzaiolo: „Dafür bekommt man heute sowieso keine Genehmigung mehr. Wir arbeiten mit einem Gasofen, der hohe Temperaturen und die typische Kruste genauso so gut erzeugt.“

Auftakt der Pizza Week im Il Pizzaiolo

Il Pizzaiolo hat erst im Dezember 2019 in Berlin Kreuzberg aufgemacht und nimmt zum ersten Mal an der True Italian Pizza Week teil. Die Pizzeria steht für typisch neapolitanische Pizza mit Zutaten höchster Qualität, die direkt aus Kampanien kommen. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung probieren wir hier die zwei Pizzen, die Emanuele Bruni extra für das Event kreiert hat. Die Donna Sophia mit Zucchinicreme, Fiordilatte-Mozzarella, Sardellen und gelben Piennolo- Tomaten vom Vesuv und die Positana mit Kürbiscreme, Provola (geräucherter Mozzarella), Salsiccia und Thymian. Köstlich schmecken beide, auch die kreativen Varianten mit Friarielli (einer Art napoletanischem Grünkohl) oder Feigen, Balsamico und Gorgonzola. Dass Emanuele sein Handwerk versteht (nicht umsonst hat er in der legendären Malafemmena in Friedenau gelernt), zeigt sich allerdings am besten bei einer einfachen Pizza mit Kirschtomaten. Hier kommen der perfekt zwischen Knusprig- und Fluffigkeit oszillierende Teig und die hervorragenden Produkte optimal zur Geltung.

Neu: Die Pizza Week in neun deutschen Großstädten

Nach drei erfolgreichen Veranstaltungen findet das Event dieses Jahr in acht weiteren deutschen Städten (Hamburg, Leipzig, Hannover, München, Stuttgart, Köln, Frankfurt und Düsseldorf) statt. Die True Italian Pizza Week ist das größte Event Deutschlands, das sich dem Symbol der italienischen Küche widmet (neapolitanische Pizza gehört seit 2017 auch zum UNESCO-Weltkulturerbe). Das Event wird von Berlin Italian Communication (Herausgeber des Berlino Magazine) zusammen mit Campari Deutschland veranstaltet. Weitere Partner sind die Italienische Botschaft in Berlin, die Gemeinde von Neapel und die italienischen Kulturinstitute von Berlin, Hamburg, München und Köln.

72 hours True Italian Food Festival 2020: Eine Reise durch die echte italienische Küche in Berlin

72 hours True Italian Food Festival 2020: Eine Reise durch die echte italienische Küche in Berlin

Das 72 hours True Italian Food Festival 2020 ist das größte Fest der italienischen regionalen Küche in Berlin. Vom 23. bis zum 26. September 2020 geht es zum 5. Mal darum, authentische italienische Esskultur zu verbreiten. Für nur 8€ kann man eine kleine Portion verschiedener italienischer Spezialitäten zusammen mit einem Aperol Spritz, einem Glas Wein oder einem Softdrink kosten. Dass alle Maßnahmen gegen die Verbreitung von COVID-19 getroffen werden, versteht sich von selbst. Schließlich hat kein Gastronom in dieser Stadt das geringste Interesse an einem erneuten Lockdown. Deshalb bieten fast alle teilnehmende Lokale das Event-Menü auch zum Mitnehmen an.

Tasting Tour in Friedrichshain

Als kleinen Vorgeschmack auf das 72 hours True Italian Food Festival 2020 haben wir eine Tour durch ausgewählte True Italien-Restaurants in Friedrichshain gemacht. Wer jetzt karierte Tischdecken, „Buona Sera Signora“-deklamierende Kellner und glutäugige Pizzabäcker erwartet hatte, wird enttäuscht. Dieser Spaziergang spiegelte vielmehr das hippe Berlin beziehungsweise die angesagten Viertel italienischer Großstädte wider. An dieser Stelle deshalb ein großes Kompliment an Sara Trovatelli und Andrea d’Addio, die Initiatoren der True Italian-Initiative: Ihr schafft es immer wieder, das Beste aus Italien in Berlin aufzuspüren.

Steinpilz-Soufflé im MedEATerranean Trip

Wir starteten unsere Tasting-Tour im MedEATerranean Trip in der Gabriel-Max-Straße. Hier nehmen wir pünktlich um 17 Uhr einen perfekt zubereiteten Aperol Spritz ein. Für mich ist er immer noch einer der schönsten Drinks für den Aperitivo Italiano. Der Besitzer und Chefkoch Sergio Priore serviert uns das True Italian-Gericht 2020, ein Steinpilz-Soufflé, das zusammen mit einer Steinpilz-Emulsion und „Terra di Olive“, einem äußerst würzigen Pulver aus dehydrierten, gemahlenen Oliven, hersgestellt wird. Dieses feine, herbstliche Gericht schmeckt mehr nach den Alpenregionen als nach Sergios Heimat Neapel. Aber auf die will sich das MedEATerranenan auch gar nicht beschränken, sondern vielmehr die Küche des gesamten Mittelmeerraumes abbilden.

Fusion-Küche im Madre

Unseren zweiten Stopp machen wir im Madre in der Gärtnerstraße. Hier überrascht uns eine italienisch-französische Fusion-Küche mit Fokus auf vegane Rezepte und Fischgerichte. Wie meine Kollegen irritiert konstatieren, sieht das Restaurant gar nicht klischeemäßig italienisch aus. Vielmehr wirkt es mit der coolen Bar und den Zebra- und Elefantenfiguren wie ein kosmopolitischer In-Place aus. Tatsächlich hegten die Besitzer Sebastiano aus Italien und Valeriane aus Frankreich auch keinerlei Ambitionen, einen Rimini-Abklatsch aus den 50er-Jahren nach Berlin zu holen. Wir haben die Spezialität des Events probiert, eine köstliche Mischung aus der französischen Poivronnade und der italienischen Peperonata, die zusammen mit selbstgemachten Kurkuma-Fladen auf den Tisch kommt. Einen zusätzlichen Eindruck in die Originalität der Küche des Madre bekommen wir mit marinierter Rote Bete, Birnen und Büffelmozzarella und süß-salzigen Cappellacci mit Käse und Amaretto.

Klassisch-römisch im Cargo Gastronomia

Im Cargo Gastronomia serviert uns die ungarische Betreiberin Judith Kiss den großartigen Prosecco Vérv extra dry von Andreola aus Treviso – so gut schmeckt der italienische Spumante selten. Namensgeber für das Restaurant war ihr Mann, ein Pilot, und aus diesem Grund ist das Lokal auch in industriellem Stil mit Fundstücken aus der Aeronautik eingericht. Der neue Küchenchef Riccardo kommt aus Rom, weshalb die tadellose Zubereitung der „Saltimbocca alla Romana“ für ihn Ehrensache sein dürfte. Wirklich köstlich schmecken diese Kalbfleisch-Schnitzelchen, die zusammen mit Schinken und Salbei in der Pfanne garen. Die dazu gereichte Bruschetta mit Zucchini und Minze schmeckt herrlich frisch und setzt genau den richtigen Kontrapunkt zum Saltimbocca.

Die Karte der teilnehmenden Restaurants

Um diese oder eine anderen Spezialitäten zu probieren, reicht es, zwischen dem 23. und dem 26. September in eines der 30 teilnehmenden Restaurants zu gehen und nach dem speziellen 72 hours True Italian Food-Angebot zu fragen. Darüber hinaus wird jedes Lokal auch das übliche Menü anbieten. Es empfiehlt sich übrigens zu reservieren, denn das 72 hrs True Italian Food Festival hat sich herumgesprochen und die Restaurants sind während der Laufzeit meistens rappelvoll. Die Karte mit allen Restaurants kann man auf der Webseite trueitalian.top als PDF herunterladen. Es soll Menschen geben, die es in diesen vier Tagen schaffen, sich durch alle Restaurants zu probieren: Besser geht’s nicht!

Das Projekt True Italian

Das Projekt True Italian. True Italian ist ein Projekt, das die Tradition der echten italienischen Küche im Ausland durch eine Reihe an Events fördert. Die an dem Netzwerk teilnehmenden Lokale sind durch den True Italian-Aufkleber am Schaufenster erkennbar – während des 72 hrs Events sowie über das ganze Jahr hinweg. Neben dem 72 hours True Italian Food Festival organisiert True Italian auch die True Italian Pizza Week (dieses Jahr vom 15. bis zum 21. Oktober) und die True Italian Pasta Week (23. – 26. November).

Alle Infos unter: trueitalian.top

Restaurants am Schiffbauerdamm: Fünf Gastro-Profis retten Spreepromenade

Restaurants am Schiffbauerdamm: Fünf Gastro-Profis retten Spreepromenade

Berlins größte und schönste Sommerterrasse direkt an der Spree ist eröffnet! Welch herrlicher Blick! Was für eine stimmungsvolle Atmosphäre! Ein perfekter Ort fürs Feiern und die Seele baumeln lassen. Dank des gemeinsamen Auftritts der Restaurants am Schiffbauerdamm hat sich die berühmte Uferterrasse in Mitte nun zu Berlins schönster Sommerterrasse gemausert. Fast wie ein bisschen am Rhein fühlt es sich an. Oder Paris, Venedig…einfach den Booten hinterher schauen und den Sommer in der Stadt genießen.

Geniale Lösung für schwierige Zeiten

Gerade in Zeiten eingeschränkter Reisefreiheit freuen wir uns über die stilvollen, gemütlichen Kneipen, Bars und Restaurants am Schiffbauerdamm. An diesem Teil der Spree vereint sich lauschige Atmosphäre mit Großstadtfeeling und einem überraschend guten kulinarischen Angebot. Natürlich mit dem verordneten Abstand und an der frischen Luft, wo wir uns noch eine lange Zeit deutlich sicherer vor Ansteckung fühlen werden als in geschlossenen Räumen. Hut ab also vor der Initiative Die Fünf vom Schiffbauerdamm, die die Promenade gemeinsam mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Eigenfinanzierung neu gestaltete. So wurde das Ufer mit einem Geländer und einer durchgehenden Befestigung versehen, und die Sonnenterrasse wird nun von allen fünf Mitgliedern gemeinsam bewirtschaftet.

Gastronomische Europareise

Das einheitliche architektonische Bild kommt der Gesamtoptik der Sonnenterrasse an der Spree zugute. Umso vielfältiger präsentiert sich die Küche der fünf Restaurants am Schiffbauerdamm. Bereits die Namen klingen wie eine kleine Europareise: Das Vaporetto mit klassisch italienischer Küche, die kölsche Institution Ständige Vertretung, die Hauptstadtkneipe Berliner Republik, der irische Murphy‘s Irish Pub, das Brechts Steakhaus, die Piano Bar Vincent, die lauschige Weinbar Bar á Vin und der traditionsreiche Franzose Ganymed Brasserie. Bei den „Fünf vom Schiffbauerdamm“ machen Irland, Italien, Frankreich, das Rheinland und natürlich Berlin in erfreulicher Eintracht gemeinsame Sache. Location, Zeit und der Sommer werden geteilt und die – hoffentlich bald auch wieder internationalen – Gäste mit vielfältiger Küche, Livemusik und Kerzenschein verwöhnt.

Kulinarisch verwöhnt – von Austern bis Ziegenkäse

Was hatten wir Spaß! Endlich wieder raus. Endlich wieder gemeinsam – zwar mit Abstand, aber mit Sehnsucht im Herzen nach einem unbeschwerten Sommer. „Wir Gastronomen möchten allen Gästen unvergessene, kulinarische Momente bereiten auf der längsten und schönsten Spreeterrasse Berlins“, schwärmt Gastronom Michael Pankow. Tatsächlich konnte sich dieser Premierenabend sehen lassen. Die fünf Restaurants am Schiffbauerdamm überboten sich gegenseitig mit einem nicht enden wollenden Flying Buffet. 30 oder eher 40 unterschiedliche Leckereien waren das, jede für sich charakteristisch für die Küchen, aus denen sie kamen. Den (maskierten) Servicekräften war anzumerken, dass sie nach dem Lockdown mit viel guter Laune alles geben wollten für uns Gäste. Schließlich haben wir irgendwann aufgehört, die Gänge zu zählen. Genauso wie es uns zunehmend schwerer fiel, uns zwischen Kölsch und Cider, Lillet, Aperol Spritz und Shiraz zu entscheiden.

Von A wie Auster bis Z wie Ziegenkäse

Wer die entsprechende Ausdauer mitbringt, könnte sich hier einen kompletten Abend durch die europäische Küche essen. Zum Start deftiges hausgemachtes Irish Stew & Stepherd’s Pie aus Irland, dann ab ins Rheinland mit köstlichen Himmel un Ääd-Pralinen, Mini-Mini-Eisbeinchen mit Erbsen und Röggelchen. À la francaise folgen beste Austern „Fines de Claire“, Garnelen mit köstlichem Mangosalat, Ententerrine und Ziegenkäse. Besonders empfohlen sei hier der Oktopus, den der Küchenchef der Ganymed Brasserie zum Niederknien zart mit aufregenden Fenchelaromen kombiniert. Während das französische Restaurant Berliner Gourmets seit langem als zuverlässige Konstante für gutes Essen gilt, überrascht das als simples Steakhaus titulierte Brechts neuerdings ebenfalls mit ambitionierter Küche. Uns begeistern perfekt gewürztes Rinder- und Lachstatar, gebratene Garnelen, eine sensationelle Avocado-Mousse und Tapas wie Datteln im Speckmantel, Fenchelsalami und Hummus-Grissini. Irgendwann scheint gar nichts mehr zu gehen, bis auf den köstlichen Minimilchreis mit Äpfeln, das Tiramisu, die flambierte Créme Brûlée oder die umwerfende Mango-Panna Cotta vielleicht;-)

Glanzvolles Flair seit den 1920er Jahren

Seit den goldenen 1920er-Jahren ist das Viertel bekannt für seine unzähligen Angebote und verbindet Kunst, Kultur und Gastronomie. Das „Berliner Ensemble“ liegt direkt um die Ecke. Genauso wie die Friedrichstraße, der Tränenpalast, die Museumsinsel und das Regierungsviertel. Geplant sind weitere Attraktionen und Events, ganz wie zu den legendären Zeiten dieser Gegend: Vom Flanierfestival bis zum Kunstmarkt, Live-Musik bis zum Weinfest. Und vielleicht wird dann auch irgendwann wieder Straßenkarneval gefeiert in den Restaurants am Schiffbauerdamm.

Solidarität zählt: Die Fünf vom Schiffbauerdamm

Zum Zusammenschluss Die Fünf vom Schiffbauerdamm gehören die Familie Niederhuebner (Vaporetto), Jörn Brinkmann und Jan Bubinger (Ständige Vertretung), René Gamper mit Geschäftsführer Fabian Granow (Berliner Republik), Sam Lewin mit Betriebsleiter Till Haffner (Murphy‘s Irish Pub) und Michael Pankow (Ganymed, Brechts, Vincent und Bar à Vin). Gerade in diesen schwierigen Zeiten zahlt sich ihre Solidarität aus. Die fünf Gastronomen haben mit ihrer ungewöhnlichen Idee unsere Herzen im Sturm erobert. Unsere Lieblings-Berliner Sommerterrasse 2020 ist gesetzt.

Chin Chin Box: Glück to go

Chin Chin Box: Glück to go

Falls mich irgendwann mal jemand nach meinem persönlichen Corona-Glücksmoment fragen sollte, wird mir bestimmt die Chin Chin Box einfallen. Nach wochenlangen Koch- und Backarien war mir die Lust auf einen weiteren Samstag Abend in der Küche nämlich ziemlich vergangen. Weil ein Restaurant-Besuch uns aber noch nicht geheuer war, hatten wir – nach der Virtuellen Weinprobe mit Viola – Lust auf ein weiteres kontakloses Genuss-Abenteuer. Da kam der FB-Tipp von Bini Lee vom Restaurant Kochu Karu genau richtig und wir entschlossen uns kurzerhand, die Chin Chin Box zu bestellen.

„Setzt Euch an den Tisch, taucht ein und genießt“

Am Samstag steht die überaus sympathische Lucila Pfeifer, die unter dem Label Chin Chin Berlin normalerweise private Weinproben anbietet, dann tatsächlich persönlich vor der Tür. Die gebürtige Brasilianerin erklärt, dass sie nicht nur Sommelière, sondern auch Köchin sei. So entstand aus der Corona-Not die Tugend der Chin Chin Box. Schon das Öffnen der liebevoll verpackten Schachteln macht Freude: Hier hat sich ein ästhetischer Geist so richtig Mühe gegeben. Hübsche Bändchen, Klammern, Fläschchen und Schachteln kommen zum Vorschein, und bis auf die Dessert-Verpackung gibt es kein einziges Stück Plastik. „Setzt Euch an den Tisch, taucht ein und genießt“ ist Lucilas Motto – und genau so werden wir es machen.

Pures kulinarisches Glück

Damit unsere Night out in den eigenen vier Wänden so richtig prickelt, schlüpfen wir raus aus der Homewear rein in die schicke Klamotte plus Lippenstift, Parfüm und Tigerpumps. Zum Aperitif trinken wir köstlichen Lugana von Cà dei Frati, einem der trinkigsten seiner Art. Dazu gibt es eingelegte Auberginen und das köstlichste italienische Brot der Stadt „Il Pane di Milano“ von Sironi. Als Vorspeise folgen zart knusprige Arancini mit perfekt gegarten Garnelenstückchen. Zu den Polpette mit Rosmarin-Kartoffelstampf empfiehlt Lucila den gleichen Rotwein, der auch im Tomatensugo zu den Fleischbällchen steckt. Kraftvoll hält der Chianti „Il Biskero“ vom Weingut Salcheto in Montepulciano den Polpette genau die richtige Struktur und Würze entgegen. Als wir die Panna cotta zum herrlich frischen „Garbél“-Prosecco löffeln, sind wir bereits im siebten Geschmackshimmel. Alle Energie ist vom Kopf in den Magen gewandert, so dass wir es kaum noch schaffen, die Expertise zu diesem hervorragenden, handwerklich hergestellten Schaumwein zu lesen. Danke Lucila für ein kleines, feines, köstliches Stück Glückseligkeit in diesen bewegten Zeiten!

Wie es funktioniert

Die Chin Chin Box kostet für zwei Personen 75,00 €. Sie wird mit einer Vorbestellzeit von mind. 24 Std. für Freitag, Samstag und Sonntag innerhalb Berlins geliefert. Jeden Monat gibt es ein anderes Menü (im Mai ist es Italien). Für das Mai-Menü spendet Lucila Pfeifer pro Box 15 Euro an Ärzte ohne Grenzen Italien. Mehr Infos unter chinchin-berlin.de.

Virtuelle Weinprobe: Live Tasting mit Viola

Virtuelle Weinprobe: Live Tasting mit Viola

Krisen machen erfinderisch, sagt Viola Albrecht. Schließlich fehlen in Zeiten des Social Distancing die Nähe zum Kunden, die Weinfeste und der gesellige Weingenuss. Neue Konzepte müssen her, und so hat auch das Weingut Albrecht-Kiessling virtuelle Weinproben aufgelegt. „Live Tasting mit Viola“ heißt das Youtube-Event des in Heilbronn ansässigen Familienweinguts: „Die virtuelle Weinprobe soll uns allen ein Gefühl der Normalität vermitteln“, erklärt die Winzerin und diplomierte Weinbauingenieurin aus Württemberg. „Die Menschen dürfen nicht zu uns kommen, so kommen wir virtuell zu Ihnen und zeigen mit Stolz und Hingabe unsere Weine.“

Sechs Weine und ein Rezept für Spargelpasta

Eine tolle Idee, denn erstens möchten wir engagierte WinzerInnen unterstützen und zweitens fehlen auch uns die Events. So langsam wird es langweilig in der selbstverordneten Quarantäne, so dass eine virtuelle Weinprobe eine willlkommene Abwechslung verspricht. Wir bestellen also per E-Mail das Probierpaket und bekommen für sehr faire 50 Euro einen Schaumwein, zwei Weißweine, einen Weißherbst und zwei Rotweine frei Haus geliefert. Dazu gibt es eine Tastingliste, ein Briefing zum Ablauf und das Rezept „Grüner Spargel trifft Nudeln“. In diesem Moment ahnt man schon, dass hier nicht einfach ein paar Flaschen geöffnet werden und man sich mit der (erlaubten) Anzahl von Gästen einen feucht-fröhlichen Abend macht. Das „Live Tasting mit Viola“ verspricht vielmehr, eine virtuelle Weinprobe vom Feinsten zu werden. Und die verlangt neben Freude am Genuss auch die Bereitschaft, zwei Stunden lang konzentriert zuzuhören und sich durch sechs Weine zu kosten.

Geballtes Weinwissen von Viola und Luisa

Unterstützt wird Viola bei der Moderation der virtuellen Weinprobe von ihrer ebenfalls im Weingut tätigen, aber noch Weinbau studierenden Schwester Luisa. Außerdem dabei ist Food-Expertin Astrid, die für den kulinarischen Part zuständig ist. Jeder Wein bekommt 20 Minuten Redezeit. Neben Erklärungen zu dem jeweiligen Wein teilen die beiden Schwestern ihr unglaubliches Winzer-Know-how. Wir lernen sowohl etwas über Terroir, Trauben und Lese als auch über die Stilistiken und die Klassifizierung. Auch sensorische Aspekte, Tipps fürs Foodpairing und regionale Besonderheiten des Weinbaugebietes Württemberg kommen nicht zu kurz. An dieser Stelle ein ganz großes Kompliment an Viola und Luisa, die uns diese geballte Portion Wissen quasi nebenbei servieren. Und an Astrid, deren Spargelpasta nicht nur einfach zuzubereiten, sondern schlicht köstlich und für jeden Geschmack variierbar ist.

Was ein wenig fehlt, ist die echte, persönliche Interaktion, die der – übrigens von den TeilnehmerInnen lebhaft genutzte – Live-Chat nur begrenzt ersetzen kann. So ist es mit der virtuellen Weinprobe wie mit anderen digitalen Kommunikationsbehelfen zu Coronazeiten. Erstaunlich viel funktioniert auch online, aber irgendwann nervt das Fehlen des realen Austausches eben doch.

Weinleidenschaft über Generationen

Um so besser, dass sich die Begeisterung der jungen Winzerinnen auch über den Umweg des Internets überträgt. „Wir sehen es als unsere Aufgabe, Charakter in die Weine zu bringen, den Puls der Zeit zu spüren und gleichzeitig das Handwerk zu bewahren“, sagt Viola, die schon als Kind in Gummistiefeln im Weinkeller herumgerannt ist und in den Reben gespielt hat. Somit war der Weg zur Winzerin fast vorgezeichnet in dieser Familie, in der seit drei Generationen jeweils drei Töchter mit Leidenschaft Wein machen. Nach ihrer Ausbildung in Rheinhessen und der Pfalz studiert sie an der Weinfachschule Geisenheim. Seit ihrem Bachelor in 2018 ist sie nun fest mit auf dem Weingut tätig und zuständig für den Weinausbau, die Oenologie und die Veranstaltungen. Vor allem steckt die junge Winzerin, die sich auch bei der Nachwuchsvereinigung Generation Riesling engagiert, voller Ideen und verunsichert öfter mal ihre Eltern mit neuen Wegen und Konzepten.

Auf den Geschmack gekommen

Von Violas virtuellen Weinproben sind mittlerweile auch Peter und Annette Albrecht überzeugt. Sie kommen gut an bei den Fans des Weingutes, und auch bei Aperitivista gehen die Daumen klar nach oben. Die nächsten Live-Tastings mit Viola finden am 28. Mai (mit der Ölmühle Erlenbach), 25. Juni (mit den Linsen von Thomas Schmoll) und am 30. Juli jeweils von 19-21 Uhr statt. Die Weinpakete kosten 50 Euro inkl. Versand. Mehr Infos und Anmeldung auf albrecht-kiessling.de/veranstaltungen

Die nächsten Live-Tastings

Im Nachgang der Weinprobe kommt unser Lieblingspart, das „Stumpentrinken“. So nennen die Winzer das gemeinsame Austrinken die Reste in den Weinflaschen (oder Gläsern). Gleichzeitig ist auch der Moment der Entscheidung, welche Weine wir demnächst nachbestellen werden. Unsere Notizen von der Verkostung findet ihr im Anschluss. Frei nach dem Motto „Jeder sollte jemanden haben, der im entscheidenden Moment nachschenkt“ freuen wir uns schon auf die nächste virtuelle oder besser noch echte Weinprobe im schönen Heilbronn. . Sehr herzlich haben die Schwestern nämlich alle Zuhörer auf das Weingut Albrecht-Kiessling eingeladen.

Die Weine: Unsere Verkostungsnotizen

FLORA

Wir starten die virtuelle Weinprobe mit dem großartigen FLORA, einem PetNat („Pétillant Naturel“), in den Luisa Albrecht ihr ganzes Herzblut gesteckt hat. Dieser unfiltrierte Schaumwein aus Müller Thurgau mit einem kleinen Anteil Kerner begeistert mit einer dezenten Säure und einem runden, fülligen Aroma. Nach einmaliger Spontanvergärung verbleibt ein Rest Hefe in der Flasche, wo der PetNat weiter gärt. Somit ist jede Flasche dieses großartigen Naturweins einzigartig. Und wir Aperitivistas sind begeistert von diesem tollen Experiment. Übrigens nicht nur wir: Der FLORA erfuhr so viel positive Resonanz, dass er fast schon ausgetrunken ist.

JOHANNA und GELBER MUSKATTELLER

Der nach der dritten Tochter benannte Grauburgunder JOHANNA zeigt Charakter, einen großen Körper und nussige Aromen. Der halbtrockene Gelbe Muskatteller offenbart eine wahre Explosion an floralen und kräutrigen Aromen, die ein perfektes Gegenwicht zu Käse bilden und der somit eher ans Ende eines Menüs passt.

WEISSHERBST, MERLOT UND LEMBERGER

Nach einem interessanten Exkurs zu Kräutern und Wein mit dem WaldNetzWerk aus BadRappenau kommen wir zu Rosé und Rotwein. Bei letzterem scheiden sich in unserer multinationalen Runde die Geister. Dem französischen und dem italienischen Gaumen mundet der stabil-komplexe Merlot mit seinen Sauerkirscharomen und der dezenten Ledernote besser als der Lemberger. Obwohl letzterer von Viola als „maskulin“ (was auch immer das heißt) bezeichnet wird, sind es ausgerechnet die norddeutschen Damen, die diesen körpervollen, terroirgeprägten Wein besonders mögen. Vom Lemberger Weißherbst Kabinett trocken ist selbst unsere dem Rosé-Wein nicht unbedingt zugeneigte italienische Fraktion angenehm überrascht. Eher hell gekeltert und mit dezenter Erdbeerfrucht, zeigt er viel Charakter und glücklicherweise nichts von den im Massensegment aktuell gefragten Bonbon-Rosés.

P.S. Bei unserem sonntäglichen Picknick haben wir übrigens den weißen Secco vom Weingut Albrecht-Kiessling probiert. Sehr fruchtig und so trinkig, dass die Flasche viel zu schnell leer war: eine tolle, spritzige Winzer-Alternative zum 08/15 Prosecco aus dem Supermarkt.

Das Restaurant Duke im Ellington Hotel: Haute Cuisine mit Überraschungen

Das Restaurant Duke im Ellington Hotel: Haute Cuisine mit Überraschungen

Berlins kulinarische Szene ist schnelllebig, Trends kommen und gehen genau wie gerade angesagte Küchenphilosophien. Spannend ist das zweifellos, aber auch ein bisschen anstrengend. Da sehnt sich die Seele nach einem richtig guten Essen, so etwa wie ein Truffaut-Film gegen japanische Augmented Reality wie visuelles Detox wirkt. Heute sind wir genau am richtigen Ort, um uns entspannt zurückzulehnen. Das Restaurant Duke im Ellington Hotel kommt nämlich erfolgreich ganz ohne Hipster-Attribute aus. Küchenchef Florian Glauert serviert hier seit sieben Jahren eine Küche, die auf klassisch französischer Basis überraschend umkompliziert und kreativ daher kommt. Das moderne, offene Restaurant mit großem Bartresen und Showküche ist an diesem ganz normalen Mittwoch bis auf einen Tisch vollbesetzt. Das Konzept von Glauert und seinem „Casual Fine Dining ohne Krawattenzwang“ scheint aufzugehen.

Menü Logique: Die Kür des Küchenchefs

Wer das volle Potential von Florian Glauert und seiner Mannschaft erleben möchte, wählt am besten das monatlich wechselnde Abendmenü. Neben den für ein Hotelrestaurant unverzichtbaren Klassikern stehen 3 oder 5 Gänge zum fairen Preis von 59 bzw. 79 Euro zur Wahl. Die einzelnen Gerichte und die entsprechende Weinbegleitung klingen genauso logisch, wie es der Titel des „Menü logique“ suggeriert. Wir starten mit köstlichem hausgemachten Brot, dekorativ in der Retroflasche angerichteter Kürbissuppe und einer delikaten Löffel-Köstlichkeit mit dem kokett untertreibenden Namen „I love Huhn“. Dazu gibt es Ruinart Rosé-Champagner, der ganz hervorragend auf den Abend und die vornehmlich französisch geprägte Weinbegleitung einstimmt.

Geschmacksexplosive Vorspeisen

Beim Ziegenkäse mit Shiso, Kürbis, karamellisierter Aubergine und feinem Piment d’Espelette freuen sich nicht nur die Geschmacks-. sondern auch die Sehnerven. Kein Wunder, schließlich hat Florian Glauert auch eine Ausbildung zum Foodstylisten am Culinary Institute of America in New York absolviert und weiß über den kunstvollen Aufbau von Tellern. Den vorläufigen Höhepunkt des Menüs erreichen wir mit dem fast schon zum Klassiker avanzierten „Lauwarmen Tatar vom Hummer Chanel No.5“. Die Zutaten lesen sich tatsächlich wie die Rezeptur des legendären Duftes: Orange, Rose, Bergamotte, Jasmin, Veilchen, Tonkabohne, Vanille und Zimtrinde aromatisieren den Hummer, der mit einer perfekten Bisque zu geschmacklicher Vollendung findet. Der leidenschaftliche Hummerkoch übertrifft sich selbst, und wir lieben ihn dafür.

Die Hauptgerichte und der Wein: Bodenständigkeit trifft Eleganz

Sensationell geht es weiter mit einem auf den Punkt gegarten Wolfsbarsch, den eine Schwarzwurzel in Allianz mit Trüffel, Kartoffel und brauner Butter leichtfüßig begleitet. Ebenso kreativ wie mit der rustikalen Knolle geht Glauert mit dem rustikalen Wintergemüse Grünkohl um. Als schlichtes Quadrat begleitet er zusammen mit Senfkörnern, Bouillon und Leber die Entenkeule. Restaurantleiterin Anke Wellendorf hat zum Fisch einen Meursault aus der renommierten Kellerei Vincent Girardin im burgundischen Saint-Romain ausgesucht. Zur Ente schenkt sie uns einen Château Odilon des für das Médoc qualitativ hervorragenden Jahrgangs 2016 ein, der trotz seines jungen Alters bereits bemerkenswerte Tiefe aufweist. Erst Ende September wechselte Wellendorf Das Stue ins Restaurant Duke und entpuppt sich hier als echter Glücksgriff. Sie schafft an diesem Abend nicht nur eine bemerkenswerte Weinbegleitung, sondern auch einen Service mit genau der richtigen Mischung aus Eloquenz und Diskretion, aus Professionalität und Frische.

Nach dem Finale lockt die Bar

Die Käseauswahl vom Maître Affineur Waltmann kommt impéccablement mit Früchtebrot und hausgemachten Chutneys. Den letzten Höhepunkt des Menüs haben wir Chef de partie und Patissier Eric Ohlmann zu verdanken. Sein ganz state-of-the-art dekonstruierter Nussstrudel mit einer unwiderstehlichen Mischung aus Kuchen, Honig, Rum, Crumble und Creme zu kleinen Entzückensschreien am Tisch führt. Das Tolle ist, dass das architektonisch bemerkenswerte Ellington-Hotel auch über eine Bar verfügt, an der meistens richtig viel los ist. Ein frisch-fruchtiger Digestivcocktail (der Barkeeper hat alles richtig gemacht) geht noch, aber die sehr kreativ als Care-Paket eingewickelten Petit Fours müssen als Doggy Bag mit auf den Heimweg.

Fazit: Verlässliche, unaufgeregte Spitzenküche, die Spaß macht

Seit acht Jahren steht Florian Glauert dem Restaurant Duke im Ellington Hotel nun schon als Küchenchef vor. Im Gegensatz zu manchem Berliner In-Restaurant, das nach viel Hype plötzlich sang- und klanglos die Tore schließt, spricht diese Kontinuität für sich. „Eine verständliche, feine Küche auf klassischer Basis mit frischen Ideen und hoher Präzision“ hieß es in der Laudatio zur Auszeichnung „Aufsteiger des Jahres 2013“ der Berliner Meisterköche. Und so unaufgeregt, wie sich der fast zwei Meter große Chef mit einschlägiger Erfahrung in der Spitzengastronomie präsentiert, ist auch seine Küche: produktorientiert, handwerklich sauber und mit genau der richtigen Dosis Kreativität für zum-Teller-abschlecken-leckere Gerichte. Hut ab vor dem Mut zum eigenen Stil jenseits vom letzten Streetfood- oder Vegan-Schrei, und das alles zu einem ordentlichen Preis-Leistungsverhältnis. Genau modern genug, um sexy zu sein – wie einst Coco Chanel, auf dessen Duft-Klassiker sein Hummer-Tartar schließlich nicht zufällig anspielt.

Restaurant Duke im Ellington Hotel | Nürnberger Strasse 50-55, 10789 Berlin

www.ellington-hotel.com