der Weinlobbyist: Große Weine & kleine Köstlichkeiten

der Weinlobbyist: Große Weine & kleine Köstlichkeiten

300 deutsche und österreichische Weine

Im unprätentiösen Teil von Berlin-Schöneberg versteckt sich in der Kolonnenstraße der Weinlobbyist. Im Juni letzten Jahres eröffnete Serhat Aktas seine Weinbar & Bistro, die sich auf deutsche und österreichische Gewächse spezialisiert hat. 300 Positionen stehen auf der Karte, und dazu gibt es neben Klassikern wie Schinken- und Käseplatten auch eine Reihe kleiner, feiner Köstlichkeiten. Wir haben das Glück, diese zusammen mit großartigen Weinen an einem lauen Augustabend im lauschigen, mediterran anmutenden Innenhof zu verkosten. Und haben einen neuen Wein-Lieblingsort entdeckt, der mit den schönsten Bàcari in Venedig mühelos mithalten kann.

Lobbyist für Winzer*innen

Wie so viele Berliner Gastronom*innen hatte Serhat Aktas das Pech, mit der Eröffnung von der Weinlobbyist mitten in den Lockdown zu fallen. Zum Glück konnte er sein Team trotz der schweren Zeit halten. Inzwischen arbeitet sogar sein ursprünglich in Teilzeit angestellter Koch Ronny Marx auf Vollzeit. „Dennoch sind wir kein Restaurant“, betont Aktas,. „Unser Schwerpunkt liegt auf Wein und kleinen, tapasähnlichen Gerichten, die wir in unserer kleinen Küche täglich frisch zubereiten können.“ Die Idee für den Namen „der Weinlobbyist“ kam dem gelernten Sommelier übrigens, weil er in unmittelbarer Nachbarschaft von vier Parteibüros umgeben ist. Und er sich als Interessensvertreter der Winzer*innen vor seinen Gästen versteht. Vor allem VDP-Weingüter und nicht wenige große Gewächse bzw. DACs und Riedenweine in Österreich stehen auf der Karte – etwa 30 Weine davon sind offen erhältlich.

Hausgemachtes Brot und Weißburgunder brut

„Hör auf Dein Herz! Außer der Sommelier sagt: Ich empfehle Dir den Riesling. Dann hör auf den Sommelier!“ – so lautet der Teaser auf der Weinkarte des Weinlobbyisten. Unser Herz sagt uns, heute Abend immer auf den Sommelier zu hören. Und so starten wir mit einem spritzig-trockenen Weißburgunder brut von Emrich-Schönleber. Dazu kommt ein Amuse bouche mit Garnele, Ananas und japanischer Mayonnaise, das ein bisschen wie ein Luxus-Waldorfsalat schmeckt. Das hausgebackene Brot mit dezent mit Kürbiskernöl aromatisierter Butter macht geradezu süchtig – und schließlich braucht der Wein eine solide Grundlage.

Weiter geht es mit Ronny Marx‘ aktuellem Lieblings-Signature Dish, einem Kammmuschel-Carpaccio, das kräftig nach Meer schmeckt und den kräftigen Grünen Veltliner von Jurtschitsch gut vetragen kann. Unser Favorit hingegen wird das Austrian Sushi mit Gurke, Kren und sagenhafter Sojasauce von Reisetbauer & Trettl – so lecker, dass ich das Schälchen kurzerhand ausgetrunken habe.

Roastbeef Burger zu Spätburgunder?

Letztlich geht es in einer Weinbar um Essen zum Wein, nicht umgekehrt. Und warum nicht mal einen Roastbeef-Burger in der hausgebackenen Brioche mit einem 2016 Spätburgunder vom Weingut Münzberg aus der Pfalz kombinieren? Die vorgeschlagene Kombination gefällt uns so gut, dass wir anschließend ein Fläschchen aus der Weinhandlung mitnehmen. Auch das Rindertartar mit keckem Wachtelei, Kapernapfel und Brotchip passt hervorragend dazu. Wir genießen den Abend nicht nur des Weins und des Essens wegen. Wir fühlen uns auch wunderbar willkommen, denn Serhat Aktas leistet sich so viel kundiges Servicepersonal, dass er sich selbst seiner Rolle als Gastgeber leidenschaftlich hingeben kann. Schön ist es hier und so kommunikativ, dass wir den göttlichen (!) Orangenkuchen plötzlich zu sechst am Tisch genießen. Weiter so – wir drücken die Daumen, dass die x-te Welle diesmal am Weinlobbyisten und allen anderen engagierten Gastronom*innen vorbei geht!

der Weinlobbyist – Bistro & Weinbar
Kolonnenstraße 62
10827 BerlinTel.: 03030640772
E-Mail: kontakt@weinlobbyist.de

Virtuelle Weinprobe: Live Tasting mit Viola

Virtuelle Weinprobe: Live Tasting mit Viola

Krisen machen erfinderisch, sagt Viola Albrecht. Schließlich fehlen in Zeiten des Social Distancing die Nähe zum Kunden, die Weinfeste und der gesellige Weingenuss. Neue Konzepte müssen her, und so hat auch das Weingut Albrecht-Kiessling virtuelle Weinproben aufgelegt. „Live Tasting mit Viola“ heißt das Youtube-Event des in Heilbronn ansässigen Familienweinguts: „Die virtuelle Weinprobe soll uns allen ein Gefühl der Normalität vermitteln“, erklärt die Winzerin und diplomierte Weinbauingenieurin aus Württemberg. „Die Menschen dürfen nicht zu uns kommen, so kommen wir virtuell zu Ihnen und zeigen mit Stolz und Hingabe unsere Weine.“

Sechs Weine und ein Rezept für Spargelpasta

Eine tolle Idee, denn erstens möchten wir engagierte WinzerInnen unterstützen und zweitens fehlen auch uns die Events. So langsam wird es langweilig in der selbstverordneten Quarantäne, so dass eine virtuelle Weinprobe eine willlkommene Abwechslung verspricht. Wir bestellen also per E-Mail das Probierpaket und bekommen für sehr faire 50 Euro einen Schaumwein, zwei Weißweine, einen Weißherbst und zwei Rotweine frei Haus geliefert. Dazu gibt es eine Tastingliste, ein Briefing zum Ablauf und das Rezept „Grüner Spargel trifft Nudeln“. In diesem Moment ahnt man schon, dass hier nicht einfach ein paar Flaschen geöffnet werden und man sich mit der (erlaubten) Anzahl von Gästen einen feucht-fröhlichen Abend macht. Das „Live Tasting mit Viola“ verspricht vielmehr, eine virtuelle Weinprobe vom Feinsten zu werden. Und die verlangt neben Freude am Genuss auch die Bereitschaft, zwei Stunden lang konzentriert zuzuhören und sich durch sechs Weine zu kosten.

Geballtes Weinwissen von Viola und Luisa

Unterstützt wird Viola bei der Moderation der virtuellen Weinprobe von ihrer ebenfalls im Weingut tätigen, aber noch Weinbau studierenden Schwester Luisa. Außerdem dabei ist Food-Expertin Astrid, die für den kulinarischen Part zuständig ist. Jeder Wein bekommt 20 Minuten Redezeit. Neben Erklärungen zu dem jeweiligen Wein teilen die beiden Schwestern ihr unglaubliches Winzer-Know-how. Wir lernen sowohl etwas über Terroir, Trauben und Lese als auch über die Stilistiken und die Klassifizierung. Auch sensorische Aspekte, Tipps fürs Foodpairing und regionale Besonderheiten des Weinbaugebietes Württemberg kommen nicht zu kurz. An dieser Stelle ein ganz großes Kompliment an Viola und Luisa, die uns diese geballte Portion Wissen quasi nebenbei servieren. Und an Astrid, deren Spargelpasta nicht nur einfach zuzubereiten, sondern schlicht köstlich und für jeden Geschmack variierbar ist.

Was ein wenig fehlt, ist die echte, persönliche Interaktion, die der – übrigens von den TeilnehmerInnen lebhaft genutzte – Live-Chat nur begrenzt ersetzen kann. So ist es mit der virtuellen Weinprobe wie mit anderen digitalen Kommunikationsbehelfen zu Coronazeiten. Erstaunlich viel funktioniert auch online, aber irgendwann nervt das Fehlen des realen Austausches eben doch.

Weinleidenschaft über Generationen

Um so besser, dass sich die Begeisterung der jungen Winzerinnen auch über den Umweg des Internets überträgt. „Wir sehen es als unsere Aufgabe, Charakter in die Weine zu bringen, den Puls der Zeit zu spüren und gleichzeitig das Handwerk zu bewahren“, sagt Viola, die schon als Kind in Gummistiefeln im Weinkeller herumgerannt ist und in den Reben gespielt hat. Somit war der Weg zur Winzerin fast vorgezeichnet in dieser Familie, in der seit drei Generationen jeweils drei Töchter mit Leidenschaft Wein machen. Nach ihrer Ausbildung in Rheinhessen und der Pfalz studiert sie an der Weinfachschule Geisenheim. Seit ihrem Bachelor in 2018 ist sie nun fest mit auf dem Weingut tätig und zuständig für den Weinausbau, die Oenologie und die Veranstaltungen. Vor allem steckt die junge Winzerin, die sich auch bei der Nachwuchsvereinigung Generation Riesling engagiert, voller Ideen und verunsichert öfter mal ihre Eltern mit neuen Wegen und Konzepten.

Auf den Geschmack gekommen

Von Violas virtuellen Weinproben sind mittlerweile auch Peter und Annette Albrecht überzeugt. Sie kommen gut an bei den Fans des Weingutes, und auch bei Aperitivista gehen die Daumen klar nach oben. Die nächsten Live-Tastings mit Viola finden am 28. Mai (mit der Ölmühle Erlenbach), 25. Juni (mit den Linsen von Thomas Schmoll) und am 30. Juli jeweils von 19-21 Uhr statt. Die Weinpakete kosten 50 Euro inkl. Versand. Mehr Infos und Anmeldung auf albrecht-kiessling.de/veranstaltungen

Die nächsten Live-Tastings

Im Nachgang der Weinprobe kommt unser Lieblingspart, das „Stumpentrinken“. So nennen die Winzer das gemeinsame Austrinken die Reste in den Weinflaschen (oder Gläsern). Gleichzeitig ist auch der Moment der Entscheidung, welche Weine wir demnächst nachbestellen werden. Unsere Notizen von der Verkostung findet ihr im Anschluss. Frei nach dem Motto „Jeder sollte jemanden haben, der im entscheidenden Moment nachschenkt“ freuen wir uns schon auf die nächste virtuelle oder besser noch echte Weinprobe im schönen Heilbronn. . Sehr herzlich haben die Schwestern nämlich alle Zuhörer auf das Weingut Albrecht-Kiessling eingeladen.

Die Weine: Unsere Verkostungsnotizen

FLORA

Wir starten die virtuelle Weinprobe mit dem großartigen FLORA, einem PetNat („Pétillant Naturel“), in den Luisa Albrecht ihr ganzes Herzblut gesteckt hat. Dieser unfiltrierte Schaumwein aus Müller Thurgau mit einem kleinen Anteil Kerner begeistert mit einer dezenten Säure und einem runden, fülligen Aroma. Nach einmaliger Spontanvergärung verbleibt ein Rest Hefe in der Flasche, wo der PetNat weiter gärt. Somit ist jede Flasche dieses großartigen Naturweins einzigartig. Und wir Aperitivistas sind begeistert von diesem tollen Experiment. Übrigens nicht nur wir: Der FLORA erfuhr so viel positive Resonanz, dass er fast schon ausgetrunken ist.

JOHANNA und GELBER MUSKATTELLER

Der nach der dritten Tochter benannte Grauburgunder JOHANNA zeigt Charakter, einen großen Körper und nussige Aromen. Der halbtrockene Gelbe Muskatteller offenbart eine wahre Explosion an floralen und kräutrigen Aromen, die ein perfektes Gegenwicht zu Käse bilden und der somit eher ans Ende eines Menüs passt.

WEISSHERBST, MERLOT UND LEMBERGER

Nach einem interessanten Exkurs zu Kräutern und Wein mit dem WaldNetzWerk aus BadRappenau kommen wir zu Rosé und Rotwein. Bei letzterem scheiden sich in unserer multinationalen Runde die Geister. Dem französischen und dem italienischen Gaumen mundet der stabil-komplexe Merlot mit seinen Sauerkirscharomen und der dezenten Ledernote besser als der Lemberger. Obwohl letzterer von Viola als „maskulin“ (was auch immer das heißt) bezeichnet wird, sind es ausgerechnet die norddeutschen Damen, die diesen körpervollen, terroirgeprägten Wein besonders mögen. Vom Lemberger Weißherbst Kabinett trocken ist selbst unsere dem Rosé-Wein nicht unbedingt zugeneigte italienische Fraktion angenehm überrascht. Eher hell gekeltert und mit dezenter Erdbeerfrucht, zeigt er viel Charakter und glücklicherweise nichts von den im Massensegment aktuell gefragten Bonbon-Rosés.

P.S. Bei unserem sonntäglichen Picknick haben wir übrigens den weißen Secco vom Weingut Albrecht-Kiessling probiert. Sehr fruchtig und so trinkig, dass die Flasche viel zu schnell leer war: eine tolle, spritzige Winzer-Alternative zum 08/15 Prosecco aus dem Supermarkt.

Restaurant Irma La Douce: Sinnliche französische Küche

Restaurant Irma La Douce: Sinnliche französische Küche

Fine Dining Hotspot an der Potsdamer Straße

Wer Billy Wilders Klassiker kennt, denkt unwillkürlich an verruchtes Pariser Nachtleben und eine unwiderstehliche Lebedame mit Hang zu exzentrischen Schlafmasken. So erinnern im neuen Restaurant Irma La Douce in der Potsdamer Straße denn auch ein Foto von Shirley Maclaine und eine Uhr an den legendären Film. Genau wie das Golvet, das gerade zum Aufsteigerrestaurant der Berliner Meisterköche 2019 gekürte Panama und die Victoria Bar hat es sich in der einst schmuddeligen Nachbarschaft der Potse angesiedelt. Als „Restaurant mit einem französischen Gedanken” will sich der neue Fine-Dining-Hotspot verstanden wissen. Versprochen wird eine „leichte, frische und experimentierfreudige Neuinterpretation“ der klassisch französischen Küche, begleitet von Champagner und einer vorwiegend französischen Weinauswahl.

Eingespieltes Team aus Gastro-Profis

Ins Team des Restaurants Irma La Douce hat sich Eins44-Betreiber Jonathan Kartenberg zwei Profis mit einschlägiger Gastro-Vergangenheit ins Boot geholt: Küchenchef Michael Schultz hat zuletzt die Küche im Golvet geleitet und davor im Rutz Restaurant und im Vau gekocht. Sommelier Sascha Hammer war ebenfalls im Vau und lange das Wein-Gesicht von Matthias Gleiß‘ Volt. Das Interieur im Stil einer Pariser Brasserie ist weitgehend vom Vorgänger Brasserie Lumières erhalten geblieben. Hinzu kamen unter anderem ein amtlicher Weinkühlschrank und individuell dimmbare Tischlämpchen, damit jeder Gast sich seine eigene Lichtstimmung zaubern kann. „In unserem neuen Restaurant möchten wir die moderne französische Genusswelt feiern“, erklärt Kartenberg. „Genau wie Irma aus dem gleichnamigen Film leben wir einen ganz eigenen Stil, der nichts ausschließt.“

Französisch mit Twist: Die Vorspeisen

Beim Aperitif setzt das Restaurant Irma la Douce ganz auf Champagner. Faire 10 Euro kostet das Glas Deutz, weitere 50 Sorten Champagner und 300 Weine stehen zur Auswahl. Passend zum Schampus werden typisch französische Vorspeisen gereicht, immer mit experimentellem Twist: Die Felsenaustern kommen mit Melonenschinken, geräucherter Crème fraîche und Ossietra-Kaviar, der auf einem Stück Landbrot servierte Tartar mit eingelegter Tomate. Die Entenleberterrine wird statt mit klassischer Brioche mit Mutzen serviert, aufregend ergänzt durch eine süßsaure asiatische Note aus Shiso und Pflaumenwein. Mit Früchteteearomen spielt die zusammen mit Sellerie und roter Beete angerichtete Makrele so gekonnt, dass aus dem rustikalen Fisch eine elegante, geschmacksexplosive Vorspeise wird. Nicht zu vergessen das Sauerteigbrot mit Frankfurter-Soße-Butter – einer großartig aromatischen Kräutermischung, die in Berlin viel zu selten auf den Tisch kommt.

Klassisches Handwerk, top Produkte

Das Reh mit Kürbis, Churros und Ras el Hanout ist untadelig gegart und schmeckt dank der orientalischen Gewürzmischung herrlich weihnachtlich. Ein solides Gericht, das nicht ganz so zu begeistern weiß wie die als Zwischengericht deklarierte vegetarische Geschmacksexplosion mit Schwarzwurzel. Garniert mit einer hefigen Hollandaise, Pinienkernen, Birnenessig und einer ordentlichen Portion Trüffeln begeistert sie auf ganzer Linie. Toll auch die Weinauswahl von Sascha Hammer, der an diesem Abend immer gleich zwei Weingläser zur Auswahl einschenkt. Zu unserem Glück mag er uns als dezidierter Liebhaber deutscher Weine den Riesling “Marienburg Fahrlay” Großes Gewächs von Clemens Busch nicht vorenthalten. Ansonsten dominieren hervorragende französische Positionen auf der umfangreichen Weinkarte des Irma La Douce. Die Palette reicht vom Pouilly Fumé, Domaine de Fontenille an der Loire (54 Euro) über den Silice Blanc – Saint Joseph von der Domaine Coursodon an der Rhône bis zum Spitzen-Bordeaux Chateau Cheval Blanc /Saint-Émilion Grand Cru Classé A für 571 Euro.

Süßer Abschluss und Fazit

Nicht, dass wir noch Platz für ein Dessert gehabt hätten. Aber das geht ja bekanntlich immer, und es lohnte sich für den Savarin mit Mango und einer delikaten Kamille-Honignote. Sascha Hammers Weinpairing passt auch hier perfekt: Der1995 Riesling „Thörnischer Ritsch“ Auslese Weingut Ludes von der Mosel rundet das Dessert mit gut ausbalancierter Süße wunderbar ab. Ebenfalls lecker die Käseauswahl vom Wilmersdorfer Maître Philippe beziehungsweise seinen Töchtern – besser können französische Käse in Berlin kaum sein. Ob wir das Restaurant Irma La Douce empfehlen können? Unbedingt für alle, die französisches Fine Dining in einer gepflegten Fin-de-Siècle-Atmosphäre mögen und Spaß an ungewöhnlichen Aromen und Kombinationen haben. Wein- und ChampagnerliebhaberInnen werden das Irma La Douce mit Sicherheit lieben. Zudem eignet es sich für den Pré-Theâtre-Apéritif genauso wie für ein ausgedehntes Abendessen mit Freunden. Von uns ein klares Bravó – wir wünschen dem megasympathischen Gastgeber-Trio viel Erfolg!

Irma La Douce, Potsdamer Straße 102, 10785 Berlin, irmaladouce.de

Girogusto Berlin: Die Top-Messe für italienische Gastronomen

Girogusto Berlin: Die Top-Messe für italienische Gastronomen

Die erste Messe für Spezialitäten Made in Italy in Berlin

Wer in Berlin italienische Spitzenprodukte beziehen möchte, kommt an Adriano Vinci und Fabio Esposito kaum vorbei: Die beiden Vertriebsprofis aus Italien vertreten mit ihrer Agentur einige der besten lokalen Produzenten Italiens. Dabei liegt ihr besonderes Augenmerk auf Wein, aber auch Likör, Öl, Essig, italienischen Salumi, Käse, Pasta und Dolci gehören zum Angebot. Was liegt da näher, als eine B2B-Messe mit italienischen Spitzenprodukten zu organisieren? Gesagt, getan: Vor acht Jahren fand die speziell für italienische Gastronomen entwickelte Messe Girogusto Berlin zum ersten Mal statt. Und auch am 10. und 11. November 2019 drängen sich die Besucher, um die Produkte von 40 Produzenten aus allen Regionen Italiens zu verkosten. Besonders gefällt der tolle Mix aus renommierten Firmen und Neuentdeckungen, d.h. kleinen, wachsenden Betrieben, die mit hohem Qualitätsanspruch lokale Traditionen pflegen.

Vom Experiment zur erfolgreichen Gastronomiemesse

„Wir bringen gastronomische Spitzenprodukte auf den deutschen Markt, die sich vom üblichen Angebot unterscheiden. Immer mit Blick auf biologische Produkte, nachhaltige Produktionsbedingungen und die Bindung ans Terroir“, erläutern die in Berlin ansässigen Organisatoren. „Die Girogusto in Berlin war ein Experiment, das wir aus Leidenschaft begonnen haben. Wir haben klein angefangen, haben die Produkte auf Abendessen in verschiedenen deutschen Städten gezeigt. Damit sind wir auf immer größeres Interesse gestoßen und so wurde eine richtige Messe daraus. Heute können wir sagen: Das Experiment ist aufgegangen.“

Weinverkostung mit Umberto Sommelier

Die Vielfalt der Produkte und vor allem der Weine auf der Girogusto Berlin ist groß: Von venezianischen Biscotti und Salumi aus den Abruzzen über Milchprodukte aus Kampanien bis hin zu mehr als 300 Weinen aus ganz Italien, vom Piemont bis nach Sizilien und von Treviso bis nach Apulien. Deshalb sind wir froh, dass uns Umberto Galli Zugaro, der äußerst weinkundige Präsident der Europäischen Sommelierschule in Berlin, über die Messe führt. Während des Rundgangs stellt er uns viele tolle Rot- und Weißweine vor und erklärt den Einsatz typischer Trauben und Besonderheiten bei der Gärung.

Die Bollicine: Italienische Schaumweine

Natürlich liegt das besondere Aperitivista-Augenmerk auf den Bollicine, wie die Italiener ihre Schaumweine gerne nennen. Ein toller Einstieg auf der diesjährigen Girogusto Berlin ist der hervorragende Spumante Metodo Classico DOCG von der Tenuta Roletto aus dem Piemont. Er wird zu 100% aus der seltenen autochtonen Rebsorte Erbaluce gekeltert und liegt ganze 60 Monate auf der Hefe, die diesem aromatischen Schaumwein zusätzliche Power gibt. Der Franciacorta Cuvée brut D.O.C.G. von der in Deutschland leider noch eher selten anzutreffenden Kellerei Lantieri überzeugt ebenfalls. Zum Schluss probieren wir einen Prosecco DOC Treviso Etxra Dry von Cornaro, der zur Kooperative Montelliana in Bellunese gehört. Sein typisches Birnenaroma in der Nase und am Gaumen begeistert – so (und nicht wie die überwiegend in Deutschland angebotene Massenware) muss ein guter Prosecco schmecken.

Neuentdeckungen für den italienischen Aperitif

Gerade an dunklen Novembertagen erinnert man sich gerne an den italienischen Sommer. Um ihn zurückzuholen, bietet sich ein Cocktail aus Limocello, Tonic und frischer Minze an. Kreiert wurde dieser von Nastro d’Oro, einem der besten Likörproduzenten aus dem Sorrent. Dazu passen die herrlichen Pasten von Nonno Andrea, allen voran die Crema al Radicchio Rosso di Treviso. Auf 60 Hektar baut die „Azienda agricola biodiversa“ auf den Hügeln von Treviso und den Ufern des Piave Obst und Gemüse an. Die eingelegten Gemüse, Marmeladen und Brotaufstriche fangen die ganze Aromenfülle der eigenen Erzeugnisse ein – eine großartige Neuentdeckung für den immer beliebter werdenden italienischen Aperitif.

Girogusto Berlin – ein voller Erfolg

Eine große Zahl an Einkäufern aus ganz Deutschland fand sich am vergangenen Wochenende zur komplett ausgebuchten Girogusto Berlin ein. Schließlich ist der deutsche Markt für die italienische Weingastronomie von wachsender Bedeutung. Umso besser, dass der Umsatz der abgeschlossenen Geschäfte erneut gestiegen ist, sagen Esposito und Vinci. Im Herbst 2020 wird Girogusto zum vierten Mal nach Berlin einladen, wieder mit dem Erfolgsrezept der maßgeschneiderten Unterstützung, aber auch mit interessanten neuen Ideen. Währenddessen freuen wir uns darauf, viele der verkosteten Produkte in den italienischen Restaurants und Feinschmeckerläden in Berlin wiederzufinden.

Mehr Infos unter www.girogusto.de

Württemberg trifft Berlin: Lotte Lenya bekommt eigene Weinlinie

Württemberg trifft Berlin: Lotte Lenya bekommt eigene Weinlinie

 

 

Eine der berühmtesten Künstlerinnen der 20er-Jahre war Namensgeberin für eine neue, hochwertige Weinlinie: die Lotte Lenya-Edition. Am vergangenen Dienstag waren wir dabei, als sie im Württemberger Weinhaus Berlin zusammen mit einem Pairing von Berlins Käselegende Fritz Blomeyer der Presse vorgestellt wurde. Wir waren besonders gespannt auf dieses Weintasting, denn schließlich hatte die erste „Edition Spätburgunder 2013“ vom Collegium Wirtemberg bei der Berliner Weintrophy 2018 direkt Gold geholt und ist längst ausverkauft – zu Glück waren für diesen Abend einige Flaschen gesichert worden.

 

 

Moderiert wurde die Weinprobe von René Arnold, Geschäftsführer des Württemberger Weinhauses und Initiator der Lotte-Lenya-Linie. Hinter dem vor gut einem Jahr gestarteten Projekt stand seine Idee, eine genussvolle Brücke zwischen seiner Heimatstadt Berlin und der traditionellen Weinexpertise der württembergischen Weingärtnergenossenschaften zu bauen. Nach mehr als vier Jahren Zusammenarbeit mit den Württemberger Weingärtnern (das ist der schwäbische Ausdruck für Weingenossenschaften) weiß er genau, zu welchen Höchstleistungen die oft unterschätzten, für das Überleben der Weinbauern aber immens wichtigen Genossenschaften fähig sind. „Gerade die Burgundersorten eignen sich bestens für Weine auf hohem, internationalen Niveau, die in ansprechender Aufmachung auch auf dem speziellen Berliner Markt hervorragend ankommen.“ weiß Arnold. Er definierte also seine Vorstellungen von der Qualität des Weines und sorgte dafür, dass die guten Tropfen entsprechend gelabelt und vermarktet werden. Sein Grafiker entwarf die Wortmarke und die puritisch schwarz-weißen Etiketten, und nachdem er sein erstes, bemerkenswert gutes Fass vom Collegium Wirtemberg bekommen hatte, ließen sich auch weitere Kellermeister für seine Idee begeistern. „Am Anfang wurde ich mit meiner Idee für ein bisschen verrückt gehalten“ erzählt Arnold. „Trotzdem haben mich die Winzergenossenschaften und die Geschäftsführer des Weinhauses, Ulrich Breutner und Dieter Weidmann, von Anfang an auf ganzer Linie unterstützt – und das über die 630 km zwischen Berlin und Möglingen hinweg“, freut sich René Arnold.

 

Bisher umfasst „Lotte Lenya“ vier Weine: einen Spätburgunder, eine Rotwein-Cuvée, eine Cuvée aus Weiss- und Grauburgunder sowie einen Riesling Sekt. Mit letzterem starten wir in den Abend und sind direkt schockverliebt: der Riesling Sekt Brut 2017 der Winzer vom Weinsberger Tal lässt unsere Aperitiv-Herzen höher schlagen, und zusammen mit der nicht nur optisch bemerkenswerten „Engelsbrust“ vom Capriolenhof aus der Uckermark beginnt der Abend genauso, wie wir Aperitivistas es lieben. Es folgt der die Edition Weiss- und Grauburgunder 2017 von den Weingärtnern aus Cleebronn-Güglingen, die regelmässig mit ambitionierten Weinen begeistern. Von der weißen Cuvée sind alle Anwesenden hin und weg, besonders weil es dazu auch noch die sahnige „Antons Liebe“ von der Käserei zur Wies gibt.

 

Württemberg ist vor allem bekannt für seine Rotweine, und da geht weit mehr als der schwer über die regionalen Grenzen hinaus vermittelbare Trollinger. Besonders viel Potenzial haben die Burgundersorten, und genau die finden wir in der 2016er Rotweincuvée von der zweitgrößten Weingenossenschaft des Ländles, der Württembergischen Weingärtner Zentralgenossenschaft. René Arnold schreibt ihr eine „wahnsinnige Trinkigkeit“ zu, und in der Tat hat sie eine frische Note bei gleichzeitig starken Aromen, „sie riecht wie ganz Untertürkheim“ wie meine Nachbarin begeistert ausruft. Der ausgesprochen würzige Weinbauernkäse Classico von der Dorfkäserei Geifertshofen, der in der Reifephase mit Weinen aus denselben Rebsorten wie in der Rotwein Cuvée von 2016 abgerieben wurde, holt den Wein perfekt ab. Zum Abschluss gibt es den prämierten Spätburgunder aus dem eher kühlen Jahrgang 2013, der vier Jahre im 500 Liter-Faß gereift ist und bei perfekt ausbalancierter Säure eine wunderbar dunkle Aromatik von Pflaumen und Brombeeren aufweist. Das Konzept geht offenbar auf und die Zusammenarbeit zwischen Berlin und Württemberg funktioniert. Nach diesem Tasting sind wir gespannt auf die kommenden Lotte-Lenya-Editionen und wünschen René Arnold und den Württemberger Weingärtnern weiterhin viel Erfolg!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Württemberg goes Berlin: Lange Nacht der Weine in der Arminiusmarkthalle

Württemberg goes Berlin: Lange Nacht der Weine in der Arminiusmarkthalle

 

An das inzwischen zur lame duck mutierte Klischee der Schwabeninvasion in Berlin dachte an diesem Abend in der Arminiusmarkthalle wohl kaum einer. Neben Weingütern wie dem „Hausweingut“ der Markthalle, Dr. Heigel aus Franken, lag der Schwerpunkt diesmal auf Weinen aus Württemberg. 19 Württemberger Winzer*innen kamen nach Berlin, um über 100 Top-Weine aus neun Weinbauregionen zur Verkostung anzubieten. So besuchten die 15. Lange Nacht der Weine in der Arminiusmarkthalle über 1.000 (für Weinevents überraschend junge) BesucherInnen, um ausgiebig zu probieren und das Weinwissen zu erweitern. Klar reizt es viele, für nur 10 Euro bis Mitternacht Wein zu trinken – dennoch gebührt Christoph Hinderfeld und seinem Team Anerkennung dafür, jungen Berliner*innen Wein aus insbesondere deutschen Anbauregionen auf unkomplizierte Weise näher zu bringen.

 

Von Events wie der Langen Nacht profitieren auch die Hallengastronomen der Arminiusmarkthalle, dessen Konzept sich vor allem durch ausgezeichnete Restaurants von anderen Markthallen Berlins absetzt. So bot an diesem Abend das auf Burger spezialisierte Pound & Pence Schwäbische Deie (eine Art Flammkuchen) an, während der „Hofladen“ Kässpätzle kredenzte – beides laut der anwesenden Schwaben authentisch und in jedem Fall köstlich. Auch die Ceviche des peruanischen Restaurants Naninka mundete hervorragend zu Württemberger Riesling und Muskatrollinger Rosé. Permanent von einer Menschentraube umringt war Kult-Käsehändler Fritz Blomeyer, der eine Auswahl bester württembergischer Käse wie den Geifertshofer Schwarzbierkäse von der Geifersthofer Dorfkäserei und den Weißen Jagsttaler von den Honhardter Demeterhöfen mitbrachte.

 

Mit Württemberg verbinden die meisten Rotweine wie den Trollinger, der es außerhalb Württembergs immer noch schwer hat. Neue Wege gehen deshalb Winzerinnen wie Viola Albrecht vom Weingut Albrecht-Kiessling, die unter anderem einen Muskattrollinger Rosé mit würzig muskatbetonter Duftnote und einem leichten Duft von Veilchen und Wildrosen im Gepäck hatte: „Wir sind ein bunter Haufen starker Charaktere aus drei Generationen und ziemlich frauenlastig. Gerade befinden wir uns im Generationenübergang, eine spannende Angelegenheit“, sagte sie uns. Und das merkt man den Weinen an, zu denen auch typisch Württemberger Lemberger-Cuvées, Rieslinge und Grauburgunder (laut Aussage vieler Winzer*innen in diesem Jahr absoluter Verkaufs-Hit) gehören.

 

Für uns als Aperitivistas waren wie immer die Sekte und Aperitif-Weine besonders interessant. Unser Highlight bildete in diesem Jahr der Muskateller-Sekt – mit der charakteristischen Note und einer gewissen Restsüße sicherlich nicht jedermanns Sache, für uns aber vor allem eisgekühlt ein unwiderstehlicher Einstieg in den Abend. Auch wenn Württemberg viele gute Muskatteller-Sekte im Angebot hat, bleibt unser Favorit der 2016 Muskateller Sekt extra trocken vom Weinkonvent Dürrenzimmern aus der Region Heuchelberg – nicht umsonst wurde die Genossenschaft bereits zum dritten Mal mit dem Bundesehrenpreis ausgezeichnet. „Extra trocken“ bedeutet in diesem Fall (im Gegensatz zur Klassifizierung beim Wein) immer noch eine Restsüße von 12-20 g/l, die allerdings von der Kohlensäure im Geschmack unterdrückt wird. Das Ergebnis ist ein trockener, aber gleichzeitig aromenintensiver, fein ausbalancierter Sekt, der sich hervorragend als Einstieg zu einem üppigen Festessen oder sogar als Digestif zum Käse eignet. Ebenfalls großartig schmeckte der Sankt Veit Riesling Sekt Brut der Genossenschaftskellerei Heilbronn, bei dem ausgesuchte Rieslingweine nach traditioneller Champagner-Methode zu einem spritzig-eleganten Sekt ausgebaut werden – mir persönlich in der Variante brut noch etwas gelungener als der extra brut (der im Geschmack deutlich trockener erscheint als der vorher beschriebene Muskatellersekt.)

 

Wen nach dem Ende der Langen Nacht der Weine die Lust auf Württemberger Weine gepackt hat, kann diese im Württemberger Weinhaus im Lotte-Lenya-Bogen am Zoo probieren, sich von René Arnold beraten lassen oder am besten an einem seiner großartigen Weinabende teilnehmen. Und vielleicht gibt es im nächsten Jahr ja wieder eine Lange Nacht der Württemberger Weine in der Arminiusmarkthalle – wir fanden es klasse und den Winzer*innen hat es in Berlin auch super gefallen!

„Mehr braucht man nicht für den Sommer“: Rosé-Verkostung im Württemberger Weinhaus

„Mehr braucht man nicht für den Sommer“: Rosé-Verkostung im Württemberger Weinhaus

Es ist Sommer in Berlin, genauer gesagt: Hochsommer mit Temperaturen, die bereits Ende Mai über die 30 Grad-Marke kletterten. Passend dazu fand einer der legendären Weinabende im Württemberger Weinhaus zum Thema „Blanc de Noirs und Rosé“ statt. Viele denken bei Rosé vor allem an Südfrankreich und das Mittelmeer, und lange trank man diese Weine allerhöchstens in Kombination mit Lavendelduft, Zikadengesang und Urlaubsfeeling. Inzwischen hat sich einiges getan auf dem weiten Feld der Blanc de Noirs und Rosé, und besonders Württemberg mit seinen vielen roten Trauben bietet hier einiges.

Das Aperitivista-Herz schlägt direkt beim Begrüßungssekt höher: nicht nur, weil das erste Glas das Schönste des Abends ist, sondern auch, weil wir den Schwarzriesling Blanc des Noirs Brut der Lauffener Weingärtner im Glas haben. Der sortenreine Sekt ist weiß aus roten Schwarzriesling-Trauben gekeltert. Bei dieser besonderen Kategorie handelt es sich um Weißweine aus roten Trauben, bei denen die Beeren mit flachen Pressen und relativ schnell abgepresst werden, ohne dass die vor allem in den Schalen sitzenden Pigmente den Saft färben – berühmtestes Beispiel für Blanc de Noirs ist der Champagner, und genau daran erinnert dieser feine Sekt auch. Auf dem Etikett ist er als „Brut“ gekennzeichnet, d.h. dass der Restzuckergehalt 15 g (hier 10g) unterschreiten muss. Somit liegt er in der Mitte der Skala – ein Brut nature darf hingegen nur noch max. 3 g Restzucker aufweisen. Vom nicht nur amüsanten, sondern auch sehr kundigen René Arnold, der seit drei Jahren das Württemberger Weinhaus führt, lernen wir, dass Württtemberg nach der Champagne das größte Anbaugebiet für diese Traube ist, die auf Französisch Pinot Meunier („Müllerrebe“) heißt und neben Chardonnay und Pinot Noir eine der drei Champagnertrauben ist.

Als Fan der typisch Württembergischen Traube Lemberger war ich besonders gespannt auf den weiß gekelterten Lemberger Blanc de Noirs der Genossenschaftskellerei Heilbronn Erlenbach Weinsberg, der in dieser Form sehr viel frischer, aber nicht minder charakteristisch daher kam als das rote „Original“. Nach einem weiß gekelterten Schwarzriesling und einer Cuvée aus Trollinger und Lemberger gehen wir zu Rosé und Weißherbst über, bei denen etwas mehr Farbe zugelassen ist als beim Blanc de Noirs. Der nur in Deutschland produzierte Weißherbst muss rebsortenrein sein – so wie der von uns verkostete Lemberger Weissherbst vom Wein-Konvent Dürrenzimmern – eine Cuvée wäre beim Weißherbst nicht erlaubt. Beim Rosé hingegen schon – er kann, muss aber nicht reinsortig sein. Und weil Rosé so schön modern klingt und im Trend liegt, wird so mancher den Kriterien eines Weißherbstes genügender Wein heute lieber Rosé genannt. Der Trollinger Rosé vom Collegium Wirtemberg war mir etwas zu bonbonig, während der Muskattrollinger Rosé von der Remstalkellerei seinen parfümierten Charme hatte.

Wie immer im Württemberger Weinhaus hatten wir einen tollen Abend mit bezaubernden Tischnachbarinnen. „Mehr braucht man nicht für den Sommer“ fasste René das Anziehende, Frische, Spritzige dieser Weine zusammen – und so ging auch kaum jemand ohne eine Kiste mit seinen Lieblings-Rosés und Blanc de Noirs nach Hause.