Ein Statement gegen Fast Fashion – der Zauber von Second Hand!

Ein Statement gegen Fast Fashion – der Zauber von Second Hand!

Smart-Shoppen ist toll! Also ehemals teure Dinge zu einem Bruchteil des ehemaligen Ladenpreises zu schnappen. Bei roten Etiketten und Reduzierungen von 70 % bekomme ich Schnappatmung und muss mich diszipliniert und bewusst zügeln, um nicht irgendwas zu kaufen, nur weil es vorher mal richtig teuer war! Smart-Shoppen geht aber auch Second Hand. Sowohl auf Flohmärkten, im Internet oder unter Freundinnen kaufen als auch verkaufen hat für mich einen ganz eigenen Reiz.

Sie wissen: Es gibt Labels, die für Normal-Shopper und –Verdiener unerschwinglich scheinen. Die Preise sind, mit Verlaub, idiotisch. Mit dem Preis für eine (!) Bluse von – beispielsweise-   Brunello Cucinelli,  könnte man getrost zu zweit eine Woche Urlaub machen –mit Flug und All In! Deshalb ist der Reiz (und vor allem der Preis!) von gebrauchten Klamotten magisch. Frau kann Dinge haben, die sonst niemals im Rahmen der Möglichkeiten sind. Und noch etwas anderes ist wunderbar: da fremde Dinge mal einer anderen Frau gefallen haben, kann man eventuell einen Stil für sich entdecken, der vorher nie in Frage kam. Denn erfahrungsgemäß greift man beim First-Hand-Shoppen doch eher zu den Klamotten, die man schon dutzendfach im Kleiderschrank hat.

Beim Zweitshoppen dagegen habe ich schon Schätze entdeckt, die ich so nie gekauft hätte.

Gesa und ich haben diese Art von Shoppen für uns entdeckt! Ohne Berührungsängste erobern wir Gebrauchtes, oftmals in Top-Qualität oder sogar nie getragen! Wir misten aber selber auch regelmäßig aus und verscherbeln ehemals geliebtes Zeug, Fehlkäufe, zu groß- (Gesa) oder zu klein (ich!) gewordenes Textil, unbequeme Schuhe, Ketten, Taschen  und anderen Quatsch. Zweimal im Jahr – Frühling und Herbst – gerne auch auf dem schönen Frühlings-Flohmarkt im  Hotel Ellington an der Nürnberger Straße. Mit uns tummelten sich zum Frühlingsflohmarkt an einem strahlenden Apriltag rund 100 Frauen mit ihren Freundinnen und verwandelten den sonnendurchfluteten Innenhof in ein kunterbuntes Eldorado für Jäger- und Sammlerinnen. Nebenbei wurde es zeitweise  „orientalisch“, weil plötzlich die Beute nur Spaß machte, wenn sie zum ohnehin sensationellen Preis noch um zwei Euro runtergehandelt wurde.

 

Von 11.00 bis rund 16.00 Uhr waren alle unisono und kollektiv im Fieber! Kaufen, was frau immer schon mal nicht haben wollte und alles verkaufen, was nur die Schränke verstopft und das Atmen erschwert. Aus vier laufenden Metern „nichts anzuziehen“ im eigenen Kleiderschrank reduziert man vielleicht nur zehn Zentimeter – aber auch das befreit und bringt auch noch Geld, das so nicht vorhergesehen war und sich wirklich gut anfühlt. Auch wenn die Jacke, die mal 250 Euro gekostet hat, nur noch ein Zehntel bringt – egal, die 25 Euro sind ein kostbarer Schatz!

Gesa, die lange für nachhaltige Modelabels gearbeitet hat, betont auch gerne die politisch-korrekten Aussage von Second-Hand, eine Art Statement gegen Fast Fashion: alles, was nicht weggeworfen, sondern gewissermaßen recycelt wird, ist besser als neue Kleidung für eine Saison. Denn die wird, wie wir alle gerne verdrängen, meist unter humanitär und ökologisch zweifelhaften Bedingungen hergestellt und produziert neuen Müll. Also Mädels, auf zum Flohmarkt statt zu Zara, H&M und Co.!

 

 

Aber verkaufen macht nur Spaß, wenn man auch – wenigstens ein bisschen – kauft! Außerdem ist es sehr frauensolidarisch, die „Kolleginnen“ an den Nachbarständen zu unterstützen. Gesa hat zwei Ketten geschnappt. Sie hat ja erst 200;-) Und ich konnte einer Tasche nicht widerstehen. Das Mädel gegenüber war eine wirklich „coole Tante“. Während ich wie ein Derwisch um meine zwei Ständer gefegt bin, saß sie völlig entspannt in der Sonne und machte das Geschäft ihres Lebens. Ich habe ihr eine Valentino-Tasche abgekauft – zu einem sensationellen Preis. Ich habe wirklich keine Ahnung, wo diese Tasche herkommt und ob auch wirklich Valentino drin ist und nicht nur draufsteht, aber ich weiß, wo sie hingeht: auf Partys und Empfänge als meine neue Begleitung. Ich liebe sie jetzt schon sehr!

Übrigens: wir haben uns alle schon wieder angemeldet für den Flohmarkt im Herbst.

 

Über AperitiVista.

Über AperitiVista.

Zwei Freundinnen mit Leidenschaft für Aperol Spritz: AperitiVista. steht für die prickelnden Momente, wenn die Blaue Stunde beginnt und ein erstes kühles Glas den Abend einläutet. Wenn der Tag hinter uns liegt und sich Berlin und die Welt mit all ihren genussvollen Verheißungen eröffnen. AperitiVista. ist pure Lebensfreude, den Jahren zum Trotz und mit Hunger auf mehr. Wir teilen mit euch unsere Lieblingsplätze, Lieblingsmenschen und alles, was uns bewegt.

Wir besuchen Events wie die Berlinale, die Berlin Fashion Week, die Eat!Berlin („Events“), testen Restaurants und Bars („Genuss“), Hotels und Sehnsuchtsorte („Unterwegs“) und schreiben über mehr oder wenige lästige Erfahrungen, die das Nicht-mehr-ganz-jung-sein mit sich bringt („50+“). „Diary“ ist unser Ort für fiktive und nicht fiktive Geschichten, während unser Format „Auf ein Glas mit…“ das Herzstück von AperitiVista. bildet: Hier treffen wir interessante Menschen, um Gespräche über Gott, Göttinnen und die Welt zu führen.

Wir sind AperitiVista – Aktivistinnen mit einem Glas in der Hand. Reden Sie mit uns – wir hören zu! Und wir reden mit Ihnen und Sie lesen mit.