Als Together Partners zu einem Abend mit Laura Victor & Band einlud, zögerte ich nicht lange mit der Zusage: Erstens weil die Events von Marina, Petra und Co. immer toll sind und zweitens weil ich neugierig auf den neuen Berliner Hotspot Hotel Provocateur in der Brandenburgischen Straße war. Von Laura Victor hatte ich noch nie etwas gehört, aber ein Abend mit Chansons aus den 30er-Jahren klang vielversprechend.  Die Veranstalterinnen hatten vorsorglich mit reichlich zeitlichem Vorlauf eingeladen, weil „die BerlinerInnen immer zu spät kommen“. So hatten wir Zeit, als echte Aperitivistas die Drinks an der Hotelbar zu testen.

Der Lillet mit Koriander in der mit dicken Samtvorhängen verdunkelten Bar war ok, Micheles Alternative mit Beerensirup schmeckte vor allem nach Letzterem. Das Boudoir-Ambiente ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig, wenn draußen die Sonne scheint, aber es passte gut zum Konzertprogramm und war die perfekte Kulisse für die bildschöne Laura Victor, die hier für die Pressefotos mit perfektem Make-up von Betty Amrhein, langen Beinen und 20er-Jahre-Wellen posierte. Wir begeben uns also ins langgezogene Basement des Hotels,  das außer ein paar Sesseln und Barhockern nur Stehplätze bot – und auch die waren knapp. Das Secret-Showcase der Newcomerin hatte sich rumgesprochen: statt der erwarteten 100 Gäste waren es fast doppelt so viele, die den Auftritt von LAURA VICTOR & BAND erleben wollten – für mich als tendenziell Klaustophobe eine echte Herausforderung.

Auch wenn das Mikro des Hotels Lauras Stimme keinen Gefallen tat, machte es Spaß, ihr zuzuhören:  ein bisschen Hildegard Knef, ein Hauch Marlene Dietrich, eine Prise Zarah Leander und ganz viel Liza Minelli – eigenwillig interpretiert und gelungener bei den 30er-Jahre-Liedern als etwa dem Cover-Song von Grönemeyers „Männer“. Auf jeden Fall war es gut, ganz nah ranzugehen an Laura Victor – dann zieht sie ihre Zuhörer optisch und akustisch in den Bann. Ich bin gespannt, wie es mit der erst 27-jährigen weiter bzw. wo die Reise hingeht – viel Erfolg!

Posted by:gesetta

Aus dem norddeutschen Flachland zog es mich schnell nach Italien und Frankreich, wo ich das mediterrane Lebensgefühl in jede Pore aufgesogen habe. Ich liebe Venedig, Aperol Spritz und gutes Essen. Schon als Kind hasste ich Jugendherbergen, praktische Kleidung und flache Schuhe. Nach unzähligen herrlichen Hotels und einem unprotestantischen Ja zum Glamour kann ich letzteren beiden inzwischen sogar etwas abgewinnen. In 10 Jahren kommt vielleicht die Zeit für Jugendherbergen, weil ich mich jung fühlen möchte. Besser nicht.

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